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Bitburger Theobald-Simon-Schule nach Sanierung kurz vor der Einweihung

Abgeschlossene Sanierung : Bitburger Theobald-Simon-Schule setzt auf Innovationen

In den vergangenen Jahren wurde an der Bitburger Theobald-Simon-Schule viel saniert. Mit einer Einweihungsfeier am morgigen Freitag will die Schule nicht den baulichen, sondern auch den inhaltlichen Fortschritt präsentieren.

Für die meisten ist es eine Berufsschule, für Ralf Loskill ist es weitaus mehr. „Wir sehen uns ein Stück weit als digitales Kompetenzzentrum“, sagt der Leiter der Theobald-Simon-Schule. „Wir transportieren in unsere Bildungsgänge jede Form von Technik, sobald sie serienreif ist“, erklärt er und nennt als Beispiel den Einsatz von 3D-Druckern und -Simulationen, Virtual-Reality-Brillen oder aber Augmented Reality (AR). Mit letzteren gemeint ist eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.

Der Nutzer einer solchen Technik könnte also beispielsweise draußen vor der Schule stehen und sein Smartphone auf das Schulgebäude richten und bekäme dann über sein Display zusätzliche Reize oder Informationen zur Schule geliefert. Und mit Hilfe der VR-Brille könnte er zum Beispiel sehen, wie der Raum, den der Schulleiter stolz zeigt, demnächst aussehen soll. „Hier kommt unser Future Lab rein“, sagt Loskill. Das Zukunfts-Labor also. Dort soll die ganze digitale Technik, die bereits angeschafft wurde, zum Einsatz kommen.

Gut 1150 junge Menschen besuchen derzeit die Berufsbildende Schule (BBS) Bitburg, davon 850 im Rahmen einer dualen Ausbildung. Die übrigen Schüler sind Teilnehmer von Vollzeitbildungsgängen. Von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zweiradmechatroniker ist alles dabei. Und was die Ausbildung zum Zweiradmechatroniker betrifft, so gibt es da an der Bitburger BBS noch eine weitere Besonderheit, wie der Schulleiter erklärt. „Wir sind die einzige Schule in ganz Rheinland-Pfalz, in der auch Fahrradtechniker ausgebildet werden“, sagt Loskill und zeigt dann den komplett neu gestalteten Ausbildungsbereich der Fahrzeugmechatroniker.

In den vergangenen Jahren ist die Schule komplett barrierefrei umgebaut, weitestgehend energetisch saniert und mit moderner, digitaler Infrastruktur ausgestattet worden. Wie viel der Kreis als Schulträger gemeinsam mit dem Land und dem Förderverein sowie Sponsoren seit der ersten Maßnahme in 2011 in die Modernisierung der Schule insgesamt investiert hätten, könne er gar nicht sagen, erklärt der Schulleiter.

 Die angehenden KFZ-Mechatroniker lernen in den neuen, umgebauten Räumen sowohl die theoretischen als auch die praktischen Grundlagen.
Die angehenden KFZ-Mechatroniker lernen in den neuen, umgebauten Räumen sowohl die theoretischen als auch die praktischen Grundlagen. Foto: Uwe Hentschel

„Aber allein in den letzten beiden Jahren waren es gut 850000 Euro“, fügt er hinzu. „Wir sind damit eine der ersten Schulen im Kreis, bei der alle notwendigen Maßnahmen im Bereich der energetischen Sanierung, der Barrierefreiheit und des Brandschutzes umgesetzt wurden“, sagt Loskill. Wobei ganz abgeschlossen sei der Umbau noch nicht, räumt er ein. „Was jetzt noch gemacht wird, sind die Lehrertoiletten.“

Es wird also noch etwas gearbeitet, offiziell jedoch endet der Umbau am morgigen Freitag, 7. Februar. Dann nämlich wird der Abschluss der Maßnahme gefeiert. Und zu den Gästen der Einweihungsfeier zählt auch die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig, die dann bei ihrem Rundgang durch das Schulgebäude wahrscheinlich auch die sechs Stationen besuchen wird. In diesen Stationen sollen verschiedene Bildungsgänge und der damit verbundene Einsatz digitaler Techniken präsentiert werden.

 Schulungsbereiche sind hier nun mit den Arbeitsbereichen kombiniert worden. Das „Klassenzimmer“ grenzt direkt an die Werkstatt an.
Schulungsbereiche sind hier nun mit den Arbeitsbereichen kombiniert worden. Das „Klassenzimmer“ grenzt direkt an die Werkstatt an. Foto: Uwe Hentschel

Dazu zählen beispielsweise der digitale Klassenraum der Automobilkaufleute, das informationstechnische Büromanagement der Bürokaufleute, das Internet der Dinge, mit dem sich die IT-Systemkaufleute und die IT-Systemelektroniker befassen, oder aber die Verzahnung von Theorie und Praxis durch den Einsatz der Lernplattform Electude bei den Kfz-Mechatronikern. „Wir wollen die Feier nicht nur nutzen, um den Abschluss der Bauarbeiten zu zeigen, sondern wir wollen uns auch so präsentieren wie wir uns sehen“, sagt Loskill: „Als quirlige, kompetente Schule mitten in Europa.“