Stadtentwicklung Bitburger Wahrzeichen: Aus Blech wird Glas

Bitburg · Die Bitburger Brauerei plant seit Langem, den Lagerturm im Norden der Stadt zu renovieren. Nun sollen die Bauarbeiten beginnen. Das Gebäude wird sich komplett verändern.

 Schön ist er ja nicht gerade, der alte Brauereiturm. Aber das soll sich ja schon bald ändern. Foto: Christian Altmayer

Schön ist er ja nicht gerade, der alte Brauereiturm. Aber das soll sich ja schon bald ändern. Foto: Christian Altmayer

Foto: TV/Christian Altmayer

Ein Turm streckt sein Dach aus den Hügeln empor. Das 38 Meter hohe Tanksilo der Bitburger Brauerei ist meist das erste, was Besucher von Bitburg sehen. Der Aluminium-Riese überragt alle anderen Gebäude. Wenn die Bierstadt also so etwas wie ein Wahrzeichen hätte, wäre es wohl der Lagerturm.

Doch das Silo wäre ein Wahrzeichen, das über die Jahre seinen Nutzen verloren hat. Seit den 1990er-Jahren wird es nicht mehr als Bierlager genutzt. Die Blechfassade hat ebenfalls ihre besten Zeiten hinter sich. Zunächst hatte die Brauerei daher geplant, das Gebäude niederzulegen. 2014 änderten sich diese Pläne wieder. Weil es statisch zu riskant schien, das Hochhaus abzureißen, beschloss das Unternehmen, es zu sanieren. Zu sehen war davon bislang wenig.

Dabei laufen die Arbeiten im Inneren bereits seit Jahren (der TV berichtete). Das Silo wurde zwar komplett entkernt. Doch darüber, was dort entstehen wird, hatte die Firma lange Zeit wenig verraten. Büro- und Besprechungsräume sollen dort gebaut werden, hieß es kurz und knapp.

Nun gibt es neue Informationen. Wie Sprecherin Katharina Dehnke auf Anfrage des TV mitteilt, werden in dem 13 Stockwerke hohen Gebäude „150 hochmoderne Arbeitsplätze“ entstehen. Unter „hochmodern“ versteht der Weltkonzern offenbar auch das Vorhalten von Räumen, die nicht direkt mit der Arbeit zu tun haben. So werden für die Mitarbeiter nicht nur Büros gebaut, sondern auch ein Fitnessstudio, Konferenz- und Schulungsräume.

Auch eine Terrasse auf dem Dach ist geplant, wie auf der Internetseite des beauftragten Architektenbüros zu lesen ist. Das alte Kino werde zu einem „multifunktionalen Veranstaltungsraum“ umgebaut. Die Firma bietet den Angestellten also ganze Geschosse für Sport und Freizeit. Solche Annehmlichkeiten kannte man lange nur von den großen Technik-Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley. Doch längst schauen sich auch deutsche Unternehmen etwas von Facebook, Google und Co. ab – die Bitburger Gruppe liefert dafür ein weiteres Beispiel.

Wie diese Riesen will auch die Brauerei ihre Angestellten künftig zentral an einem Ort wissen – und der liegt im Norden der Bierstadt. An den Rechnern sollen in dem Turm nämlich die Mitarbeiter sitzen, die ihre Büros in der Peripherie hatten. Dabei können ihnen die Bitburger wohl ab Anfang 2019 zusehen.

So lange wird es voraussichtlich dauern, bis Arbeiter die Blechverkleidung abmontiert haben. An ihre Stelle soll eine Glasfassade treten. Wie das aussehen wird, lässt sich auf der Homepage des Architekturbüros erkennen. Eine Computergrafik zeigt, dass die Form des Turms gleich bleibt – aber statt aus Blech soll die ganze Front aus Glas bestehen. Der Bau auf dem Bild erinnert an eines der modernen Glas-Hochhäuser, die man aus New York oder Shanghai kennt – nur eben etwas kleiner. Solarzellen an der Fassade sollen Strom produzieren.

Klar, dass Geschäftsführer Jan Niewodniczanski da von einem komplexen Projekt spricht. Der Umbau sei jedenfalls sicherlich kein Routinefall – was zum einen an der Höhe des Gebäudes und zum anderen am Brandschutz und der Arbeitssicherheit liege, wie die Unternehmenssprecherin auf TV-Nachfrage mitteilt. Aber bedeutet komplex bei Bauvorhaben nicht auch teuer? Über die Kosten der Sanierung will die Firma unserer Zeitung jedenfalls keine Auskunft geben.

Während der Bauarbeiten wird die Brauerei den Durchgang zwischen dem Görenweg und der Römermauer sperren lassen. Abgeschlossen sein werden sie frühestens Ende 2018.

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