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Bitburg bekommt ersten Co-Working-Space​ am Beda-Platz

Neuansiedlung in der Stadt : Direkt am Beda-Platz: Bitburg bekommt ersten Co-Working-Space

Schon länger fragen sich Bitburger, was mit dem ehemaligen Subway-Gebäude am Beda-Platz passiert. Jetzt gibt es eine Antwort auf diese Frage.

Aaaah, jetzt ein Sandwich. Auf dem Nachhauseweg schnell aus dem Kreisel raus, das Auge erblickt den Schriftzug einer bekannten Fast-Food-Kette, die sich auf belegte Baguettes spezialisiert hat. Parken, raus aus dem Auto, enttäuscht sein. Bitburger (oder die, die häufig dort sind), wissen, dass es in der Subway-Filiale beim Beda-Platz schon länger nichts mehr zu Essen gibt – auch, wenn der Schriftzug noch dort hängt. Aber: Es tut sich was in diesem Gebäude.

Stichwort: Co-Working-Space. Das bedeutet ganz vereinfacht gesagt, dass es dort einen Ort gibt, an dem Menschen verschiedener Branchen gemeinsam an Schreibtischen oder Büros arbeiten können. Entweder man bucht sich längerfristig einen Platz, oder man entscheidet spontan, dass man für einen oder mehrere Tage einen Platz zum Arbeiten braucht. „So etwas gibt es bisher in Bitburg noch nicht“, sagt Aline Ferner. Sie hat gemeinsam mit ihren Schwestern und ihrem Vater die Firma B4B gegründet und einen Teil des Gebäudes am Beda-Platz gekauft. „Ich habe selbst schon in solchen Co-Working-Büros gearbeitet“, sagt Geschäftsführerin Ferner.

Co-Working auch auf dem Land eine Alternative

Auch auf dem Land sei die Nachfrage hierfür vorhanden. Sie selbst kommt aus dem „Anwaltsbereich“, weiß also, wie sie sich die Arbeit in einem Büro gestaltet. Co-Working sei interessant für Menschen, die über eine längere Zeit nicht zu Hause arbeiten können, aber auch für solche, die „einfach mal raus aus dem Home-Office und sich mit anderen ein Büro teilen wollen.“ In Prüm gibt es beispielsweise seit mehreren Jahren einen Co-Working-Space.

Was genau im ehemaligen Sandwich-Laden entstehen soll, haben die Ferners auch schon im Kopf. Auch wenn man nicht exakt wisse, wie viele Arbeitsplätze man anbieten werde, gibt es eine Richtung: Aktuell plant man mit zehn bis 15 Schreibtischen und zusätzlich drei bis vier Einzelbüros. „Außerdem wollen wir Konferenzräume anbieten, wenn jemand einen Platz für eine Besprechung benötigt“, sagt Aline Ferner. In Zukunft sei neben der Arbeit auch geplant, dass man im neuen Co-Working-Space Veranstaltungen anbieten könne. „Wir wollen hier auch eine Community aufbauen“, sagt die Geschäftsführerin. Dafür und für die Nachfrage sei Bitburg auch aufgrund seiner Autobahnanbindung ein guter Standort.

Dass die Nachfrage vorhanden sein wird, haben Aline Ferner und ihre Familien-Geschäftspartner in verschiedenen Gesprächen bemerkt. Gestützt wird diese Erkenntnis auch von einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, die sich zwei Jahre lang mit dem Thema „Co-Working im ländlichen Raum“ beschäftigt hat. Demnach zeige sich, dass Co-Working kein spezifisches städtisches Phänomen sei. Auch auf dem Land würde, erklären die Experten, die Zahl solcher Angebote zunehmen. Das Gesamtergebnis der Studie ist eindeutig: Co-Working hat das Potenzial, ländliche Regionen wiederzubeleben, die Menschen vor Ort zu halten und die Vorteile der Co-Working-Spaces könne auch auf dem Land eine positive Wirkung entfalten.

Bis es auch in Bitburg soweit sein wird, werden noch einige Monate ins Land ziehen. „Wir müssen natürlich einiges umbauen“, sagt Aline Ferner über das gekaufte Gebäude. Geplant sei, dass man im Mai dieses Jahres eröffnen könne.