Bitburg baut, wo Stahl wächst

Bitburg baut, wo Stahl wächst

BITBURG. Baugrundstücke im Bitburger Stadtgebiet sind heiß begehrt. Kaum ist ein Baugebiet ausgewiesen, sind die Grundstücke schnell verkauft. Das Baugebiet "Auf der Hammerwies" in Stahl, das erste privat erschlossene in Bitburg, wurde nun vom Investor an die Stadt übergeben. In den nächsten Jahren wird sich in dieser Hinsicht noch viel tun.

Von historischem Boden sprach Joachim Streit, Bürgermeister der Stadt Bitburg, bei der Übergabe des Baugebiets "Auf der Hammerwies". Mit dem Begriff "historisch" spielte Streit jedoch nur indirekt auf die römische Anlage an, die bei den Bauarbeiten vor vier Jahren zufällig gefunden wurde (siehe Hintergrund). In der Bitburger Geschichte nimmt das Baugebiet in Stahl eine einmalige Stellung ein: Es war das erste Baugebiet in Bitburg, das von einem privaten Investor - einer Immobilien-Tochtergesellschaft der Volksbank Bitburg - erschlossen wurde. 200 neue Bürger für Stahl

Was 1999 als Experiment begann - die Volksbank Bitburg betrat damals geschäftliches Neuland - hat sich als Geschäftsmodell bewährt. Die in Wißmannsdorf, Bollendorf und Ralingen-Wintersdorf erschlossenen Neubaugebiete mit einem Angebot von weiteren 72 Baugrundstücken sind Beleg dafür, dass die Geschäftsphilosophie weiter verfolgt wird. Die Kommunen helfen dabei mit. Im Bitburger Stadtteil Stahl wurden insgesamt 71 Baugrundstücke auf einer Fläche von rund neun Hektar erschlossen. Auf diesen Grundstücken sind innerhalb von drei Jahren 50 Wohnhäuser errichtet worden, was Stahl zu knapp 200 neuen Einwohnern verholfen hat. In den Grunderwerb und die Erschließung des Neubaugebiets hat die Volksbank Immobilien GmbH insgesamt 2,8 Millionen Euro investiert. Die Stadt Bitburg will auch in Zukunft Baugebiete von privaten Investoren erschließen lassen. Geplant ist die Ausweisung des Baugebiets "Auf der Hammerwies 2", das unmittelbar an das erschlossene Baugebiet angrenzt. Bei diesem Projekt gibt es zurzeit neben der Bitburger Volksbank Immobilen GmbH noch einen zweiten privaten Bewerber. Zudem wird über die Ausweisung des Baugebiets "Unter'm Stahler Kopf 2" nachgedacht. Einen Bebauungsplan gibt es jedoch noch nicht. Sollten diese beiden Baugebiete Realität werden, könnte sich die Einwohnerzahl von Stahl um weitere 200 erhöhen. Bereits beschlossene Sache ist hingegen das Neubaugebiet "Im Wingert" in Masholder. Der Bebauungsplan steht. 22 Grundstücke werden dort von einem privaten Investor erschlossen. Fest steht auch, dass zwischen 30 und 40 Baustellen am Rautenberg ausgewiesen werden sollen. Und auch über eine Erweiterung des Baugebiets an der Wiesenstraße Mötsch wird nachgedacht. Auch das Problem mit den Quellfassungen in Erdorf könnte bald Vergangenheit sein. Noch liegt zwar kein Bebauungsplan vor, doch die Stadt ist zuversichtlich, dass dort sogar zwei Bauabschnitte ausgewiesen werden können. "Die Stadt Bitburg ist auf das Engagement von privaten Investoren angewiesen", betont Bürgermeister Joachim Streit. Dennoch sei es wichtig, dass die Stadt auch selbst Baugebiete ausweist: "So können wir auch gezielt soziale Kriterien miteinbringen und dafür sorgen, dass uns die Preise nicht weglaufen."