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Bitburger Stadtrat tagt erstmals während der Corona-Krise

Kommunalpolitik : Eine besondere Stadtratssitzung

(de) Alles ist ein bisschen anders. Das fängt beim Ort an. Statt im Rathaus tagt Bitburgs Rat am Mittwoch in der Stadthalle. Dort, wo sonst locker 700 Konzertbesucher fröhlich miteinander feiern, suchen sich nun die 28 Ratsmitglieder, Bürgermeister, Verwaltungsangestellte und ein paar Zuschauer ihre Plätze.

Ein Tisch für jeden. Dazwischen: Abstand, Abstand, Abstand.

Ähnlich wie im Restaurant ist auf allen Wegen die Maske Pflicht. Etwa, wenn jemand zu einem der Mikrofone will, die im Saal aufgestellt wurden. Schließlich ist der Raum so groß, dass es schon eine sehr kräftige Stimme braucht, um ohne Verstärkung verstanden zu werden.

Wurde bei der Sitzung Ende Februar (der TV berichtete) noch gewitzelt, ob man sich nun die Hand noch schüttelt oder nicht, gehört es inzwischen längst zum Standard, dass zur Begrüßung gewinkt oder gelächelt wird. Handschlag ist passé.

„Es ist gut, dass wir tagen können, wenn auch unter besonderen Umständen“, sagt Bürgermeister Joachim Kandels. Zu beschließen gibt es eine Menge: 30 Tagesordnungspunkte stehen auf dem Programm – von diversen Bebauungsplänen und Auftragsvergaben bis hin zum Neubau für Rewe und Aldi in der Saarstraße und der neuen Kita in der Kaserne. Darunter auch durchaus strittige Themen. Jedenfalls waren sie das bisher. Es gelte, Sitzungen auf das „absolut notwendige Maß“ zu beschränken, erinnert Kandels an die Vorgabe.

Nicht unnötig lange zu tagen, das gehört nun ebenso zu den Bedingungen wie das Desinfektionsmittel am Eingang. Keine Frage: Es ist eine besondere Sitzung. Die neuen Regeln sind auch für die Rats- und Verwaltungsmitglieder noch Neuland.

Zum Auftakt ein Dauerbrenner: das Neubaugebiet Dorfwiese in Matzen. Seit mehr als vier Jahrzehnten will der Stadtteil Platz für junge Familien schaffen. Doch das war bisher alles andere als einfach. Was viele schätzen, macht die Entwicklung eines Wohngebiets schwierig: Matzen ist dörflich geprägt, es gibt noch Landwirtschaft und damit auch Landluft. Die Wende kam, als 2015 ein Betrieb zum Verkauf stand. Vor genau einem Jahr wurde der Bebauungsplan aufgestellt und nun, mitten in der Corona-Pandemie, einstimmig beschlossen.

„Das ist ein historischer Bebauungsplan nach all den Jahrzehnten“, sagt Matzens Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs. Anfang 2021 kann es laut Kandels dann losgehen auf der Dorfwiese, wo die Stadt 14 Grundstücke erschließt.