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Bitburger Rentner produziert jährlich 400 Gläser Marmelade für den guten Zweck

Bitburger Rentner produziert jährlich 400 Gläser Marmelade für den guten Zweck

Ein ehemaliger Bäcker, der seit 15 Jahren mit selbstgekochter Marmelade Spenden sammelt, hat schon 35.000 Euro zusammengebracht. Den Erlös aus der Spendenaktion 2016 hat er diese Woche an die Behindertenwerkstätten der Lebenshilfe überreicht.

Sie schmeckt raffiniert und sie gleich löffelweise zu essen, ist keine Sünde - ganz im Gegenteil: Wer sich Josef Benicks selbstgemachte Marmelade schmecken lässt, tut mit Sicherheit ein gutes Werk. Denn der 66-jährige Bitburger gibt seine selbstgemachte Marmelade schon seit 15 Jahren gegen Spendengeld ab, um mit dem Erlös soziale Projekte zu fördern. "Mit den Spenden, die ich für meine selbstgekochte Marmelade eingesammelt habe, sind mittlerweile 35.000 Euro zusammengekommen", sagt der Rentner, der früher als Bäcker gearbeitet hat. Erst in dieser Woche hat er den Behindertenwerkstätten der Lebenshilfen Bitburg, Daun und Prüm einen Scheck in Höhe von 2200 Euro überreicht.

400 Gläser im Jahr

"Dafür habe ich 2016 wieder 350 bis 400 Gläser Marmelade gekocht", erzählt der Rentner. Die Produktion läuft immer vor Weihnachten in der heimischen Küche an. "Da gehen immer vier oder fünf Tage bei drauf", sagt Benick. Doch eine spezielle technische Anlage für solch eine Massenproduktion hat er nicht. Nur einen Elektroherd mit vier Platten, einen 10-Liter-Topf und eine Schöpfkelle. "Pro Tag koche ich dann etwa fünf Töpfe oder schon mal mehr."

Der Großteil der Marmeladengläser gehe an Bitburger Firmen, erklärt Benick, die damit ihren Kunden fruchtige Weihnachtsgrüße ausrichten. "Die Früchte und den Gelierzucker bekomme ich von Bitburger Supermärkten gesponsert", sagt der Marmeladenkoch. "Im Winter geht das natürlich nur mit Tiefkühlfrüchten. Frische Erdbeeren würden da ja ein Vermögen kosten". Auch die Gläser bekommt er spendiert.

Sein Geheimrezept? "Das möchte ich eigentlich nicht verraten, aber egal, schreiben Sie es. Es ist sowieso noch ein Trick dabei: In meine Marmelade kommen Himbeeren, Erdbeeren, Rhabarber, Gelierzucker im Verhältnis zwei zu eins und abgeschmeckt wird mit Vanille." Das sei das beste Marmeladenrezept der Welt, sagt Benick. An diesem Rezept habe er lange Jahre getüftelt. "Ich könnte das ganze Jahr über Marmelade kochen. Aber ich muss den Leuten das ausschlagen."

Denn der 66-jährige braucht ja schließlich Zeit, um sich um seine fünf Enkelkinder zu kümmern. "Die haben mich auch auf die Idee mit den Spenden gebracht. Denn wer fünf gesunde Enkelkinder hat - worauf ich mehr als stolz bin -, der muss dankbar sein und sollte von seiner Freude auch etwas abgeben und teilen", meint Benick. Mittlerweile hat er schon recht viel abgegeben: Mit dem Erlös hat er schon viele Bitburger Kindergärten und Schulen unterstützt.

Ein Schuss Karibik

Doch wie kommt er überhaupt zur Marmelade? Die Ursache sei wohl darin zu suchen, dass er zeitlebens als Bäcker gearbeitet hat und morgens nur Marmelade auf dem Brot esse, sagt der Bitburger. "Mit Wurst und Käse kann man mich morgens jagen. Am besten schmeckt mir selbstgemachte Marmelade auf frischen Brötchen mit Butter."

Zu echten Hochformen läuft Benick jedoch im Sommer auf, wenn es frische Mirabellen, Kirschen oder Pflaumen gibt. Dann kommt die private Marmeladenproduktion richtig auf Touren. Ein weiteres Geheimrezept des Spendensammlers: Pflaumenmarmelade mit Jamaica-Rum. Seine Frau Maria sage dazu meist: "Da hast Du aber wieder gut reingeschüttet. Die darfst Du nicht den Kindern geben."

In diesem Jahr will der ehemalige Bäcker aber mal was anderes ausprobieren und für seine aufwendige Spendenaktion nicht den Herd, sondern den Backofen nutzen. Benick: "Dann backe ich Plätzchen."