Bitburger Bauausschuss stimmt neuem Konzept für Maximinerwäldchen zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Städtebau : Bitburger Bauausschuss nimmt neues Konzept zum Umbau des Maximinerwäldchens an

Fast einstimmig hat der Bitburger Bauausschuss dem überabeiteten Konzept zur Umgestaltung des Maximinerwäldchens zugestimmt. Die Kosten für die Stadt sinken deutlich.

Vorne links in der Ecke sitzt ein Mann, der immer wieder seufzt und zwischendurch auch mal den Kopf hinter seinen Händen verschwinden lässt. Für Bauausschuss-Mitglied Jürgen Weiler (CDU) ist dieser Tagesordnungspunkt allem Anschein nach eine Tortur. Irgendwann reicht es ihm: „Nach den Diskussionen der letzten halben Stunde frage ich mich, warum wir eigentlich hier sitzen? Wir sind wirklich Meister darin, ein gutes Konzept kaputt zu reden.“

Das Konzept, um das es geht, ist das zur Umgestaltung des Maximinerwäldchen. Ein Entwurf wurde dem Ausschuss bereits in der vorherigen Sitzung präsentiert. Damals jedoch hat das Gremium seine Zustimmung versagt, was in erster Linie an den Kosten lag. 1,1 Millionen Euro waren für die Neugestaltung des Vorplatzes, den Ausbau der Wege, die Errichtung eines Spielplatzes und Mehrgenerationenplatzes sowie Kunst am Bau veranschlagt. Abzüglich der rund 511♦000 Euro, die der Bitburger Bauverein beisteuert, und der 44♦000 Euro, die von der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung für das Kunstobjekt zur Verfügung gestellt werden, hätte der Anteil der Stadt bei rund 455♦000 Euro gelegen. Das muss günstiger gehen. Weshalb die Verwaltung prompt damit beauftragt wurde, eine günstigere Variante zu arbeiten.

Ein paar Wochen später präsentiert der dafür zuständige Planer Ralf Mayeres nun also eine neue Variante. Der Verbindungsweg wird demnach doch nicht gepflastert, die geplante Mauer am Vorplatz wird durch eine Hecke ersetzt und die Bepflanzungsarbeiten übernimmt der Bauhof. Unterm Strich reduzieren sich die Gesamtkosten damit auf rund 950♦000 Euro. Variante zwei ist also mehr als 150♦000 Euro günstiger.

Zusätzlich zu den 511♦000 Euro aus der Liquidationsmasse des Bauvereins, kamen zwischenzeitlich auch noch 75♦000 Euro von einem anonymen Spender. Für die geplanten Bäume am Vorplatz gibt es ebenfalls einen Spender. Und Bauunternehmer Weiler erklärt sich in der Sitzung bereit, die Kosten für den Pumpenschacht der Brunnenanlage (25000 Euro) zu übernehmen.

Doch damit nicht genug: Weitere 48♦000 Euro könnten laut Mayeres im Rahmen des Schulradwegprogramms als Zuschuss fließen, sollte der Weg durch den Park als Schulradweg deklariert werden. Zudem wurde für den im Park ebenfalls geplanten Treffpunkt der Generationen mit Hochbeeten und weiteren Sitzplätzen eine Förderung aus dem Leader-Programm in Höhe von 65♦000 Euro beantragt. Und wie der Planer erklärt, habe die Stadt gute Chancen, diese Förderung zu erhalten. Grundvoraussetzung dafür sei aber ein eindeutiges Votum des Bauausschusses.

Danach jedoch sieht es zeitweise nicht aus. Denn aus den Reihen des Ausschusses kommen zahlreiche Anregungen und Verbesserungsvorschläge, die vor allem den auf dem Vorplatz geplanten Kiosk samt öffentlicher Toilette sowie den Mehrgenerationenplatz betreffen. So regt Celestino Gombo (SPD) beispielsweise an, statt eines festen Gebäudes einen mobilen Kiosk und eine mobile Toilette zu verwenden, die dann bei Bedarf auch anderswo eingesetzt werden könnten. Seine Fraktionskollegin Margret Berger äußert Bedenken, was die Reinigung dieser Toilette betrifft, und Agnes Hackenberger (FBL) stört sich unter anderem daran, dass der Bouleplatz verlagert und der Schulradweg durch den Park verlaufen soll. Zudem kritisiert sie, dass der Mehrgenerationenplatz nicht unmittelbar neben dem Spielplatz liegen soll, sondern dort geplant ist, wo die Reste des derzeitigen Spielplatzes sind, also weiter hinten im Park. Wohingegen der neue Spielplatz in die Nähe des Vorplatzes rücken soll.

Wie Mayeres erklärt, hängt das vor allem damit zusammen, dass für die Hochbeete des Mehrgenerationenplatzes auch Licht und Sonne benötigt werde. Und dafür sei das alte Spielplatzgelände am besten geeignet, da dort keine Bäume stünden. Was den Kiosk und die dort integrierte Toilette betreffe, so gebe es bereits zwei Interessenten für den Betrieb der Einrichtung. Für Edgar Bujara, der als Vorsitzender des Bauvereins, bei der Bauausschusssitzung anwesend ist, steht außer Frage, dass sich der Pächter des Kiosks auch um die Toilette kümmert. „Wir sollten auch keine horrende Miete für den Kiosk erwarten, sondern vielmehr Wert darauflegen, dass er geöffnet und die Toilette sauber ist“, sagt Bujara.

Was den Kostenanteil der Stadt betrifft, so hat sich dieser aufgrund der Spenden gegenüber der vergangenen Sitzung spürbar reduziert. Zudem müssten ja auch noch die Kosten für den Spielplatz abgezogen werden, da dieser ja über das bereits vor einigen Jahren beschlossene Spielplatzkonzept finanziert werde, erklärt Mayeres.

„In der letzten Sitzung waren die Kosten das Problem, und jetzt ist der städtische Anteil auf 61♦000 Euro geschrumpft“, sagt Weiler, der angesichts dieser Lage von einem Schnäppchen spricht und deshalb für die Diskussion wenig Verständnis zeigt. Zumal, wie Bujara erklärt, mit der eigentlichen Spendenakquise für das Projekt ja noch gar nicht begonnen worden sei. „Natürlich kann man sich fragen, ob ein Kiosk und eine Toilette sinnvoll sind oder nicht“, so Weiler. Doch wenn man nichts dergleichen anbiete, werde man es auch nie herausfinden, fügt er hinzu.

Der Weg durch den Park ist in einem sehr schlechten Zustand und soll ebenfalls erneuert werden. Foto: Uwe Hentschel

Am Ende ist das Votum des Bauausschusses dann doch recht eindeutig. Bei nur einer Gegenstimme stimmt das Gremium dem Konzept zu, das nun in der kommenden Woche noch vom Stadtrat abgesegnet werden muss.

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