Bitburger Haus der Jugend als gelungenes Beispiel

Trier/Bitburg · Der Begriff ist neu, die Idee, die dahintersteckt, nicht: Unter Inklusion versteht man, dass Menschen mit Handicap in die Gesellschaft integriert werden. Wie das geht, macht das Bitburger Haus der Jugend vor.

 In Bitburg wird es vorgemacht: Behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche treiben zusammen Sport. Foto: privat

In Bitburg wird es vorgemacht: Behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche treiben zusammen Sport. Foto: privat

Trier/Bitburg. Rollstuhlfahrer werden über den Sportplatz geschoben. Kinder mit Downsyndrom basteln mit gesunden Schülern. "Chancen nutzen, Stärke zeigen. Möglichkeiten und Grenzen der Inklusion" heißt eine Fachtagung der Katholischen Akademie Trier in Kooperation mit der Lebenshilfe Trier im Robert-Schuman-Haus in Trier. Ein gelebtes Beispiel funktionierender Inklusion zeigt das Haus der Jugend in Bitburg, wie bei der Tagung zur Sprache kam.
Inklusion - zu Deutsch: Einschluss - das ist der Fachbegriff für den neuen Umgang mit Behinderten. Bislang konzentriert sich das Angebot häufig eher auf Spezialeinrichtungen, in denen behinderte Menschen weitgehend unter sich bleiben. Aber Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf umfassende Teilhabe mitten in der Gesellschaft.
"Wir müssen unsere Vorbehalte, Barrieren und Berührungsängste abbauen, nicht die behinderten Schülerinnen und Schüler", sagt Sportlehrerin Renate Richartz vom St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg. Sie arbeitet eng mit dem Haus der Jugend zusammen und koordiniert die Veranstaltungen der Sport-Behinderten-Arbeitsgemeinschaft (Sport-BAG). Die Einrichtung in Trägerschaft des Bistums Trier ist die zentrale Anlaufstelle vieler Jugendlicher.
"Wir wollen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche schaffen, möchten sie zur Mitbestimmung befähigen und zur Eigenverantwortung führen", erklärt Sozialpädagoge Torsten Hauer das Konzept: "In den Arbeitsgemeinschaften treffen sich Jugendliche mit und ohne Behinderung, um miteinander ihre Freizeit zu gestalten. In der Sport-AG treffen sich beispielsweise gesunde und behinderte Schüler, um zusammen Fußball, Basketball oder Hockey zu spielen." Durch die Kooperation mit dem Gymnasium und der Förderschule St. Martin sei der Zuspruch groß. Die 18-jährige Maike Reißdörfer weiß "jetzt vielmehr zu schätzen, dass ich selbstständig bin und alles alleine machen kann". red
Weitere Infos zum Haus der Jugend gibt es unter Telefon 06561/7809, per E-Mail unter hdj-bitburg.de und im Internet unter www.hdj-bitburg.de

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