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Bitburger Stadtrat will ein Jugendparlament

Kommunalpolitik : Der erste Schritt zum Jugendparlament

In Bitburg soll es bald wieder ein politisches Gremium der Jugend geben. Die Verbandsgemeinde Arzfeld ist bereits seit 2012 am Ziel und kann den Stadrat bei dem Projekt unterstützen.

Die Jugend engagiert sich wieder in der Politik. Doch schon lange vor Fridays for Future hat die Verbandsgemeinde Arzfeld ein Jugendparlament ins Leben gerufen. Nun will die Stadt Bitburg nachziehen und ebenfalls den Weg für ein solches Gremium ebnen. Stadtbürgermeister Joachim Kandels erklärt: „Die Jugend, unsere Zukunft, will gefragt werden, nun wollen wir ihr eine Stimme geben.“ Den Grundsatzbeschluss dazu hat der Hauptausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung getroffen.

Details gibt es zwar noch keine, doch Kandels hat einen Satzungsentwurf aus Arzfeld mitgebracht, um den Ausschussmitgliedern zu verdeutlichen, wie so etwas aussehen könnte.

Es ist absehbar, dass diese Satzung so nicht in Bitburg verabschiedet wird, da einige Ratsherren und -damen bereits Kritik äußerten. Arzfeld, das ein solches Gremium 2012 einführte, erlaube eine Mitarbeit im Jugendparlament bis zum 27. Lebensjahr und von bis zu 20 Menschen. „Zu alt und zu viele“, ist sich der Ausschuss einig.

Fest steht aber, dass das Jugendparlament Kompetenzen in Form eines Antragsrechts im Stadtrat erhält und auch über finanzielle Mittel verfügen wird.  Alles Weitere, zum Beispiel auch ein ständiger Sitz im Stadtrat, wird in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Jugendlichen in Bitburg zeitnah beraten.

Thorsten Hauer, Leiter vom Haus der Jugend Bitburg, begrüßt den Vorstoß des Stadtrats: „Vor vielen Jahren gab es mal einen Jugendbeirat der Stadt Bitburg, bei dem ich selbst mitgearbeitet habe, und so die Chance hatte mal in die Politik reinzuschnuppern.“

Er glaubt, dass einige Jugendliche die Chance auch nutzen und ihre Anliegen vortragen werden. „Daher würden wir mit unserer mobilen Jugendarbeit gerne an dem Projekt teilnehmen“, sagt Hauer.

Auch Jugendliche in Bitburg sehen die Entwicklung positiv. Lukas, 15, meint: „Wir leben auch in Bitburg und sollten daher aktiv am politischen Leben teilnehmen können.“ Lena, 17, stimmt zu: „In Trier zeigt das Jugendparlament bereits seit einiger Zeit, wie jugendliches Engagement in der Politik aussehen kann.“

Das Engagement sieht der Hauptausschuss positiv und auch notwendig für die Zukunft der Kommunalpolitik. Das bestätigt auch Carolin Hostert, Abgeordnete der CDU im Kreistag Bitburg-Prüm. Sie gehörte 2012 zu denen, die das Jugendparlament in der VG Arzfeld gründeten. Darüber sei sie dann auch in die Politik gekommen „Wir müssen die jungen Menschen abholen und für Politik interessieren“, sagt sie.

Das Jugendparlament in Arzfeld ist losgelöst von klassischer Parteipolitik. „Das ist ein großer Vorteil“, meint Hostert. So können sich die Jugendlichen frei in der Politik orientieren, ohne sich von vorneherein festzulegen.