Bitburger Cascade-Bad: Brandschutz wird erneuert

Bitburger Cascade-Bad: Brandschutz wird erneuert

Am Brandschutz führt kein Weg vorbei. Rund 1,3 Millionen Euro werden 2018 ins Bitburger Cascade-Bad investiert. Aber damit ist es nicht getan.

Bei der Summe darf man schon mal schlucken. Aber besser nicht das Wasser aus dem Schwimmbecken. Im Bitburger Cascade-Bad muss der Brandschutz auf Stand gebracht werden. Rund 1,8 Millionen Euro wird das die Stadt kosten. Das Ganze wird aufgeteilt auf zwei Jahre. 2018 werden gut eine Million Euro für Brandschutz und knapp 300 000 Euro für Sanierungsarbeiten investiert. 2019 stehen noch mal Brandschutzarbeiten für rund 540 000 Euro an.

Das Bad ist für die Stadt nicht nur Attraktion, sondern auch ein Kostenklotz. Jahr für Jahr muss der Betrieb mit mehr als 650 000 Euro bezuschusst werden. Und dann gibt es in dem 22 Jahre alten Cascade einen Sanierungsstau. Doch zunächst, so hat es der Stadtrat einstimmig beschlossen, geht es erst mal um das Allernötigste: Brandschutz.

"Wenn man in einem bestehenden Gebäude mit so viel Technik den Brandschutz aufpäppeln muss, kommt einiges zusammen", sagt Elfriede Grewe, Geschäftsführerin des Bads. Darüber hinaus werden zusätzlich einige Sanierungsarbeiten erledigt: "Wenn wir die Decken aufmachen müssen, um dort die Leitungen für eine neue Sprachdurchsage-Anlage zu installieren, werden wir die Decken in einem Zuge auch erneuern."

Zudem sollen in der Umkleide Handwaschbecken eingebaut werden. "Das haben sich Gäste gewünscht, weil man nach dem Frisieren oder Schminken sich dort nicht die Hände waschen kann", sagt Grewe. Schäden am Putz sollen ausgebessert werden. Aber der Großteil der 300 000 Euro wird hinter den Wänden verbaut. "Es geht im Kern um die Anlagen zur Wärmeversorgung, Lufttechnik sowie Wasser und Abwasser", sagt Grewe. Der Gast sieht von diesen Investitionen nichts. Gemacht werden muss es trotzdem.

Einer der größten Posten beim Brandschutz ist die Anlage für Durchsagen, die auch im Brandfall funktionieren soll. Und dann werden Brandschutztüren eingebaut und Starkstromanlagen besonders gesichert. Ist das Bad denn so, wie es jetzt da steht, bedenklich? "Nein, natürlich nicht", sagt Grewe. Aber die Vorgaben beim Brandschutz sind Gesetz: "Da hat es im Laufe der Zeit eine Menge Entwicklungen gegeben. Da führt kein Weg dran vorbei. Das müssen wir machen."

Geplant ist, mit den Bauarbeiten nach den Sommerferien 2018 zu beginnen. Grewe geht davon aus, dass die Arbeiten etwa zwei Monate dauern werden: "Für die Zeit müssen wir Erlebnisbad und Sauna schließen. Aber das Freibad läuft weiter." Da die Ferien früh sind und schon im August enden, hofft Grewe, dass man so zumindest mit einer guten Freibadsaison den Ausfall durch die zweimonatige Schließung begrenzen kann. Sie ist froh, dass die Sache nun in Angriff genommen wird, auch wenn das für 2018 mit Verlusten einhergeht.

Sind Hallen- und Saunabereich zwei Monate zu, fehlen dem Cascade im Schnitt 20.000 Besucher - und damit rund 100 000 Euro in der Jahresbilanz. Denn die Gäste - 210 000 werden es voraussichtlich Ende 2017 sein - sind die Haupteinnahmequelle des Bads. Darauf verzichtet die Cascade-Chefin nur ungern. Aber es geht nicht anders.
"Seit wir die Sauna 2014 renoviert haben, überlegen wir, wie wir Brandschutz und weitere Sanierungsarbeiten takten", sagt Grewe. Das Bad komplett ein Jahr zu schließen, komme nicht in Frage. Also wurde in Abschnitten geplant. Auch wenn 2018/19 der Brandschutz - "Priorität 1" - erledigt ist, bleibt das Cascade Baustelle.

Unter "Priorität 2" sind für die nächsten fünf bis zehn Jahre mehr als 120 Einzelpositionen aufgelistet, die in den kommenden fünf bis zehn Jahren angegangen werden sollen. Kosten: 2,1 Millionen Euro. Da sollen vor allem die Fliesen im Schwimmbadbereich erneuert sowie Umkleidekabinen und Duschen im Schwimmbadbereich neu gestaltet werden. Auch der Eingangsbereich bekäme dann eine neue Optik. Aber dieses Paket ist noch nicht beschlossen.
Es steht nur, ebenso wie das Paket "Priorität 3" - 1,2 Millionen Euro schwer -, schon mal zur Übersicht bereit. Ratsmitglieder hatten das gefordert, damit sie in etwa im Blick haben, was da noch alles so kommen könnte. Unter Priorität 3 geht es - in den nächsten 15 bis 20 Jahren - um die Außenfassade und abermals um die Erneuerung technischer Anlagen.

"Das ist wie mit einem alten Auto", sagt Grewe, "da ist immer irgendwas dran zu tun." Nur ist das alte Cascade-Auto eben ein richtig schwerer Brummer. Und damit der nicht irgendwann gegen die Wand fährt, wird die Stadt wohl weiter Jahr für Jahr investieren und das Minus im Betriebsergebnis ausgleichen müssen. Da würde man gerne in Geld schwimmen, aber Bitburg badet im Cascade weiter in Verlusten.
Kommentar

Das sollte Bitburg der Spaß wert sein

Das Bitburger Cascade-Bad ist mit mehr als 210 000 Besuchern eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen im Eifelkreis. Trotzdem ist damit kein Geld zu verdienen. Im Gegenteil: Bäder sind für die Kommunen landauf landab Kostenklötze. Eine Schließung kann aber nicht die Lösung sein! Stadt und Umland wären um ein gutes Stück ärmer. Wer ähnlich denkt, sollte das Cascade nutzen. Jeder Besucher trägt zum Betriebsergebnis bei - und zeigt, dass das Bad seine Berechtigung hat. Fehlen irgendwann die Gäste, wird es eng. Richtig eng. Denn mit den Jahren werden die Instandhaltungskosten eher steigen als sinken. Ein starkes Bad braucht starke Besucherzahlen!

d.schommer@volksfreund.de

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