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Bitburg hat eine reiche römische Geschichte.

Geschichte : Römisches für alle Sinne

Bitburg zur Zeit der Römer:  Edgar Comes bietet Führungen an und jetzt  mit kulinarischem Abschluss.

(chb) Wenn Edgar Comes von der römischen Geschichte Bitburgs erzählt, ist er in seinem Element. Über viele Jahre hat er sich sein Wissen angeeignet, beispielsweise wurde er 1988 Mitglied der Milites Bedenses in Bitburg, einem Verein, der sich mit der experimentellen Archäologie befasst.

Sein Wissen gibt er auch gerne weiter, unter anderem bei römischen Führungen durch die Stadt Bitburg, in Tunika oder Kettenhemd. Der Vermessungsingenieur hat zudem ein besonderes Interesse an der römischen Küche und ein römisches Kochbuch herausgebracht. Daran will er die Besucher Bitburgs ebenfalls teilhaben lassen und so verbindet er die Führung mit einem kulinarischen Abschluss. Er berichtet: „Die Idee zur Führung mit einem original römischen Imbiss kam von beiden Seiten, als auch von der Ferienregion Bitburger Land, die Veranstalter ist.“

Die Führung ist eine Zeitreise über eine Spanne von 500 Jahren: „Hier herrschte bis 200 n. Chr. ein relativ großer Wohlstand, beispielsweise hat damals eine bedeutende Person 50 000 Dinar gespendet, das sind heute etwa ein bis zwei Millionen Euro, um ein Theater zu erbauen. Immer am 30. April gab es hier Festspiele“, weiß der Experte. Mitte des dritten Jahrhunderts ging es dann ein wenig abwärts und das Vicus (Straßendorf) war nach den Germaneneinfällen 275 n. Chr. nicht mehr da. Das Kastell wurde dann auf den Trümmern des Vicus gebaut. Wichtig ist Edgar Comes, dass man die Römerzeit differenziert betrachtet.

Weitere Themen, die bei der Führung angesprochen werden, sind die Römerstraße, die noch vorhandene Bausubstanz des Kastells und die Ausrüstung der Römer. An besonderen Schauplätzen, an denen man die Zeit der Wirren sehr gut erkennen kann, wird Halt gemacht.

Wenn die Führung wieder an ihrem Ausgangspunkt, der Tourist-Information an der Römermauer, angekommen ist, wird der Imbiss eingenommen. Den hat Edgar Comes schon zwei Tage vorher vorbereitet. Eines der ältesten Rezepte, die er hat, wird dabei sein, das Moretum, eine Käse-Knoblauch-Kräuter Paste, zu der Fladenbrot gereicht wird. Zu den Gewürzen, die in das Gericht kommen, gehört ein Ästchen frische Weinraute, die bei Edgar Comes im Garten wächst.

Ein typisch römisches Getränk ein Conditum, der auch „paradoxer Gewürzwein“ genannt wird, können die Besucher ebenfalls probieren. Dieses Rezept ist von Apicius, einem römischen Starkoch, der auch der „Paul Bocuse“ des römischen Reichs genannt wird. Edgar Comes erklärt dazu: „Hier kann man bei den Zutaten variieren, denn die Römer haben in ihren Rezepten keine Mengenangaben gemacht. So trifft es auch den Geschmack der Menschen von heute.“

Gerne würde die Touristinformation diese Erlebnisführung regelmäßig anbieten. Dann könnte man bei den Speisen auch variieren. Wünschen würde sich Edgar Comes, dass vielleicht einer der Bitburger Gastronomen sich mit der römischen Küche vertraut machen und mit der Tourist-Information kooperieren würde.

„Dazu würde auch ein römisches Bier passen. Ein Rezept gibt es. Vor einigen Jahren hat das mal jemand angesetzt. Es ist ein malziges Starkbier mit Wermut, das Corma heißt“, erklärt Edgar Comes und ergänzt: „Für die Bierstadt Bitburg wäre das eine tolle Sache, wenn hier auch ein römisches Bier angeboten würde.“

Der Reiz der römischen Küche liegt für ihn in der Kombination aus süß, sauer und salzig. „Wenn man da das richtige Verhältnis hat, ist das sehr lecker und hat einen echten Suchtfaktor“, weiß Edgar Comes zu berichten.