Bitburger lassen Prümern gerne den Vortritt

Bitburger lassen Prümern gerne den Vortritt

BITBURG. Wann ein Rheinland-Pfalz-Tag in Bitburg stattfinden soll, ist derzeit offen. Der Hauptausschuss der Stadt wird am Mittwoch über die Ausrichtung entscheiden. Die Verwaltung schlägt einen Termin frühestens im Jahre 2010 vor. Prüm soll Gastgeber der Veranstaltung 2009 sein.

Trier, Koblenz oder Wittlich haben ihn schon ausgerichtet, Prüm will und soll ihn im Jahr 2009 ausrichten, Bitburg will ihn dann doch nicht vor dem Jahr 2010 veranstalten. Das ist derzeit Stand der Diskussion in Sachen Rheinland-Pfalz-Tag vor der Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Bitburg am Mittwoch. Dort wird dann über das Landesfest gesprochen, bei dem durchaus auch schon einmal 300 000 Besucher in der Ausrichterstadt zu Gast sind. Bereits 2004 hatte die Stadt grundsätzliches Interesse an der Ausrichtung des drei Tage dauernden Landesfests signalisiert. Damals waren 2007 und 2008 als mögliche Ausrichtungstermine genannt worden. Aufgrund der Haushaltslage wollen die Bitburger jedoch nun nicht vor 2010 das Fest ausrichten. Als ob noch nicht genug Jahreszahlen herumschwirren, steht nun auch noch der Rheinland-Pfalz-Tag im benachbarten Prüm ins Haus. Die Abteistädter haben bereits im Herbst 2006 in ihrem Stadtrat einen Beschluss gefasst, sich um die Ausrichtung im Jahr 2009 zu bewerben. Eine entsprechende Zusage wollte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy noch nicht bestätigen, da noch nichts Schriftliches vorliege. Mit dem Landesfest in Prüm wäre Bitburg raus aus dem Rennen, da laut Sitzungsvorlage für den Ausschuss die Bierstadt der Abteistadt keine Konkurrenz machen will. Gleich mehrere Gründe schiebt die Verwaltung zudem nach, warum in zwei Jahren das Landesfest anderenorts stattfinden soll. So werde von Juni bis August 2007 erstmals ein Kinder- und Jugend-Kultur-Sommer Eifel von der Kulturgemeinschaft Bitburg und der Kulturburg Dudeldorf veranstaltet. Dabei soll eine hochkarätige Veranstaltung auf dem Niveau des Eifel-Literatur-Festivals geschaffen werden, die im Zweijahres-Rhythmus stattfinden soll. 2009 wäre damit der Termin für die zweite Auflage. Aufgrund der aufwändigen Organisation sollen deshalb eher gerade Jahre als Termin für den ebenfalls aufwändig zu organisierenden Rheinland-Pfalz-Tag in Frage kommen. Ebenfalls viel zu organisieren gibt es laut Stadtverwaltung auch, weil 2009 ein Super-Wahljahr werden wird. Kommunalwahl, Landratswahl, die Wahl zum Europäischen Parlament und vermutlich die Bundestagswahl stehen dann ins Haus. Nach Ansicht der Verwaltung ist aufgrund der Personalsituation eine zeitgleiche Organisation eines Rheinland-Pfalz-Tages nicht zu bewältigen. Die neue Stadthalle auf dem Brauereigelände soll ein weiterer Grund dafür sein, dass Bitburg erst einmal auf die Ausrichtung verzichtet. 2009 wird das erste Jahr des Betriebs der neuen Halle sein. Um diese mit Leben zu füllen, wird die Stadt Geld in die Hand nehmen müssen, um Veranstaltungen auf die Beine stellen zu können. Veranstaltung kostet mindestens 200 000 Euro

Die zu erwartenden Kosten für die Stadt in Höhe von mindestens 200 000 Euro für das Landesfest sind ebenfalls Punkt für die abwartende Haltung. So habe das in der Größe vergleichbare Bad Ems für die Veranstaltung 2005 unterm Strich rund 285 000 Euro gezahlt, teilt die Verwaltung mit. Darin enthalten sind Kosten für ein Dutzend Bühnen, zwei Tribünen für den Festzug, Strom und Wasser, Sicherungsdienste, Verpflegung der Zugteilnehmer und die Ausstellungen. Für das Europäische-Folklore-Festival sollen im Veranstaltungsjahr keine Kosten entstehen. Es soll im Jahr des Rheinland-Pfalz-Tags ausfallen. Schließlich findet das Folklore-Festival im Juni statt, im Zeitraum Mai/Juni feiert sich auch das Land.

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