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Bitburger Tourismusforum befasst sich mit dem Internet

Wirtschaft : Eifelurlaub aus dem weltweiten Netz

Bitburger Tourismusforum: Bei der Planung von Urlaub und Freizeit spielt das Internet eine immer größere Rolle.

Wer gerne klettert, sollte keine Höhenangst haben, wer gerne schwimmt, keine Angst vor Wasser, und wer mit Tourismus und Werbung sein Geld verdient, keine Angst vor Anglizismen. Denn Ausdrücke, die aus der englischen Sprache ins Deutsche übernommen wurden, sind im Marketing (auch so ein Wort) allgegenwärtig. Wie zum Beispiel der Begriff Content. Beim 14. Bitburger Tourismusform in der Bitburger Stadthalle wird dieser Begriff gefühlte hundert Mal erwähnt. Content kann man sammeln. Der eigene Content muss in den Suchmaschinen des Internets zu finden sein. Content wird unterschätzt, dabei ist er so wichtig. Content ist die Grundlage. Oder wie es Tobias Voigt am Ende seines Vortrags treffend auf den Punkt bringt: „Content is king.“

Content ist also König. Besser könnte es der nachfolgende Referent Yves Loris nicht sagen. Tut er auch nicht. Dafür aber erfahren die, denen die Tragweite ihres Contents vielleicht noch gar nicht so bewusst war, von ihm irgendwann zumindest, was damit eigentlich gemeint ist. „Es geht dabei um die gesamte touristische Infrastruktur“, erklärt Loris, Leiter der Abteilung Online-Marketing bei der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. Wer also mit seinem Hotel, seinen Ferienwohnungen oder sonstigem Freizeitangebot einen guten Content schaffen will, der sorgt dafür, dass er im Internet auf möglichst vielen Kanälen mit möglichst vielen Formaten und Angeboten zu finden ist. Um so möglichst viele Menschen zu erreichen.

„Urlaub fängt de facto bei Google an“, sagt Voigt, Chef der Marketingagentur Markenmut. Er verweist auf Zahlen einer Studie, wonach inzwischen mehr als 80 Prozent der Deutschen das Internet für ihre Urlaubsplanung nutzen. Umso wichtiger sei es deshalb für touristische Unternehmen, sich umfangreich im Internet zu präsentieren. „Man kann auch mit null Budget im Netz gut auffindbar sein“, sagt Voigt. So gebe es im Internet viele Verzeichnisse und Suchdienste, in denen ein Eintrag nichts koste.

Zudem sollten Tourismusbetriebe Plattformen wie beispielsweise Facebook umfassend nutzen, rät er. Soziale Netzwerke seien wie „Mund-zu-Mund-Propaganda auf Steroiden“, meint der Marketing-Experte. Und wenn sich Gäste in diesen Netzwerken über das Angebot beschwerten, dann solle man sich nicht von der Plattform zurückziehen, sondern die kritisierten Missstände beheben. „Wie war ich? – Diese Frage müssen Sie sich als Hotelier jeden Tag stellen“, sagt Voigt.

„Wir geben jede Menge Kohle für die Verpackung, aber zu wenig für Inhalte aus“, meint Loris von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH. „Wir Touristiker neigen dazu, einen riesigen Bauchladen vor uns herzutragen“, sagt er. Dabei sei nicht die Masse an Informationen entscheidend, sondern die Art und Weise, wie man diese vermittle. „Dazu müssen wir wissen: Wer sind unsere Gäste? Wie und wo erreichen wir die Gäste? Welchen Inhalt brauchen sie zu welchem Zeitpunkt? Und wie organisieren wir die Datenpflege?“, erklärt Loris.

Der rasanten Entwicklung des digitalen Wandels, von der auch die Tourismusbranche betroffen ist, können sich die Akteure der Urlaubs- und Freizeitangebote nicht verschließen. Um ihnen die Angst, in dieser Entwicklung nicht mithalten zu können, zu nehmen, hat die Eifel Tourismus GmbH eine neue Internet-Plattform mit Lern-Videos (www.eifel.teejit.de) entwickelt. Wie der für das Produkt- und Qualitätsmanagement zuständige Mitarbeiter Stephan Kohler erklärt, gebe es zwar viele Seminarangebote, doch hätten die Tourismus-Dienstleister oft nicht die Zeit, an solchen teilzunehmen. Die Internet-Plattform hingegen habe den Vorteil, dass sie jederzeit und darüber hinaus auch kostenfrei genutzt werden könne und das Angebot sukzessive erweitert werde. Aktuell, so Kohler, gebe es neun Kurse zum Einsatz der sozialen Medien im Tourismus.

Mit Hilfe eines Ausschnitts aus einem der Lernvideos demonstriert er den etwa 130 Teilnehmern des von Tourist Information Bitburger Land, Bitburger Braugruppe und IHK Trier veranstalteten Tourismusforums, wie die Lerninhalte aufgebaut sind. „Wir fangen mit unseren Schulungsvideos unterschwellig an“, erklärt Kohler. Was ja vielleicht auch nicht die dümmste Idee ist. Content ist schließlich König.