Bitburg feiert 2015 erste urkundliche Erwähnung

Bitburg feiert 2015 erste urkundliche Erwähnung

In zwei Jahren wird sich die erste urkundliche Erwähnung Bitburgs zum 1300. Mal jähren. Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten hat die Stadt nun ein weiteres Fest zu organisieren. Der Kultursommer Rheinland-Pfalz wird im Mai 2015 in Bitburg eröffnet. Das Eröffnungswochenende wird die Stadt 50 000 bis 100 000 Euro kosten.

Zwei Jahre dauert es noch, bis Bitburg seine erste urkundliche Erwähnung in einer karolingischen Handschrift aus dem Jahr 715 als "castrum bedense" feiern wird. Im Rathaus gab es aber jetzt bereits einen guten Grund, um die Sektkorken knallen zu lassen - 2015 wird nicht nur die erste urkundliche Erwähnung vor 1300 Jahren gefeiert, soll nicht nur auf 50 Jahre Europäisches Folklorefest zurückgeblickt werden: Bitburg hat zudem den Zuschlag für die Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz erhalten.
Bürgermeister Joachim Kandels hatte auf eine positive Entscheidung aus Mainz gehofft: "Mit dem Auftaktwochenende zum Kultursommer Rheinland-Pfalz können wir unserer Bevölkerung und allen Gästen einen echten Knaller im Jubiläumsjahr 2015 präsentieren." Anfang Mai wird ganz Rheinland-Pfalz dann auf die Eifelstadt blicken und zur Kultursommer-Eröffnung Bitburg die verdiente Aufmerksamkeit schenken.
"Endlich" wird sich mancher Bürger denken, liegt das Fest zum 1250. Stadtjubiläum doch stattliche 50 Jahre zurück. Dabei hätte es durchaus auch zwischendurch Anlässe zu prunkvollen Feierlichkeiten gegeben.
Original der Urkunde verschollen


1262 ist beispielsweise solch ein Stichjahr, das die Möglichkeit zu einer ausschweifenden Party geboten hätte. Damals soll Heinrich der Blonde, Graf von Luxemburg, Bitburg die Stadtrechte verliehen haben. "Nun ist aber die Urkunde im Original nicht erhalten. Wir wissen von der Stadtrechtsverleihung nur durch den Bericht eines Mönchs aus dem 17. Jahrhundert", sagt Bitburgs Pressesprecher Werner Krämer. Der Text, der mitunter als Stadtrechtsverleihung an Bitburg betrachtet werde, meine aber in Wirklichkeit eine andere Stadt in Luxemburg. Die Urkunde aus dem Jahr 715 liege zumindest vor und werde im Stadtarchiv aufbewahrt.
Aber was ist denn mit den Römern? Haben sie das Land denn nicht vor 2000 Jahren als vicus beda besiedelt und damit den Grundstein für das spätere Bitburg gelegt? "Eine 2000-Jahr-Feier wäre sehr fragwürdig gewesen, da man hier kein verlässliches Jahr sagen könnte, wann es denn so weit war", merkt Krämer an. Lange galt die Zeit um Christi Geburt als Gründungsphase des römischen vicus beda. "Das hat sich aber spätestens mit den Fundstücken im Zuge der Grabungen in der Kölner Straße relativiert", so Krämer.
Laut Landesmuseum seien die Funde auf die Zeit der Eroberung Galliens durch Julius Cäsar, also etwa 50 vor Christus, zu datieren (der TV berichtete). Zwischenfazit: 2000 Jahre sind gesichert - aber nichts Genaues weiß man.

Auch die Trennung von Luxemburg durch den Wiener Kongress 1815 ist ein Datum, das sich nur schwerlich als Grund für eine ausschweifende Sause anführen lässt. Krämer erklärt: "Das würde zwar auch gut ins Jahr 2015 passen, war aber für die Bitburger damals nicht so erfreulich. Außerdem wird der Wiener Kongress mit Sicherheit an anderer Stelle gewürdigt."
Die Stadt habe sich nicht verzetteln wollen: "Schließlich gibt es Jubiläumsjahre, die ihren Namen verdienen, auch nicht zum Nulltarif." So blieb Bitburg seiner Tradition treu, die Ersterwähnung als Anlass zu feiern auszuwählen und setzt auf das einzig wirklich fundierte Ereignis im Jahr 715. Die Kosten für das Eröffnungsfest von 100 000 bis 200 000 Euro muss Bitburg zumindest nicht alleine tragen. Die Finanzierung wird immer zwischen der Kommune und dem Land geteilt.Extra

Die Eröffnung des Kultursommers wird jährlich von einem Team der gastgebenden Stadt zusammen mit Mitarbeitern des Kultursommers Rheinland-Pfalz geplant. 2014 wird das Fest in Hachenburg im Westerwald beginnen. Die Kosten der Feier werden je zur Hälfte von der Kommune und vom Land Rheinland-Pfalz beziehungsweise von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur getragen. Sie liegen schätzungsweise zwischen 100 000 und 200 000 Euro. In einer Beschlussvorlage wurde der Rat der Stadt Bitburg darüber informiert, dass für eine Stadt der Größenordnung Bitburgs nicht mit dem Maximalbetrag zu rechnen sei. aff