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Bitburg: Prümer Bürgermeister wird Chef im Berufsbildungszentrum

Ausbildung : Ein Hauptjob für den Prümer Stadtbürgermeister

Johannes Reuschen übernimmt die Geschäftsführung des Berufsbildungszentrums Bitburg-Prüm – und bleibt zugleich im Ehrenamt.

Künftig wird er pendeln – zwischen zwei Jobs und zwei Städten: Der Prümer Stadtbürgermeister Johannes Reuschen wird neuer Geschäftsführer des Berufsbildungszentrums Bebiz in Bitburg.

Das teilte die Kreisverwaltung, einer der fünf Gesellschafter, am Freitagmorgen mit. Der 34-Jährige Reuschen übernimmt die Geschäfte von Richard Ehl, der nach zehn Jahren im Bebiz auf eigenen Wunsch zur Handwerkskammer Mainz wechselt.

Die Versammlung des Zweckverbands habe nach einem mehrstufigen Vorstellungs- und Auswahlverfahren am Donnerstag der Einstellung von Reuschen als neuem Geschäftsführer unisono zugestimmt. Reuschen tritt seinen Dienst am Gründonnerstag, 1. April, an.

Reuschen hat nach einer Ausbildung beim Forstamt Prüm Rechtswissenschaften an der Universität Köln studiert. Derzeit arbeitet er an seiner Promotion: „Meine Dissertation liegt zur Begutachtung bei meinem Doktorvater“, sagt Reuschen am Freitag im Telefonat mit dem TV. „Und seitdem bin ich auf Jobsuche.“ Auf den Chefposten im Bebiz habe er sich beworben, nachdem dieser im Februar ausgeschrieben worden sei. Dann habe es schnell gehen müssen, „damit mich Herr Ehl noch einarbeiten kann. Deswegen auch der Dienstantritt schon am 1. April.“

Der Bürgermeister-Posten ist ein Ehrenamt, für das er eine Aufwandsentschädigung erhält, wie viele seiner Kollegen in kleineren Städten. Und natürlich, sagt er auf Nachfrage, „bleibe ich Stadtbürgermeister“.

Damit erledigt sich dann auch die Spekulation, er könne als Kandidat für die Nachfolge seines FWG-Parteifreunds Joachim Streit (wurde soeben in den Landtag gewählt) als Landrat antreten. Reuschen bestätigt das auf unsere Nachfrage: „Ich kandidiere nicht als Landrat.“

Das Berufsbildungszentrum Bitburg-Prüm mit aktuell 25 Mitarbeitern ist seit mehr als 55 Jahren regionales Aus- und Weiterbildungszentrum für Industrie-, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen und nimmt laut Auskunft der Kreisverwaltung „in vielfältiger Weise wirtschaftsfördernde Aufgaben wahr“.

Das Bebiz habe zwei Säulen, sagt Reuschen: „Zum einen ist das die Hilfe für junge Menschen mit einer Beeinträchtigung. Durch die Angebote des Bebiz werden sie auf ein selbstständiges Leben im Arbeitsmarkt vorbereitet und dabei unterstützt. Die andere Säule ist als Angebot für die heimische Wirtschaft ausgerichtet: Dort bietet das Bebiz Prüfungsvorbereitungen und Weiterbildung. Außerdem kann man dort eine überbetriebliche Grundausbildung machen – regionale Betriebe können ihre Auszubildenden des ersten Lehrjahres im Bebiz schulen lassen, zum Beispiel in den Metallberufen. Dort lernen sie das Drehen, das Fräsen, die CNC-Technik“ (computerized numerical control – computergesteuerte Frästechnik). Und damit „sind sie gut vorbereitet für das zweite Lehrjahr in den Betrieben.“

Mitglieder im Zweckverband sind die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer Trier, die Metallinnung Westeifel, die KFZ-lnnung Bernkastel-Wittlich und der Eifelkreis Bitburg-Prüm.