Bleialf sitzt auf explosiver Altlast
Zum wiederholten Mal sind in Bleialf explosive Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden gefunden worden. Deshalb bleibt die Realschule plus heute noch geschlossen. Doch auch an weiteren Stellen wird Munition vermutet.
Bleialf. So langsam wird es für die Schüler der Realschule plus in Bleialf Routine: Zum zweiten Mal in diesem Jahr müssen sie zu Hause bleiben, weil der Kampfmittelräumdienst (KMRD) in unmittelbarer Nähe der Schule tätig ist (der TV berichtete).
"Am Mittwoch wurden wir vom Kampfmittelräumdienst informiert, dass nahe bei der Realschule plus wieder alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden ist", sagt Peter Hillen, der zuständige Fachbereichsleiter bei der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. Aus Sicherheitsgründen habe man daher entschieden, die Schule am Donnerstag und Freitag zu schließen. "Wir hoffen darauf, dass die Arbeiten in dieser Woche beendet werden können, sodass am Montag der Unterricht wieder normal stattfinden kann", sagt Hillen. Um das zu gewährleisten, will der KMRD nötigenfalls auch am Samstag weiterarbeiten. "Wenn das Wetter mitspielt und es nicht regnet, sollten wir es bis dahin schaffen", sagt Willi Wehrhausen, der den Einsatz vor Ort leitet.
Gefunden wurden bislang vor allem amerikanische Geschosse - sowohl leere Hülsen als auch noch unverschossene Munition. Außerdem fanden sich Wrackteile von Fahrzeugen in dem alten Bombentrichter. "Da hat nach dem Krieg einfach viel Zeug gelegen", sagt Hillen. Das habe man dann in den Bombentrichtern entsorgt. Sowohl Hillen als auch der Kampfmittelräumdienst gehen davon aus, dass der aktuelle Fund nicht der letzte in Bleialf war. Das Problem ist, dass die Stellen nicht untersucht werden können, solange noch Straßen darüber sind.
"Ich habe mir von den alten Leuten berichten lassen, wo möglicherweise solches Zeug vergraben worden ist, und das in eine Akte eingetragen", sagt Bleialfs Ortsbürgermeisterin Edith Baur. Sobald eine Baumaßnahme anstehe, werde der Kampfmittelräumdienst informiert. "Das ist mir sonst zu gefährlich", sagt Baur. Auch den Marktplatz, der ja demnächst neugestaltet werden soll, hat Baur schon zusammen mit Horst Lenz, dem technischen Leiter des Kampfmittelräumdiensts, in Augenschein genommen. Die Fläche soll vor den Arbeiten gründlich untersucht werden.
An wie vielen Stellen auch über 60 Jahre nach Kriegsende noch Munition im Boden liegt, kann wohl niemand genau sagen. Auch die Zahl der Zeitzeugen nimmt ab. "Aber es wissen noch genügend Menschen, wo damals was vergraben wurde", sagt Horst Lenz. Das Problem sei aber, dass oft davor zurückgeschreckt werde, die Stelle zu melden, weil die Grabungen natürlich die Flächen erstmal zerstören. "Aber es ist nicht so, dass das Zeug ungefährlich ist, nur weil Erde darauf liegt", sagt Lenz. Es gehe sehr wohl eine Gefahr davon aus. "Die Inhaltsstoffe der Munition reagieren über die Jahre miteinander, da kann niemand sagen, was mit der Zeit passiert."