Blutspende im Eifelkreis Wie man in einer Stunde bis zu drei Menschenleben retten kann

Bitburg · Nach der winterlichen Krankheitswelle sind die Blutkonserven in den deutschen Krankenhäusern wieder knapp. Daher ruft das DRK zur Blutspende auf. Etliche Gründe sprechen dafür, Spender zu werden – nicht nur die Nächstenliebe.

Vor der Blutspende muss der Eisenwert in Form des Hb-Werts gemessen werden. Denn nur wenn der stimmt, kann der Körper nach dem hohen Blutverlust wieder Hämaglobin aufbauen – ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen.

Vor der Blutspende muss der Eisenwert in Form des Hb-Werts gemessen werden. Denn nur wenn der stimmt, kann der Körper nach dem hohen Blutverlust wieder Hämaglobin aufbauen – ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen.

Foto: Annika Schulz

Blutspende ist ein wichtiges Thema – gerade jetzt werden wieder Blutpräparate gebraucht, da es im Winter viele Krankheitsfälle gab. Passend dazu war auch schon der erste Blutspenden-Termin des Jahres 2024 in Bitburg. Carmen Badem ist Referentin in der Abteilung Spendenorganisation im DRK und unter anderem für dein Eifelkreis Bitburg-Prüm zuständig. Sie erklärt, warum Spenden so wichtig ist und was den Eifelkreis von anderen Regionen unterscheidet.

Blutkonserven werden vor allem für die Versorgung von Patienten in Krankenhäusern verwendet. Wenn jemand spendet, kann ihr oder sein Blut in Krankenhäusern in ganz Deutschland verwendet werden. Spenden sind essenziell, damit eine Therapie erfolgreich ist. Es gibt etliche Fälle, bei denen Blutpräparate verwendet werden, beispielsweise bei einer Operation am Herzen oder bei Frauen, die bei einer Geburt hohen Blutverlust erlitten haben. „Es wird geschätzt, dass 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einmal im Leben auf eine Blutkonserve angewiesen ist“, sagt Carmen Badem, „dennoch spenden deutschlandweit nur ungefähr drei Prozent.“

Doch es gibt auch einige Landkreise, die weit über dem Durchschnitt liegen. So auch der Eifelkreis Bitburg-Prüm: Ungefähr neun Prozent sind hier Spender. Badem vermutet, dass dies an der ländlichen Gegend liegt: „Hier ist das Sozialverhalten noch anders als in einer größeren Stadt. Ich habe das Gefühl, man achtet mehr auf seinen Nächsten, auch wenn es um so etwas wie Blutspenden geht.“ Zusammen mit der Vulkaneifel ist der Eifelkreis der spendenstärkste Landkreis in der Region.

Von gerade 18 geworden bis zum Rentenalter ist bei den Spendern alles dabei. „Das Einzige, was mir bezüglich des Alters auffällt, ist, dass weniger Menschen während der Familiengründung spenden gehen. Vermutlich weil sie genug mit Kind, Beruf und anderem zu tun haben. Aber viele kommen wieder, sobald die Kinder älter sind“, sagt Badem. Kommen wieder – das ist ein gutes Stichwort, denn die meisten Menschen sind laut Badem Dauerspender: „Im Jahr 2020 hat ein Mann aus dem Eifelkreis zum 200. Mal Blut gespendet.“

Valentinstag, der erste Spende-Termin des Jahres in Bitburg: Um fünf Uhr, eine halbe Stunde, nachdem der Termin begonnen hatte, war bereits einiges im Europäischen Berufsbildungswerk los. Manche Leute standen an, um ihre Anmeldungsformulare auszufüllen, andere hatten ihre Gespräche mit den vier anwesenden Ärzten. Zehn Mitarbeiter vom DRK waren vor Ort sowie zwischen zehn und fünfzehn Ehrenamtliche, die bei der Organisation halfen und sich beispielsweise um die Anmeldung und Betreuung der Spender kümmerten.

Viele Spender lagen bereits auf einer der achtzehn Liegen und spendeten Blut. So auch Edith Biwer. Sie begann erst später im Leben mit dem Blutspenden, versucht aber mittlerweile, so oft wie möglich hinzugehen. Frauen dürfen viermal im Jahr an der Blutspende teilnehmen, Männer sechsmal.

Ildiko Seifert ist Spenderin, seitdem sie 18 Jahre alt ist. An diesem Tag war sie zum 69. Mal bei der Blutspende. Doch nicht nur wegen der beachtlichen Zahl ist es für sie ein besonderer Termin. Denn zum ersten Mal ist ihre Tochter als Spenderin dabei. Isabel Seifert ist im Oktober vergangenen Jahres 18 geworden, von ihrer Mutter kam sie bereits früh mit dem Thema Blutspende in Kontakt. Daher war es für sie selbstverständlich, auch Spenderin zu werden. Angst hatte sie keine: „Ich hab ja auch ein Tattoo, also machen mir Nadeln nichts aus.“ Auch wenn Carmen Badem und ihr Team an vielen Schulen und in Firmen für das Blutspenden werben, funktioniert Mundpropaganda oftmals trotzdem am besten. „Eltern, die selbst spenden und dann ihre Kinder mitnehmen, machen für uns die beste Werbung. So bekommen wir wirklich viele Erstspender“, sagt Badem.

 Edith Biwer hat bereits mehrfach Blut gespendet. Auch bei dem ersten Spende-Termin des Jahres in Bitburg war sie wieder dabei.

Edith Biwer hat bereits mehrfach Blut gespendet. Auch bei dem ersten Spende-Termin des Jahres in Bitburg war sie wieder dabei.

Foto: Annika Schulz
Im Blutspendemobil kann man spontan Blut spenden. Ansonsten gibt es regelmäßige Termine des DRK zur Blutspende.

Im Blutspendemobil kann man spontan Blut spenden. Ansonsten gibt es regelmäßige Termine des DRK zur Blutspende.

Foto: Carmen Badem

217 Blutspender kamen an diesem ersten Blutspende-Abend für dieses Jahr ins Europäische Bildungswerk, davon waren elf Erstspender. Nach der Spende gab es noch Brötchen, die sich jeder nach Belieben zusammenstellen konnte, und eine Suppe. So kamen die Spender wieder zu Kräften. Für viele Menschen sei die Blutspende auch eine Art Treffpunkt, zu dem man sich mit Freunden und Bekannten verabredet, beobachtet das DRK. Um mehr Erstspender zu gewinnen, steht auch öfters ein Blutspendemobil auf dem Bedaplatz. Hier können sich Interessenten spontan für eine Blutspende entscheiden. Termine für den eigenen Landkreis findet man auf www.blutspende.jetzt. Dort kann man sich auch zu dem ausgesuchten Termin anmelden. Beispielsweise kann man am 7. März wieder in Badem spenden. „Insgesamt, mit Anmeldung und Essen danach, dauert eine Spende ungefähr eine Stunde“, sagt Badem, „dafür rettet man durch diese Stunde bis zu drei Menschenleben.“

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