Bitburger Sportler klagen über „katastrophale Lage“

Stadt Bitburg lädt zum zweiten Sportgespräch ein : Bitburger Sportler klagen über „katastrophale Lage“

Zu wenige Turnhallen und ein sanierungsbedürftiger Kunstrasen: Vor dem „zweiten Sportgespräch“ schlagen die Bitburger Vereine erneut Alarm. Werden die Experten ihnen geben, was sie wollen?

Es ist eng in Bitburgs Turnhallen. Das beklagen zumindest die Vereine. Dutzende Mannschaften teilen sich wenige Sportstätten mit Schulkindern. Allein der Turnverein Bitburg zählt 1600 Mitglieder, die Trainingsstätten brauchen. Der Vorsitzende Thomas Elgass sagt: „Die Situation ist katastrophal“.Und er ist nicht der einzige. Auch die Bitburger Fußballer sind unzufrieden mit den Sportstätten. Vor allem der in die Jahre gekommene Kunstrasenplatz macht ihnen Sorgen.

Dass es Probleme gibt, hat die Stadtverwaltung erkannt. Und deshalb im Frühjahr 2018 beim Trierer Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) eine Studie in Auftrag gegeben. Für 15 000 Euro versuchen Fachleute seitdem herauszufinden, wer wann wo und wie oft trainiert.

Herauskommen soll am Ende ein Papier, das dem Stadtrat folgende Frage beantwortet: Müssen Hallen und Plätze gebaut, saniert oder aufgegeben werden? Nur auf Basis eines solchen Konzeptes kann die Stadt Fördergeld beim Land beantragen. Und darum geht es bei dieser Chose letztlich auch  für die finanziell schwache Kommune.

In den vergangenen Monaten haben die Experten des ISE Politiker, Bürger und Sportvereine befragt. Bei einem ersten „Sportgespräch“ im Dezember kamen Bitburger Vereinsmitglieder zu Wort (der TV berichtete). Nun hat die Stadt für Donnerstag zu einem zweiten Gespräch eingeladen. Dort sollen die Ergebnisse einer Bürgerbefragung vorgestellt werden. Eigentlich sollte der Termin im Januar sein. Doch dem Institut fehlten noch Daten.

Thomas Elgass vom Turnverein (TV) sieht der Veranstaltung „gespannt“ entgegen, sagt er: Große Hoffnung, dass sich die Lage bald verbessern wird, habe er allerdings nicht. Das schwerwiegendste Problem sei derzeit, dass die neue Turnhalle des Sankt Willibrord Gymnasiums nach wie vor tabu sei. Schuld sind wohl Stromleitungen im Gebäude, die den Brandschutzauflagen nicht gerecht werden. Eigentlich sollte die Dreifeldhalle längst eröffnet sein. Doch inzwischen warten Schüler und Turner seit Jahren. Und das geht ins Geld. Laut Elgass hat der Verein bereits eine fünfstellige Summe für die Anmietung von Räumlichkeiten aufgewendet. Und auch das Vereinsleben leide. Weil für die Judokas kein Platz mehr war, mussten die Kampfsportler nach Dudeldorf umziehen. Ein Fahrtweg, den nicht alle Eltern auf sich nehmen wollten. Die Folge: 30 bis 40 junge Leute seien aus dem TV ausgetreten.

„Wenn die Willibrord-Turnhalle im August öffnet, können wir wenigstens unseren Bestand halten“, sagt Elgass. Platz genug für die Erweiterung des Angebots und neue Sportarten habe man aber nach wie vor nicht. Langfristig, sagt der Vorsitzende, brauche es eine zusätzliche Halle als Ausweichmöglichkeit.

Auch Walter Neuerburg vom FC Bitburg hat Wünsche an die Stadt. Was ihn besonders ärgert, ist der Zustand des Kunstrasenplatzes im Stadion. Rund 2000 Stunden pro Jahr wird hier trainiert, vor allem im Winter. Und die Stollenschuhe sind nicht spurlos am Spielfeld vorübergegangen. Die Halme sind zertrampelt, der Gummiteppich abgeschliffen.

Das ist seit Jahren bekannt. Eine Zusage der Stadt, die Anlage bald zu sanieren, gibt es aber nicht. Die verspricht sich Neuerburg aber durch das Ergebnis der Studie. Die Gespräche mit den Fachleuten des Institutes waren offenbar vielversprechend: „Die Experten haben erkannt, dass der Kunstrasen in den nächsten drei Jahren gemacht werden muss. Wenn der Unterbau hinüber ist, wird es doppelt so teuer.“

Damit es dem Platz nicht in ein paar Jahren wieder so ergeht, hätte Neuerburg gerne eine Ausweichmöglichkeit für Mannschaften aus Mötsch und Stahl. Da böte sich der Fußballplatz auf dem abgesperrten Housing-Gelände an. Doch der Platz bleibt unbespielbar.

Das zweite Bitburger Sportgespräch beginnt heute um 18 Uhr im Rathaus.

Mehr von Volksfreund