Bitburg wählt die Milchkönigin

Kostenpflichtiger Inhalt: Wahl der Milchkönigin in Bitburg : Auch die Milch mag’s königlich

Über die Hälfte der Milch in Rheinland-Pfalz wird in 861 Betrieben in der Region produziert. Im November wird in Bitburg die Milchkönigin gewählt. Im Gespräch mit dem TV stellen sich die beiden Bewerberinnen vor.

„Die Milch macht’s“. Das ist Vivian Ludwigs Lieblingsspruch. Die 26-Jährige kommt aus Heidweiler (Kreis Bernkastel-Wittlich) und hat tagtäglich mit Milch zu tun. Seit zwei Jahren arbeitet sie im Milchlabor des Landeskontrollverbandes Rheinland-Pfalz-Saar und bewirbt sich um die Krone als Milchkönigin.

Die möchte aber auch Simone Daun aus Kyllburgweiler (Kreis Bitburg-Prüm) im kommenden Jahr tragen. Die 21-Jährige studiert Agrarwissenschaften in Gießen und stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Beide junge Frauen haben also einen persönlichen Bezug zur Milch, wie auch die Landwirte der 861 Betriebe in den vier Landkreisen Bitburg-Prüm, Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg, die im Jahr 2017 fast 480 Millionen Liter Milch erzeugt haben.

Dabei hat der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 511 Betrieben 32,3 Prozent der Menge in Rheinland-Pfalz produziert, gefolgt von der Vulkaneifel mit 10,6 Prozent und Bernkastel-Wittlich, wo 6,1 Prozent der rheinland-pfälzischen Milch herkommen. Der Kreis Trier-Saarburg trägt 5,5 Prozent der Milchmenge in Rheinland-Pfalz bei.

Die Milch positiv als Lebensmittel und Wirtschaftsfaktor zu repräsentieren, ist das Ziel von Simone Daun. Sie sagt: „Ich möchte den Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern unterstützen, mit Vorurteilen gegenüber Tierhaltung und der Milch aufräumen und Begeisterung für die Milch wecken.“

Für Vivian Ludwig ist auch eine persönliche Weiterentwicklung mit dem Amt verbunden: „Ich freue mich auf viele Kontakte, und dass ich den Menschen näherbringen kann, wie wichtig die Milch für die Region und für Rheinland-Pfalz ist.“

Beide mögen selbstverständlich ihr Produkt, Vivian Ludwig am liebsten pur. Einen halben bis einen Liter Milch trinkt sie pro Tag. Simone Daun mag die Milch sehr gern in Form eines Eiskaffees.

Rund 30 bis 35 Auftritte hat eine Milchkönigin in einem Amtsjahr. In Schulen, bei Hoffesten, Tierschauen, Bauernmärkten, dem Bitburger Beda-Markt und dem Rheinlandpfalztag ist die Milchkönigin vertreten. Sie kennen sich selbstverständlich auch mit der Materie aus.

Vivian Ludwig erklärt: „Fachwissen sollte man schon haben und keine Scheu vor den Tieren“, fügt sie hinzu. Simone Daun sagt: „Durch den persönlichen Bezug zur Milch, alleine durch die Kindheit auf dem Hof, hat man schon einiges an Wissen über die Milchwirtschaft. Im Vorfeld der Wahl werden wir auch noch ein Rhetorikseminar haben und Betriebe besuchen.“

Besonders freuen sich beide auf die Besuche in Kindergärten und Schulen, wo sie die Milch präsentieren werden. „Die Kinder sind wohl immer sehr aufmerksam und interessiert, da bin ich schon gespannt drauf“, sagt Vivian Ludwig.

Gespannt kann man auch sein, wie sich die Milchwirtschaft weiterentwickelt, denn dort gibt es zwischen 2008 und 2017 klare Tendenzen, wie aus den Daten des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum (DLR) Eifel hervorgeht. Die Zahl der Milchlieferanten ist seit 2008 um 40 Prozent gesunken, gleichzeitig ist die Milchmenge um vier Prozent gestiegen. Die erzeugte Milchmenge hat sich pro Betrieb in diesem Zeitraum um 72,2 Prozent auf rund 555 000 Kilo pro Jahr erhöht. Das hat selbst das DLR überrascht, denn die Prognose war eine Milchleistung von durchschnittlich 500 000 Kilo Milch pro Betrieb im Jahr 2020.

Die Zahl der kleineren Betriebe hat 2017 um 31 Prozent deutlich abgenommen, während dreiviertel der Milch in Betrieben mit mehr als 500 000 Kilogramm pro Jahr erzeugt werden. Die Zahl der Höfe, die mehr als 700 000 Liter Milch pro Jahr erzeugen, hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt, von 111 auf 237. Es gibt also immer weniger Höfe, dafür aber produzieren jene, die sich auf dem Markt behaupten, immer mehr Milch.

Die beiden Kandidatinnen für das Amt der Milchkönigin freuen sich auf viele neue Kontakt und Erfahrungen, die sie persönlich und auch beruflich weiterbringen können. Simone Daun hat noch eine Weisheit ihrer Oma Maria im Ohr, die besagt: „Milch ist gut für die Knochen, so gesund, damit läuft der Tag rund.“

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