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Bleialfer Schreinerwerkstätten ziehen vorerst nach Üttfeld

Bleialfer Schreinerwerkstätten ziehen vorerst nach Üttfeld

Das Unternehmen verlagert nach dem Großbrand im Juni für voraussichtlich ein Jahr seine Produktion von der Schneifel in den Islek.

Bleialf Der Brand vor fast genau einem Monat in den Bleialfer Schreinerwerkstätten (der Volksfreund berichtete) traf das Familienunternehmen von Matthias Michels schwer. Jetzt kommt von dort die Nachricht: Es geht wieder weiter, aber an anderer Stelle.
Die Schreinerwerkstätten verlegen ihre Produktion vorübergehend nach Üttfeld. Der Schritt wurde nötig, nachdem das Feuer am Mittwoch, 15. Juni, große Teile der 3300 Quadratmeter großen Halle zerstört hatte. Dabei entstand nach Angaben von Geschäftsführer Matthias Michels ein Schaden in Höhe von rund zwei Millionen Euro.
130 Wehrleute aus dem Ort und den benachbarten Dörfern hatten den Brand bekämpft, der am frühen Morgen im Lagerbereich ausgebrochen und gegen 4.30 Uhr von einem Autofahrer bemerkt worden war. Die Ursache steht bisher nicht fest, die Kripo ermittle noch immer, sagt Michels, der einen technischen Defekt als Auslöser für das Unglück vermutet. Das Unternehmen nutzt jetzt in Üttfeld die Halle der Eifelwerk-Gruppe in der Nähe des Sportplatzes. Dort seien ausreichend Kapazitäten, sagt Michels, das Gebäude erfülle zudem auch die Sicherheitsstandards, "um den Betrieb nahezu vollständig wieder aufzunehmen".
"Wir haben in kurzer Zeit eine geeignete Ausweichmöglichkeit für die Schreinerei gefunden. Bereits Anfang August können wir in Üttfeld produzieren", sagt Matthias Michels. Derzeit gehe man zudem davon aus, alle Aufträge ohne weitere Fertigungsengpässe erledigen zu können.
Der Umzug der Maschinen und Geräte aus der Werkhalle am Bleialfer Ortsrand habe bereits begonnen: "Fünf Sattelzüge mit Maschinen sind schon rübergefahren, zehn bis zwölf werden es am Ende insgesamt sein", sagt Michels. Vor allem dank der guten Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden könne die neue Halle schnell in Betrieb genommen werden.
Verlegt wird allerdings nur die Schreinerei: Das Büro und der Sitz der Geschäftsleitung bleiben in Bleialf am Standort Alter Bahnhof. Diese Gebäude seien vom Brand nur leicht beschädigt worden, teilt das Unternehmen mit. Auch die benachbarte Wohn- und Küchenausstellung "Bestinterieur" sei bei dem Feuer unbeschadet geblieben und stehe Kunden zu den gewohnten Zeiten offen.
Das Bleialfer Familienunternehmen mit mehr als 40 Fachkräften besteht seit gut 80 Jahren im Schneifeldorf. Matthias Michels rechnet nun damit, dass seine Firma fast ein Jahr in Üttfeld produzieren wird: "Übernächste Woche geht's da los. Und nächstes Jahr im Mai oder Juni sind wir wieder in Bleialf."