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Bitburger Initiative sammelt alte Handys

Aktion gegen Kinderarbeit und Umweltverschmutzung : Bitburger Initiative sammelt alte Handys

Geschätzt 124 Millionen alte Mobiltelefone liegen ungenutzt in deutschen Haushalten herum. Dabei könnten Hilfsorganisationen, wie die Ehrenamtler vom Alasitas-Laden, damit  noch Gutes tun.

(cha) Glatt und sauber sehen sie aus, unsere Handys und Tablets, Laptops und Computer – modern und harmlos. Doch der Eindruck täuscht. Denn an einem großen Teil der sogenannten „smarten“ Technik, ohne die viele sich ihr Leben gar nicht mehr vorstellen könnten, klebt Blut. Menschenrechte werden beim Abbau von Rohstoffen in Entwicklungsländern mit Füßen getreten, Arbeiter in der Produktion ausgebeutet.

Etwa im Osten des Kongo, wo der für Smartphones wichtige Rohstoff Coltan geschürft wird. Wo Milizen und Gewalt regieren und teils Kinder zum Schuften gezwungen werden. Oder in Asien, wo Arbeiter zehn bis zwölf Stunden für einen Hungerlohn Mobiltelefone zusammenschrauben. Und auch die Schäden für die Umwelt sind längst nicht mehr zu leugnen, wenn in Afrika Regenwälder für Minen abgeholzt werden.

Das ist nichts Neues, auch für die Deutschen nicht. Auf den Konsum haben all die Schlagzeilen der vergangenen Jahre allerdings kaum einen Einfluss genommen. Der Trend geht weiter zum neuen Handy. Während geschätzt rund 124 Millionen alte Exemplare in Schubladen verstauben.

„Zumindest mit diesen Altgeräten“, sagt Marielle Langenfeld von der Initiative Bitburg für eine Solidarische Welt, „könnten die Leute aber doch etwas Gutes tun.“ Und sie spenden, etwa im Bitburger Alasitas-Geschäft in der Fußgängerzone. Ein Angebot, das derzeit noch zu wenig genutzt wird, wie Langenfeld sagt, wenngleich bei unserem Besuch zumindest eine Handvoll alter Telefone im Schuhkarton vor der Theke liegt. Der Zweck der Aktion: Zum einen können Rohstoffe wie Cobalt und Gold aus den Mobiltelefonen  recycelt werden. Damit kann man den umweltschädlichen und ausbeuterischen Abbau weiteren Materials bremsen. Zum anderen kommt der Erlös der wiederverwerteten Teile Familien in der Demokratischen Republik Kongo zugute. Das Geld, sagt Langenfeld, fließe etwa in Traumazentren im gebeutelten Osten des afrikanischen Landes.

Die Idee stammt vom Internationalen Katholischen Missionswerk Missio in Aachen.

Der Fairtrade-Laden in Bitburg ist seit 2017 eine der wenigen Abgabestellen in der Region. Weitere sind die Diözesanstelle „Weltkirche“ in Trier, der „Eine-Welt-Laden“ in Wittlich und das Gymnasium Traben-Trarbach.
Abgegeben werden können die Geräte von montags bis samstags, zwischen 11 bis 15 Uhr im Alasitas-Laden in Bitburg. Bevor sie in der Box landen, sollten die Spender allerdings die Datenträger entfernen. Das heißt: Sim- und Speicherkarten aus den Handys ziehen. Zudem bittet die Bitburger Initiative darum, die Handys samt Akku und Rückschale in einen gepolsterten Umschlag zu legen. Lose Akkus sollten abgeklebt werden.