Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels spricht mit Bestatter

Bestatter : Kein Geld für den Bestatter: „Es gibt eine gewisse Lücke“

(de) Wenn Menschen die letzte Reise eines verstorbenen Angehörigen nicht zahlen können, wer springt dann ein?

Diese Frage hat der Bitburger Bestatter Hans Steffen aufgeworfen und in einem TV-Bericht ausführlich das Problem dargestellt, das auch andere Bestatter kennen. Die trauernden Angehörigen haben nicht genug Geld für eine Beerdigung, bestattet werden soll aber spätestens nach sieben Tagen.

Die Kosten übernimmt in solchen Fällen das Sozialamt. Das hat, nach Auskunft der Kreisverwaltung, auch die Unterlagen der Antragsteller binnen einer Woche geprüft – vorausgesetzt, alle benötigten Dokumente liegen vor. Doch nach Erfahrung der Bestatter dauert es meist wesentlich länger, bis Geld fließt.

Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels ist es ein Anliegen, klarzustellen, dass dies aber kein Versäumnis der Stadtverwaltung ist. Die Stadt ist nur dann zuständig, wenn es keine Angehörigen gibt. Dann trägt die Stadtverwaltung die Kosten für die Bestattung. Gibt es aber Angehörige, die kein Geld haben, ist das Sozialamt zuständig, also die Kreisverwaltung.

Um Missverständnisse aus der Welt zu schaffen, haben sich Bürgermeister Kandels und Bestatter Steffen getroffen und über die Angelegenheit gesprochen. Beide bezogen im Nachgang zu dem öffentlichen Begräbnis, bei dem Anfang September ein Mann bestattet wurde, dessen Leichnam zuvor einen Monat im Kühlhaus gelegen hat (der TV berichtete) Stellung. Ein Fall, der Aufsehen erregt hat.

Steffen wie Kandels halten in einer gemeinsamen Stellungnahme im Nachgang zu ihren Gesprächen fest: „Die beteiligten Behörden haben sich rechtskonform verhalten. Dennoch ist im vorliegenden Einzelfall deutlich geworden, dass eine gewisse soziale Lücke besteht.“ Der Bürgermeister will sich deshalb an den Landkreis wenden und dafür einsetzen, dass Betroffenen in einer solchen Lage schneller finanzielle Hilfe erfahren.

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