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Bleialf: Bankautomat wird erneut zum Ziel von Verbrechern

Kriminalität : Sparkasse in Bleialf erneut im Visier von Automatensprengern

Gleich zweimal binnen einer Woche wurde versucht, einen Bankautomaten der Kreissparkasse Bitburg-Prüm in Bleialf zu sprengen. Ob es die selben Täter waren, ist nach aktuellem Ermittlungsstand noch ungewiss.

Die Ortsgemeinde Bleialf kommt nicht zur Ruhe. Erneut wurde im Schneifeldorf mitten in der Nacht versucht, einen Bankautomaten im Vorraum der Filiale der Kreissparkasse (KSK) Bitburg-Prüm zu sprengen. Nicht am Ortsrand, nicht in einer schlecht einsehbaren Lage, sondern direkt im Herzen des Dorfs, quasi zu Füßen der Pfarrkirche, schlugen die Täter wie schon am frühen Mittwochmorgen voriger Woche zu.

„So richtig können wir es selber noch nicht fassen“, sagt Irene Mees, Pressesprecherin der KSK. „Die Polizei untersucht aktuell den Tatort. Danach versuchen wir uns ein Bild von der Lage zu machen um zu bewerten, wie groß der Schaden ist. Wir werden das heute kaum beziffern können.“

Nach ersten Ermittlungen betraten gegen 2:45 Uhr mindestens zwei Tatverdächtige den Automatenraum. „Wir können im Moment noch nicht einschätzen, ob es sich um die selben Täter handelt oder um andere. Die kriminalpolizeilichen Untersuchungen laufen“, teilt die Presseabteilung des zuständigen Polizeipräsidiums Trier mit. Der erste Fall blieb vorige Woche in der Nacht noch für einige Stunden unbemerkt. Erst auf den Hinweis einer Zeugin fuhr eine Polizeistreife gegen 5:45 Uhr zur Filiale und bemerkte dort verdächtige Manipulationen am Geldautomaten. Es blieb dabei noch beim Versuch einer Sprengung.

Donnerstagnacht stellte sich die Situation ganz anders da, denn diesmal kam es tatsächlich zu einer Explosion: Zweifel an dem, was dort in der Straße Am Markt probiert wurde, gab es um 2:45 Uhr wohl kaum. „Diesmal wurde ja tatsächlich gesprengt. Glücklicherweise gelang es wieder nicht, den Automaten zu knacken. Sie kamen nicht an das Geld ran“, sagt Mees. Wie bereits beim ersten Fall musste auch Donnerstagnacht eine Anwohnerin für eine kurze Zeit das Haus verlassen. Die Feuerwehr überprüfte den Tatort und musste das Gebäude sicherheitshalber evakuieren. Sie konnte schließlich später in ihre Wohnung zurückkehren.

„Es wurde niemand verletzt, das beruhigt uns. Dass die Täter schon zum zweiten Mal keine Beute machen konnten, sei allerdings nur ein schwacher Trost, sagt Mees. „Wir hatten erst am Mittwoch im Laufe des Tages den eine Woche zuvor beschädigten Automaten mit einem neuen Gerät ausgetauscht. Kaum eingebaut und in Betrieb genommen, wurde er dann in der selben Nacht gesprengt“, stellt sie nüchern fest.

Bleialfs Ortsbürgermeister Richard Heinz zeigt sich erschüttert. „Ich und viele Bleialfer blicken mit Sorge auf die Vorfälle. Das sowas in nur einer Woche zweimal passiert und das wieder mitten im Ort, verunsichert schon sehr.“ Die Nähe zur belgischen Grenze ermögliche es, solchen Kriminellen schnell zu verschwinden. „Erschwerend kommt dazu, dass wir schon ein bisschen abseits liegen von der Polizeiinspektion Prüm. Die Täter haben einfach gute Voraussetzungen, um zügig unterzutauchen“, sagt Heinz.

Schon nach dem ersten missglückten Sprengungsversuch sei der Vorfall natürlich ein großes Gesprächsthema in Bleialf gewesen. „Das wird nach den Ereignissen der gestrigen Nacht nicht anders sein. Das Entsetzen ist groß und die Sorge, dass sowas wieder passieren könnte, wohl nicht unberechtigt.“

Wann genau die Filiale der KSK Bitburg-Prüm wieder den Betrieb aufnehmen kann, steht noch nicht fest. „Beim letzten Mal dauerte es etwa eine Woche. Diesmal wurde aber deutlich mehr zerstört. Wir wissen noch nicht, wann wir dort wieder aufmachen können“, sagt KSK-Sprecherin Mees. Neben Einrichtungsgegenständen seien auch Fensterscheiben in Mitleidenschaft gezogen worden. „Erst wenn die Polizei mit ihrer Arbeit fertig ist, werden wir schauen können, was nun alles erneuert werden muss. Immerhin wissen wir jetzt schon, dass die Statik des Gebäudes nicht betroffen ist“, sagt Mees.

Das Polizeipräsidium Trier weist darauf hin, dass die Beamten nun neben der Tatortsuntersuchung auch wichtige Schlüsse aus möglichen Zeugenaussagen ziehen könnten. Konkret fragt sie: Wer hat zur Tatzeit oder auch davor Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung gebracht werden könnten? Wer hat verdächtige Fahrzeuge oder sogar Personen gesehen? Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 0651/9779-2290 bei der Kriminalpolizei in Trier zu melden.