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Bitburg Airport: Die Uhr tickt

Bitburg Airport: Die Uhr tickt

Nach langen Diskussionen und zwei Sitzungsunterbrechungen hat der Kreistag Bitburg-Prüm am Montagabend entschieden, seine Flugplatzanteile an den luxemburgischen Projektentwickler Frank Lamparski zu verkaufen. Bedingung ist allerdings der Nachweis des Startkapitals. Lamparski hat dafür eine Frist bis zum 10. April erhalten. Sind die 30 Millionen Euro dann nicht da, ist Schluss.

Bitburg. Das lange Warten hat ein Ende: Nach 18 Monaten des Schweigens, einer fruchtlos verstrichenen Frist und zwei Monaten voller Ungewissheit hat der Kreistag Bitburg-Prüm am Montagabend entschieden, wie es mit dem Flugplatz Bitburg weitergehen soll. Ein Flugplatz, der sich, so die Vision des luxemburgischen Projektentwicklers Frank Lamparski mit Hilfe von 380 Millionen Euro Investorengeld in einen internationalen Fracht-, Werft-, und Passagierflughafen verwandeln soll.
Nach vielen Reden und zwei Sitzungsunterbrechungen stand fest: Das Gremium will die Flugplatzanteile des Eifelkreises rückwirkend zum 1. Januar für 64 800 Euro an Lamparski verkaufen. Allerdings nur, wenn es dem Luxemburger gelingt, bis zum 10. April nachzuweisen, dass er über die versprochenen 30 Millionen Euro Startkapital verfügt. Das gesamte Geld befindet sich laut Lamparski auf dem Konto einer namhaften Bank im EU-Raum und durchläuft derzeit die Geldwäscheprüfung.
26 Kreistagsmitglieder (CDU, FWG und FDP) stimmten für den Verkauf. Elf (SPD, Grüne, Linke und eine FDP-Politikerin) waren dagegen. Die SPD hatte zuvor beantragt, die Entscheidung über den Anteilsverkauf in den Mai zu vertagen. Die Sitzung wurde für Verhandlungen unterbrochen. Da sich damit jedoch auch die Frist verlängert hätte, fanden die Genossen keine Mitstreiter.
Die Entscheidung jetzt zu fällen, sei im Interesse des Investors, sagte Michael Billen (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der Flugplatz Bitburg GmbH. Sie sei aber sogar im Interesse der Flughafengegner. Denn: "Wenn das Geld bis Ostern nicht da ist, ist Schluss", betonte Billen, der seit Jahren für den Flughafen kämpft.
Bedingung: kein Nachtflug


Der Kaufvertrag, den das Gremium beschlossen hat (und dem Lamparski bereits zugestimmt hat), enthält ähnliche Bedingungen wie die Absichtserklärung, die Ende 2011 ihre Gültigkeit verloren hatte, weil Lamparski die Bedingungen nicht erfüllte: Er legte weder einen geprüften Businessplan vor, noch erbrachte er den geforderten Nachweis über das Geld seines asiatischen Investors.
Eine der wichtigsten Bedingungen lautet: kein Nachtflug. Wenn Lamparski den Vertrag unterzeichnet, verpflichtet er sich zudem, bis Ende 2014 ein Flugsicherheitssystem zu installieren und fünf Millionen Euro in die Infrastruktur des Flugplatzes zu investieren. Sollte ihm dies nicht gelingen, muss er den Altgesellschaftern - und das ist neu - zwei Millionen Euro zahlen, die er als Bankbürgschaft hinterlegt. Zudem sollen die Gemeinden rings um den Flugplatz pro landendem Flugzeug eine Lärmentschädigung erhalten. Die Stadt Bitburg will am 23. Februar über den Verkauf ihrer Anteile entscheiden.Meinung

Clever, Herr Billen!
Michael Billen ist geschickt. Er weiß, dass ein Scheitern Lamparskis auch ihm schweren Schaden zufügen könnte. Schließlich ist er der Motor jener Maschinerie, die den Flugplatz Bitburg zum Abheben bringen will. Seit Jahren schon rotiert er, um aus der ehemaligen Airbase mehr zu machen als einen provinziellen Verkehrslandeplatz. Das waghalsige Projekt ist Billens Baby. Und so war er vorsichtig. Er schwieg zu allem, was mit dem geplanten Flugplatzausbau zu tun hatte. 18 lange Monate lang. Noch viel entscheidender ist allerdings, was er nun getan hat: Mit dem Ultimatum, das er Lamparski mit so deutlichen Worten gesetzt hat, ist er ans sichere Ufer gewechselt. Wenn der Luxemburger untergeht, dann wird er das alleine tun müssen. Billen hat sich rechtzeitig gerettet. k.hammermann@volksfreund.deExtra

Ein deutlicher Brief: "Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) betrachtet die Entwicklung inzwischen mit großer Sorge", heißt es in einem Schreiben, das die Anstalt an den Eifelkreis Bitburg-Prüm verschickt hat. Die Bima hatte Frank Lamparski bis Ende 2011 ein Vorkaufsrecht für Landebahn und diverse Hallen des Flugplatzes Bitburg eingeräumt. Obwohl ihm der Kaufvertrag bereits seit Juli vorgelegen habe, habe er sich über seinen Anwalt erst Ende Dezember bei der Bima gemeldet und bekundet, noch 2011 kaufen zu wollen. Diese und auch eine weitere Frist, die bis Ende Januar lief, sind verstrichen, ohne dass Lamparski einen Nachweis über 30 Millionen Euro Startkapital erbracht hat. Sollte er diesen Nachweis nicht bis Ende Februar nachreichen, will die Bima das Bitburger Planungsbüro ISU beauftragen, eine alternative Nutzung (Photovoltaik) zu planen. Bis Ende März soll es eine Lenkungsgruppe geben, die über die Zukunft des Flugplatzes berät. kah