Bitburger Land kommt in die Gänge

Umwelt : Bitburger Land kommt in die Gänge

Die Tourist Information Bitburger Land plant, neue Spazierwege zu schaffen. 29 Dörfer wollen bei den „Bitburger Landgängen“ mitmachen. Doch sie werden wohl nicht alle vom Fördergeld der EU profitieren können.

Die Eifel ist eine Wanderregion. Die meisten Touristen wollen sich hier die Beine vertreten. Wanderpfade sollte es also  genug geben. Trotzdem will die Tourist Information Bitburger Land  im wahrsten Sinne des Wortes neue Wege gehen. Denn eines fehle in der Eifel noch, sagt Geschäftsführerin Maria Arvanitis: gut ausgebaute Spazierwege für Einheimische. Wenn es Strecken gebe, seien diese oft schlecht befestigt oder dürftig ausgeschildert: „Es ist schon Ortskunde notwendig, um nur eine Runde ums Dorf zu drehen.“

Das soll sich bald ändern. Anfang Dezember startete die Tourist Information Bitburger Land das Projekt „Bitburger Landgänge“ (der TV berichtete). Mit Fördergeld aus dem Leader-Programm der EU wollen die Planer neue Rundwege in der Verbandsgemeinde ausbauen. Dienen sollen sie ausdrücklich nicht dem Wandersport, sondern der Naherholung. Die Routen werden zwischen zwei und zehn Kilometern lang sein, leicht begehbar, unverlaufbar, gut erreichbar. Sie können „typisch Eifel“ sein, müssen sie aber nicht. Sonst gibt es nur noch eine wichtige Vorgabe:

Die EU will nur den Ausbau von 100 Kilometern Strecke bezahlen. Danach ist erstmal Schluss mit Zuschuss. „Es wird also nicht jedes Dorf einen eigenen Weg bekommen“, erklärt Arvanitis. Womöglich werde nicht mal jeder Ort profitieren, der Interesse hat. Eine Auswahl der Vorhaben wird aber erst nach den Workshops im Februar getroffen. Dort sollen zunächst mal Ideen gesammelt werden.

29 Dörfer haben sich bislang dafür angemeldet (Siehe Info). VG-Bürgermeister Josef Junk nennt das einen „guten ersten Anlauf“. Er  und Arvanitis rechnen aber damit, dass noch mehr Dörfer hinzukommen werden. Die teilnehmenden Dörfer stammen aus allen Ecken der VG.  „Manche haben schon die tollsten Ideen, andere wollen sich erstmal anhören, was möglich ist“, sagt Arvanitis.

Der Gransdorfer Ortsbürgermeister Friedebert Spoden hat bereits zwei Wege im Auge, die sich als „Landgänge“ eignen könnten. Einer führt an der Grillhütte vorbei durch den Wald, der andere rund ums Dorf. Er würde sich wünschen, dass die Wirtschaftswege durch eine neue Beschilderung und Bänke aufgewertet werden. „Ob wir eine Chance haben, ist natürlich noch nicht klar“, sagt Spoden. Andere Dorfchefs, wie der Idesheimer Klaus Idesheim und der erste Beigeordnete von Trimport Jörg Otten wollen sich „beim Workshop erstmal anhören, was die zu sagen haben, was sie bieten und was sie verlangen.“

Denn mit einem „Landgang“ kommt eine Verpflichtung. Die Planungskosten, die sich ein Ingenieurbüro macht, übernimmt zwar die VG, 70 Prozent der Ausbaukosten die EU. Aber die Gemeinde, die einen der neuen Spazierwege bekommt, muss für die Pflege der Route sorgen. Zu Beschilderung und der Anschaffung von Bänken sollen sie einen Eigenanteil beitragen.

Doch nicht nur aus diesem Grund sind manche Dorfchefs skeptisch. Der Wißmannsdorfer Ortsbürgermeister Rudolf Winter findet es für seinen Ort zum Beispiel auch problematisch, dass die Wege befestigt sein müssen. Wißmannsdorf liege im Naturpark Südeifel und der „lege aus Umweltschutzgründen Wert auf wenig Asphalt“. Winter werde aber, wie er sagt, trotzdem am Workshop teilnehmen. Sein Bausterter Kollege Udo Brück habe seine Gemeinde hingegen „bewusst nicht angemeldet“. Der Grund: „Wir haben so viele Wanderwege. Wenn noch welche hinzukommen, wird das zu verwirrend.“

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