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Bitburger Händler entwickeln lokale Shopping-Plattform

Wie Corona Gewerbetreibende zusammenschweißt : Handel entwickelt lokales Shopping-Portal

Die Idee: Bitburger Geschäfte präsentieren ihre Produkte auf einer Internetplattform, wo Kunden per Mausklick einkaufen können. Das Ganze soll am Samstag in einer Testversion online gehen.

Die neue Frühjahrsmode, Schuhe, Bücher, Fernseher, Spielzeug, Haushaltswaren oder Kunst: Was Bitburgs Händler normalerweise in ihren Geschäften bieten, soll Ende der Woche auch im Internet zu finden sein. Und zwar auf der lokalen Plattform „Shopping Bitburg“.

Die Idee dazu stammt aus der Vulkaneifel, wo Alexander Peifer von der Firma VOAP eine solche Plattform entwickelt. Kaum hatte der Bitburger Marketingfachmann Heiko Jakobs davon Wind bekommen, setzte er sich daran, in Zusammenarbeit mit Peifer das auch für den Bitburger Handel an den Start zu bringen. Dafür galt es zunächst, mal eine Handvoll Mitstreiter unter den Geschäftsleuten zu finden, die bereit sind, mitzumachen. „Wir wollen an Ostersamstag mit einer Testversion online gehen und die wird dann sukzessive weiterentwickelt“, sagt Jakobs, der das Projekt ehrenamtlich betreut.

Das bedeutet: Es wird klein angefangen mit fünf Händlern, die die Bereiche Haushaltswaren, Deko, Schuhe, Mode, Kunst und Elektronik abdecken. Dann wird im laufenden Betrieb weiter verbessert und verfeinert. „Und natürlich ist es unsere Hoffnung, dass sich mehr und mehr Geschäftsleute an der Plattform beteiligen und wir ein richtig pralles Angebot präsentieren können, das wie ein virtueller Rundgang durch die Innenstadt ist“, sagt Jakobs.

Das System funktioniert wie die Plattformen der großen Anbieter auch: Man surft durch die einzelnen Kategorien, packt das, was einem gefällt in einen virtuellen Warenkorb und geht dann zur Kasse. Bezahlt werden soll dann mit Kreditkarte oder Paypal – wie sonst auch im Internet üblich. Und was die Lieferung angeht, ist nun der Verein Alibi Bitburg mit an Bord, ein Projekt für Langzeitarbeitslose.

Genau an dieser Stelle sieht Jakobs einen großen Vorteil der lokalen Plattform: „Unser Anspruch ist es, dass wir, je nachdem, wann bestellt wird, noch am gleichen, spätestens aber am Folgetag die Ware liefern.“ Was dann deutlich schneller wäre als bei Amazon & Co.

Läuft die Sache erst mal richtig an, soll diskutiert werden, ob auch Händler weiterer Orte mit dazukommen können und das Ganze auch nach Corona bestehen bleibt. „Händler könnten die Plattform dann als Verlängerung ihrer Ladentheke sehen und Ware anbieten, für die sie in ihren Läden keinen Platz haben. Zudem wäre es möglich, dass Kunden abends online bestellen und ihren Einkauf am Folgetag im Geschäft abholen.“ Auch wenn zum Start noch nicht alles perfekt ist, findet es Jakobs wichtig, jetzt loszulegen: „Wir müssen das probieren. Und jetzt ist die Not da, die Zeit und auch die Solidarität.“ So sehen das auch die Geschäftsleute, die bei der Startversion mitmachen:

Anita Hein, Kunstecke: „Uns hat die Idee begeistert. Wir wollen einfach was tun, um für unsere Kunden präsent zu bleiben. In den vergangenen Wochen war das für uns wie ein Schockzustand, dieses Gelähmtsein. Jetzt packen wir es an.“

Petra Solchenbach, Solche Schuhe: „Für uns alle ist das Neuland, aber auf jeden Fall einen Versuch wert. Ich habe mich tagelang wie in einem Vakuum gefühlt. Wir wollen was machen. Und vielleicht bringt das sogar ein bisschen Umsatz.“

Heike Simon-Becker, Mia Mode: „Mir gefällt die Idee, sich als Stadt gemeinschaftlich zu präsentieren. Das ist für uns alle eine tolle Werbeplattform. Auch unabhängig von Corona.“

Michael Döhr, Elektro Kurth: „Wir haben uns sofort dafür entschieden, mitzumachen. Wir möchten in der aktuellen Situation präsent bleiben und weiterhin für unsere Kunden in einem etwas anderen Rahmen erreichbar sein.“

Die Seite www.bitburg-shopping.de geht an Ostersamstag online. Dort präsentieren sich zum Start fünf Händler. Weitere sollen dazukommen. Wer es sich ansieht, solltebedenken, dass der Weg beim Gehen entsteht und nicht gleich alles perfekt ist, sondern Tag für Tag weiter entwickelt wird.