Bitburg rüstet sich für Ansturm der Kleinen

Mit dem bisherigen Angebot an Kita-Plätzen wird die Stadt Bitburg den gesetzlichen Ansprüchen und dem steigenden Bedarf nicht gerecht. Fest steht: Es muss Raum geschaffen werden - bis 2013 sollen mehr als 100 zusätzliche Kita-Plätze her. Die Frage ist nur: wo?

Bitburg. Eine Stadt hat Nachhol-Bedarf: Obgleich in den vergangenen Jahren in Bitburg mehr als 61 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren entstanden sind, wird dieses Angebot zukünftig nicht ausreichen. Ab August haben alle Zweijährigen einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Nach einem Bedarfsplan des Jugendamts werden in Bitburg dann 65 Kita-Plätze gebraucht. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Hälfte aller zweijährigen Kinder einen Platz beanspruchen wird. Um dem gerecht zu werden, soll das zweite Obergeschoss der Kita "Altes Gymnasium" brandschutzsicher ausgebaut werden, so dass die vorhandenen Räume für die Schaffung weiterer Kita-Plätze genutzt werden können.

Damit wäre die Stadt für den August-Termin schon mal gut aufgestellt.

Handlungsbedarf besteht aber auch darüber hinaus. Denn ab 2013 haben Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Kita-Platz. Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände haben sich darauf verständigt, bis 2013 ein Betreuungsangebot für rund 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren aufzubauen. "Für die Stadt Bitburg bedeutet das: Wir müssen vier bis fünf zusätzliche Kita-Gruppen für 100 bis 125 Kinder schaffen", sagt Bürgermeister Joachim Kandels.

Die Vorbereitungen laufen. "Bei einer Begehung der Kitas mit dem Jugendamt wurde geprüft, wo sich sinnvoll Platz schaffen lässt", sagt Kandels. Zudem aber zeichnet sich ab: "Wir brauchen zusätzlichen Raum", sagt Kandels und ergänzt: "Wir sind schon auf der Suche." Ein Arbeitskreis prüft verschiedene Varianten: Das fängt an bei der Housing, die die Amerikaner ja vorhaben, in den nächsten Jahren zu räumen, und geht weiter über Überlegungen, leerstehende Gebäude umzunutzen. Kandels will mit den für die Housing zuständigen Stellen in Kontakt treten, um konkrete Aussagen über einen Termin für die Freigabe des Areals zu erhalten.

Kalkuliert wird mit vielen offenen Variablen - Ausgang völlig offen. So ist noch unklar, was endgültig mit dem Gebäude der Edith-Stein-Hauptschule passiert, wenn die Realschule plus eingeführt wird.

Im Gespräch ist zudem wohl auch ein Neubau durch einen privaten Investor - etwa in Zusammenhang mit einem Lebensmittelmarkt am Rautenberg. Fest steht nur: Die Stadt muss handeln. Bis 2013 gibt es Unterstüzung vom Land. Möglich ist eine Förderung von bis zu 90 Prozent der Kosten für Neubau, Anbau, Umbau und Ausstattung der Kita. Was bleibt: Etwa rund zwölf Prozent der Personalkosten für die Erzieherinnen bleiben an der Stadt hängen. EXTRA Das derzeitige Platzangebot in den fünf Kindertagesstätten in Bitburg: Städtische Kita Zuckerborn: zehn Gruppen, 85 Ganztags-, 82 Halbtags-, 22 Krippenplätze (für Kinder ab viertem Lebensmonat) und 15 Hortplätze für Grundschüler; Städtische Kita Altes Gymnasium: zwei Gruppen, 17 Ganztags-, 33 Halbtags- und zwei Hortplätze für Grundschüler (Angebot für Zweijährige in der Planung); Städtische Kita Mötsch: drei Gruppen, 25 Ganztags-, 50 Halbtags- und zehn Krippenplätze für Kinder ab erstem Lebensjahr; Katholische Kita St. Peter: fünf Gruppen, 32 Ganztags- und 93 Halbtagsplätze sowie zwölf Plätze für Kinder ab zweitem Lebensjahr; Katholische Kita Liebfrauen: vier Gruppen, 44 Ganztags- und 56 Halbtagsplätze sowie zwölf Plätze für Kinder ab dem zweitem Lebensjahr; Integrative Kita (Träger: Lebenshilfe Bitburg): vier Ganztags-Gruppen, zwei integrative Gruppen mit 15 Kindern (davon je fünf Kinder mit Behinderung), zwei Sonderkindergartengruppen mit acht Plätzen; zwei Krippenplätze (Krippengruppe geplant).