Bitburg kann gelassen in die Zukunft blicken
Bitburg · Eine Überalterung der Bevölkerung braucht die Stadt Bitburg nicht zu fürchten. Nach Prognosen des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz verliert die Kreisstadt bis 2020 nur 41 Einwohner und hätte dann 12 731. Davon wären 19,1 Prozent unter 20 Jahre - so hoch ist der Anteil junger Leute in keiner anderen Eifel-Kommune.
Bitburg. Ganz spurlos zieht die demografische Entwicklung auch an Bitburg nicht vorüber. Aber die Stadt braucht weder ein Aussterben, noch eine Überalterung zu fürchten. Den Prognosen des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz zufolge steht Bitburg auch im Jahr 2020 gut da. Der Trend, nach der es immer weniger, dafür aber immer mehr ältere und kaum noch junge Menschen gibt, trifft die Kreisstadt weniger als andere. Das sind die Prognosen des Landesamts für Bitburg im Jahr 2020:
Kaum Einwohnerschwund: Die Einwohnerzahl wird von derzeit 12 772 um nur 41 Menschen auf 12 731 im Jahr 2020 sinken. Im Vergleich zu anderen Kommunen im Eifelkreis ist das wenig (siehe Extra). Die Erklärung dafür liegt für Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels auf der Hand: "Als Mittelzentrum hat Bitburg eine sehr gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten und Freizeitangeboten sowie medizinischer und ärztlicher Versorgung." Hinzu kommt, dass die Stadt als Wirtschaftsstandort rund 10 000 Arbeitsplätze bietet. Das erklärt auch, warum Bitburg die einzige Stadt in der Eifel ist, die in den vergangenen zehn Jahren gewachsen ist (siehe Extra).
Nicht zuletzt gibt es mit 500 neuen Grundstücken in insgesamt sieben Baugebieten im Stadtkern und den Stadtteilen auch die Möglichkeit für Familien, sich in Bitburg den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
500 weitere Grundstücke
Dass Bitburg ein attraktiver Wohnort für junge Berufstätige wie auch Familien ist, bestätigt auch Sarah Junius, Geschäftsführerin des Immobilienservices Südeifel: "Bitburgs Wohnungsmarkt boomt. Seit etwa drei Jahren steigt der Trend, in Bitburg wohnen zu wollen, enorm." Junius führt das vor allem auch auf die gute Lage der Stadt im Dreieck zwischen Luxemburg, Trier und Wittlich zurück. Aber auch auf die Lebensqualität in der "attraktiven Altstadt mit schön sanierten Häusern".
Relativ junge Stadt: Zwar wird es auch in Bitburg in zehn Jahren gut 300 junge Menschen im Alter unter 20 Jahren weniger geben als noch heute. Aber der Anteil der unter 20-Jährigen ist mit 19,1 Prozent immer noch so hoch wie sonst in keiner anderen Kommune im Eifelkreis. Kreisweit liegt der Anteil der unter 20-Jährigen 2020 im Schnitt bei 18,2 Prozent. "Mit dem Haus der Jugend, Cascade-Bad, Eishalle, Skaterpark, Sportplätzen, Kunstrasenplatz und einem vielfältigen Vereinsleben mit mehr als 100 Vereinen ist die Stadt auch für junge Leute lebenswert", sagt Kandels.
Moderne Senioren: In Bitburg wird es 2020 rund 200 Senioren mehr geben als noch heute. Die Stadt zählt dann 2783 Menschen im Alter über 65 Jahren. Das sind 21,9 Prozent. Der Eifelschnitt liegt bei 22,5 Prozent. Von einer Überalterung kann in Bitburg also keine Rede sein. Zum Vergleich: In den Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld wird der Anteil der Senioren 2020 rund 24 Prozent betragen. Ähnlich wie Familien finden zunehmend Senioren Gefallen an der städtischen Infrastruktur und ziehen von einem Dorf in die Stadt. "Private Investoren schaffen derzeit an mehreren Stellen in der Stadt Wohnraum für Senioren", sagt Kandels.
Jenseits solcher Residenzen gibt es ein Alten- und Pflegeheim, ein weiteres ist in Planung. Aber Kandels sieht die Stadt vor allem auch wegen des Weiterbildungs-, Freizeit- und Kulturangebots auch für ältere Menschen gut aufgestellt - auch dank der Arbeit der in Bitburg lebendigen Kirchengemeinden.
Wachstums-Perspektive: Jenseits der Projekte von Privatinvestoren sieht Kandels vor allem in der Umnutzung der Housing die Chance, Bitburg weiter für die Zukunft zu rüsten. In den nächsten vier Jahren soll das rund 75 Hektar große Areal am Rande der Kernstadt zur Konversion frei werden.
Kandels: "Dort haben wir die Möglichkeit, zusätzlich Platz für Wohnen, Bildung, Freizeit und Gewerbe zu schaffen." Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz hat auf der Basis der Bevölkerungsdaten von 2006 berechnet, wie sich die Einwohnerzahl entwickeln wird. Im Eifelkreis wächst bis 2020 demnach nur die Verbandsgemeinde (VG) Irrel. Alle anderen schrumpfen. Besonders hart trifft es die VG Arzfeld und die VG Kyllburg, die mehr als acht Prozent ihrer Einwohner einbüßen. In der VG Neuerburg und der VG Prüm sind es mehr als vier Prozent. Deutlich glimpflicher kommen die Stadt Bitburg, die VG Bitburg-Land und die VG Speicher weg, die weniger als vier Prozent verlieren. In den vergangenen zehn Jahren ist Bitburg die einzige Eifel-Stadt, die Einwohner gewonnen hat. Nach Angaben des Landesamts ist die Einwohnerzahl um 1,3 Prozent gewachsen. Von 1999 bis 2009 hat die VG Bitburg-Land 0,9 Prozent eingebüßt. Die Städte Neuerburg (-15,7), Kyllburg (-13,4), Prüm (-4,8), Daun (-4,6) und Gerolstein (-2,1) haben sogar noch mehr Einwohner verloren. Während in Bitburg 2020 noch 19,1 Prozent unter 20-Jährige leben, sind es in den Verbandsgemeinden ringsum weniger: VG Prüm (17,4 Prozent), VG Arzfeld (17,6), VG Speicher (17,7), VG Kyllburg (18,1), VG Neuerburg (18,1) und VG Irrel (18,5). Nur die VG Bitburg-Land liegt mit 19 Prozent etwa auf Bitburger Niveau. kah/scho