Bitburger Römer lagern auf der Schlosswiese

Bollendorf · Die Mitglieder der Milites Bedenses hatten am Wochenende rund um Schloss Weilerbach ein antikes Heerlager aufgebaut. Dort gab der Verein für experimentelle praktische Archäologie rund 250 Besuchern einen Einblick in den Alltag römischer Soldaten.

Bollendorf. Die Männer, die vor Schloss Weilerbach patroullieren, tragen Helme, Kettenhemden und sind mit Kurzschwert und Schildern bewaffnet. Einige entspannen am Lagerfeuer vor den weißen Zelten, andere machen sich an einem Katapult zu schaffen. In einem Zelt wird gebacken, in einem anderen gekocht und daneben arbeitet ein Schuster. Man muss kein Fachmann sein, um den römischen Ursprung von Gewändern, Uniformen, Waffen und Ausrüstungsgegenständen zu erkennen. Die Menschen, die die Schlosswiese in Weilerbach am Wochenende in ein Römerlager verwandelt haben, gehören zu den Milites Bedenses, einem Verein der sich der experimentellen Archäologie verschrieben hat. Edgar Comes und Helmut Pleines sind zwei der 13 Mann, die etwa 250 Besuchern zeigen, wie Römer in der Antike gelebt und gearbeitet haben. Comes und Pleines stehen im Küchenzelt und erklären, was sich Römer so schmecken ließen. "Sie haben hauptsächlich süß, sauer, salzig gekocht. Dazu benutzten sie Honig, Essig und Fischsoße", erklärt Edgar Comes, Vorsitzender der Milites Bedenses. Er verfasste 2008 ein "Römerkochbuch" mit überlieferten Rezepten, das mittlerweile in allen deutschsprachigen Museen mit römischer Geschichte ausliegt. Darin sind auch Köstlichkeiten zu finden eine Pinienkernsoße mit hartgekochten Eiern oder "Moretum", eine römische Käsepaste mit Kräutern, Käse und Olivenöl. Antike Bauern allerdings ernährten sich überwiegend von Getreideprodukten - vor allem "Panes" und "Puls", Brot und Getreidebrei gewürzt mit Koriander und Knoblauch. Frisches Gemüse und Fleisch konnten sich nur reiche Römer leisten. Zucker existierte in der römischen Küche nicht. Butter wurde nur für medizinische Zwecke verwendet. Ein Haarnetz aus Schurwolle

Während in der Küche probiert wird, führen Soldaten draußen den Ballistarii vor, den Nachbau eines antiken Katapultgeschützes, das einen Pfeil 400 Meter weit schleudern kann. "Mit dieser Technik können sogar Panzerkörper durchbohrt werden", erklärt Comes. Wera Kupser ist Expertin für Textilien. Sie erklärt, dass Flechttechniken seit der Jungsteinzeit bekannt sind und nur die Materialien variieren. Römische Frauen trugen meist ein Haarnetz aus Schurwolle unterm Strohhut. milites-bedenses.de