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Bitburg-Urlauber suchen nicht das Abenteuer

Bitburg-Urlauber suchen nicht das Abenteuer

BITBURG. Die Zahl der Touristen in und um Bitburg nimmt von Jahr zu Jahr zu. Es sind aber hauptsächlich nicht die Sehenswürdigkeiten, die die Besucher anlocken, sondern eher Ruhe und schöne Landschaft.

"Warum kommen die Leute hierher in Urlaub? Was gibt's hier schon zu sehen?" Diese Frage stellen sich auch Bürger aus Bitburg und Umgebung, wenn sie sehen, wie täglich die Touristen durch die Bitburger Straßen ziehen. Tourismus-Experten sprechen von einem regelrechten Tourismus-Boom: Im Jahr 1995 hatte die Stadt 25 000 Übernachtungen aufzuweisen. 2004 waren es schon 160 000. "Unsere Gäste kommen zu 70 Prozent aus Deutschland. Die restlichen 30 Prozent kommen überwiegend aus den Niederlanden und Belgien", sagt Frank Schaal, Geschäftsführer des Zweckverbands Feriengebiet Bitburg-Land. Somit habe Bitburg kein "eifeltypisches" Profil. "In die meisten umliegenden Orte kommen überwiegend Niederländer, um Urlaub zu machen", sagt Schaal.Wichtig: Erholung vom Alltags-Stress

Die Statistik passt zum Ziel des Zweckverbands, das Bitburger Land in der Eifel und in Deutschland bekannter zu machen. Vermutlich trägt die Bekanntheit der Brauerei mindestens ähnlich viel zum Besucherstrom bei wie die Imagewerbung der Touristiker. Aber woher kommen diese hohen Besucherzahlen? Als ein Faktor zählen zwischenzeitlich neu gebaute Hotels wie der Eifelstern, mit 1080 Betten das landesweit größte Hotel. Eine Umfrage unter den Urlaubern bringt weitere Erkenntnisse: Wer in die Stadt Bitburg oder Umgebung in Urlaub fährt, sucht nicht in erster Linie das Abenteuer. Auch aufregendes und wildes Stadtleben ist nicht das Ziel. Nicht jeder, der Urlaub macht, will Action und Trubel. Manche suchen einfach nur Erholung vom Alltags-Stress. Diese finden die Urlauber nicht nur in der "gemütlichen Stadt", wie es Kerstin Gärtner aus Heilbronn sieht, sondern auch bei Ausflugszielen ins Grüne. Vergleichbar nah liegen unter anderem die Vulkaneifel mit den Dauner Maaren und das Hohe Venn. "Mir gefallen am besten die Ruhe und die frische Luft. Die Natur am Bitburger Stausee ist sehr schön", sagt Glasina van Dam aus Rhenen (Niederlande). "Das Essen und das Bier schmecken mir hier sehr gut", sagt Hans-Dieter Dombrovsky, der im benachbarten Seinsfeld Urlaub macht. Bitburg biete eine "gemütliche Atmosphäre", die noch durch saubere Straßen unterstützt werde. Die Attraktionen in der Stadt haben es den Gästen weniger angetan. Keiner der Befragten nannte Kreismuseum, archäologischen Rundweg oder den Glockenturm als besonders sehenswert. Manche Besucher wissen gar nicht genau, was ihnen an der Stadt gefällt und warum sie da sind. Einem einzigen Urlauber war der "Gäeßestrepper"-Brunnen in Erinnerung geblieben. Immerhin. Außer einigen Besuchern des Bitburger Cascade schien auch keiner der Touristen sich an dem reichlichen Freizeitangebot bedient zu haben. "Es ist halt die erste größere Stadt in der Nähe", sagt Michaela Schmitz aus Sinspelt. Für viele Urlauber sei Bitburg wohl eher eine nur zufällig gewählte Station auf der Durchreise.