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Bitburger setzen bei der Straßensanierung auf

Stadtentwicklung : Die kleine Lösung für das große Problem

Viele Bitburger Straßen und Fußwege sind in einem schlechten Zustand. Weil der Stadt das Geld für aufwendige Sanierungen fehlt, soll das günstigere Patch-Verfahren zum Einsatz kommen. 

300 000 Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr für die Erneuerung von Straßen ausgegeben. 290 000 Euro sind für dieses Jahr im städtischen Haushalt eingeplant. Auf den ersten Blick ist die Größenordnung also die Gleiche. Dass sie das tatsächlich aber nicht ist, wird deutlich, wenn man schaut, wofür die 290 000 Euro eingesetzt werden sollen.

Für Aufträge zur Asphaltsanierung stehen davon nämlich nur 145 000 Euro zur Verfügung, also genau die Hälfte. Der Rest ist für ergänzende Maßnahmen und die  Einrichtung einer städtischen Teerkolonne vorgesehen. So sollen zwei zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden, die sich dann ausschließlich um Reparaturen und kleinere Straßenarbeiten kümmern.

Was die Arbeit am Asphalt betrifft, so dürfte die so schnell nicht ausgehen. Denn in Bitburg gibt es einige Straßen voller Schlaglöcher und Risse. Dazu gehören Abschnitte des Südrings, der Saarstraße und der Prümer Straße, in denen in diesem Jahr auch Sanierungen anstehen, sowie einige Fußwege. Dazu gehören aber auch Straßen, in denen es mit ein wenig Fräsen und einer neuen Deckschicht nicht getan ist – wie beispielsweise die Berliner Straße.

Wie Thomas Flesch, Sachbearbeiter der Stadtverwaltung, kürzlich in der Sitzung des Bauausschusses erklärte, ist in der Berliner Straße „zu wenig Substanz zum Fräsen“. Um dort die gesamte Straße ordentlich zu sanieren, müsse man auch an den Unterbau ran. Und dann werde es richtig teuer. „In der Berliner Straße müssten wir belastetes Material entsorgen, und dafür sind die Kosten mittlerweile extrem gestiegen“, sagt Bauamtsleiter Berthold Steffes und nennt als Ansatz 180 Euro pro Quadratmeter.

Bei einer Länge von über 220 Metern und einer Breite von fünf bis sechs Metern kommt man da auf Kosten von weit mehr als 200 000 Euro. Das jedoch sprengt den Finanzrahmen. Weshalb die Stadt in der Berliner Straße, aber auch in der Lessing- und in der Franz-Mecker-Straße sowie in der Theobald-Simon-Straße und am Stahler Hahnenberg auf eine andere Methode zurückgreift: Dort wird „gepatcht“.

Beim Patchen werden nicht ganze Straßenabschnitte saniert, sondern nur die schadhaften Stellen in einem speziellen Verfahren behandelt. Die Straße sieht danach aus wie ein Flickenteppich und auch die Haltbarkeit ist bei weitem nicht so hoch wie bei einer umfassenden Sanierung.

Dafür aber ist das Patchen deutlich billiger. „Je nach Flächengröße sind das 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter“, erklärt Flesch. Und damit könne man in der Regel einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren überbrücken.

Die eleganteste Lösung ist das zwar nicht, dafür aber eben die günstigste. Statt 200 000 Euro und mehr in eine umfassende Sanierung der Berliner Straße zu investieren – wofür im Haushalt ohnehin kein Geld eingeplant wäre – werden nun für ein Zehntel des Preises die schadhaften Stellen ausgebessert.

Bitburger setzen bei der Straßensanierung auf
Foto: Uwe Hentschel

Dem haben sowohl der Bauausschuss als auch der Stadtrat zugestimmt. Zuzüglich der ebenfalls genehmigten Arbeiten im Südring, in der Saar- und in der Prümer Straße wären damit die 145 000 Euro Budget weitgehend verplant. Weitere kleinere Maßnahmen, die ebenfalls für 2018 auf der Agenda stehen, sind die Sanierung des Fußwegs im Bereich der ehemaligen Edith-Stein-Hauptschule sowie Fugenausbesserungen in der Adrigstraße. Darüber hinaus sollen demnächst auch die noch nicht sanierten Bereiche des Fußwegs zwischen Krankenhausstraße und dem Cascade beziehungsweise der Matthias-Grünewald-Straße erneuert werden. Der Auftrag dazu wurde im vergangenen Jahr vergeben.