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Bitburger Parkhaus vor Abriss Untersuchungen laufen noch

Archiv Mai 2019 : Prüfende Blicke in Beton

Dass das Bitburger Parkhaus Annenhof abgerissen und durch ein neues und größeres Gebäude ersetzt werden soll, ist beschlossene Sache. Wie lange sich das noch hinauszögern lässt, wurde nun untersucht.

Akut einsturzgefährdet ist das Gebäude nicht. Ansonsten wäre es längst geschlossen. Anfang des Jahres nämlich wurde das Parkhaus Annenhof im Rahmen der Hauptuntersuchung geprüft. Auf sämtlichen Etagen des Gebäudes wurde an den unterschiedlichsten Stellen Beton weggeschlagen, um zu sehen, in welchem Zustand die Stahlbauteile darunter sind. Dabei kam einiges an Rost zum Vorschein, doch nichts, dass so gravierend ist, dass umgehend gehandelt werden müsste.

„Vom Parkhaus geht derzeit in keiner Weise eine Gefahr aus“, versichert Bernd Goeblet, Leiter der Stadtwerke Bitburg. Das hätten die nun vorliegenden Ergebnisse der Untersuchung gezeigt. Wie diese Ergebnisse aussehen, dazu könne er derzeit aber noch keine Auskunft geben, da darüber zunächst die städtischen Gremien informiert würden, erklärt Goeblet. Soviel aber könne er sagen: „Die nächsten zehn Jahre wird das Parkhaus ganz sicher nicht mehr stehen bleiben.“ Letzteres ist auch nicht geplant. Schließlich ist der Abriss der Anlage neben dem Bitburger Krankenhaus beschlossene Sache.

Das marode, Anfang der 80er Jahre errichtete Gebäude soll verschwinden, um an gleicher Stelle ein neues und auch größeres Parkhaus zu bauen. Statt derzeit 216 Plätzen soll es dann zukünftig 330 Plätze geben. 4,6 Millionen Euro sind für dieses Projekt veranschlagt. 2021 soll das alte Haus abgerissen werden und 2023 das neue fertiggestellt sein. Das zumindest ist der Plan beziehungsweise das, was im Investitionsprogramm der Stadt festgehalten wurde.

Ob es dabei bleibt oder aber das Projekt zeitlich vielleicht doch noch etwas verlagert wird, hängt zum einen von der Verkehrstüchtigkeit des Parkhauses ab, aber auch von anderen Bauprojekten in der Innenstadt. So stehen in diesem und in den kommenden Jahren noch die Umgestaltung der Plätze Grüner See und Am Markt sowie des Umfelds der Liebfrauenkirche an. Die dort vorhandenen Parkplätze werden deshalb während der Baumaßnahmen fehlen.

Und dann ist da noch die Bit-Galerie. Wann genau das geplante Projekt zwischen Bedaplatz und der Ecke Trierer Straße/Karenweg starten soll, ist derzeit zwar noch nicht bekannt. Doch wenn es damit endlich los geht, werden auch dort vorrübergehend einige Parkplätze verschwinden.

Sollten sich der Bau der Bit-Galerie, die Umgestaltung der drei innerstädtischen Plätze und der Abriss und Neubau des Parkhauses also zeitlich überschneiden, so hätte die Stadt ein Parkplatzproblem. „Wir werden natürlich versuchen, die Sache mit dem Parkhaus so zu koordinieren, dass nicht in allen Ecken der Stadt gleichzeitig gebaut wird“, sagt der Leiter der Stadtwerke.

Von einer vorübergehenden Knappheit an Parkplätzen betroffen sein werden aber nicht nur diejenigen, die die Innenstadt zum Einkaufen oder Arbeiten ansteuern, sondern auch die Menschen, die dort wohnen. Von den 216 Stellplätzen des Parkhauses Annenhof  stehen allein 67 den Anwohnern des Umfelds zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es sowohl im Parkhaus Annenhof als auch im Parkhaus Neuerburger Straße und in der Tiefgarage am Zentralen Omnibusbahnhof (Zob) vermietete Plätze. Und der Bedarf an diesen Stellflächen ist größer als das Angebot. Laut Goeblet stehen derzeit für die drei Anlagen insgesamt 47 Interessenten auf der Warteliste. Davon warten 23 auf einen Mietplatz im Parkhaus Annenhof.

„Bei der Vergabe der Mietverträge werden unterschiedliche Mietmodelle angeboten“, erklärt Goeblet. So bestehe die Möglichkeit, einen Platz dauerhaft, also rund um die Uhr, oder aber nur zeitweise (6 bis 14 Uhr, 7 bis 19 Uhr oder 19 bis 7 Uhr) zu mieten. Fest zugeordnete Stellplätze gibt es dabei aber nicht. „Aus diesen unterschiedlichen Nutzungsarten ergibt sich die Möglichkeit, dauerhaft zirka 70 bis 80 Prozent der verfügbaren Stellplätze mit Dauermietverträgen zu belegen und trotzdem stets ausreichend Plätze für Wechselparker verfügbar zu haben“, erklärt der Chef der Stadtwerke.

Dass es bislang noch keine Engpässe gab, hängt womöglich auch damit zusammen, dass die Zahl der Kurzparker in den beiden Parkhäusern und der Tiefgarage nicht steigt, sondern tendenziell rückläufig ist. Wurden 2010 in den drei Einrichtungen insgesamt noch 25 862 Kurzparker erfasst, waren es 2018 nur noch 19 697. Dennoch ist das Parkhaus Annenhof die mit Abstand am meisten genutzte Anlage. Im vergangenen Jahr gab es dort mehr als 15 000 Belegungen mit Kurzzeitparkern. In der Tiefgarage am Zob waren es lediglich 1875.