Bleibt das Café auf dem Schlossberg?

Bleibt das Café auf dem Schlossberg?

Der Pachtvertrag für das Malberger Schlosscafé Palladio ist Ende 2013 ausgelaufen. Doch die Verbandsgemeinde Kyllburg und der Pächter, die Alcazár Immo-Bau Gmbh, sind sich einig: Auch in diesem Jahr soll auf dem Malberger Schloss Kaffee und Tee ausgeschenkt werden. Fehlt nur noch die neue Baugenehmigung für die Weiterführung des Betriebes.

Malberg. Marmortische, Afghan-Teppiche und Thonet-Stühle - ganz im Caféhaus-Stil präsentiert sich das Café Palladio in den Gemäuern der Schlosskapelle in Malberg. Seit Mitte Juli hat es seine Pforten geöffnet und seinen Gästen Kaffeespezialitäten, Tee und kleine Snacks geboten. Immer von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen konnten Touristen und Einheimische in dem kleinen Café einkehren, das bis Oktober geöffnet hatte.
"In der Winterzeit ist nichts los, da hätte sich der Betrieb nicht gelohnt", sagt Philipp Thomas von der Alcazár Immo-Bau Gmbh (siehe Extra), die seit 2013 Pächter des Schlosscafés ist. Er fügt hinzu: "Wenn mehr Veranstaltungen im Schloss selbst wären, hätte das Café auch mehr Besucher."
Dass Alcazár Teile des Schlosses erwerben will, ist kein Geheimnis. Thomas: "Wir haben Interesse am Schloss." Im alten Haus und im Arkadenbau würde Alcazár dann Wohnungen, ein Bistro und einen Jazzkeller einrichten (der TV berichtete). Doch das sei Zukunftsmusik. Schließlich müsse erst die Fusion zwischen den Verbandsgemeinden (VG) Bitburg-Land und Kyllburg über die Bühne gehen, weiß Thomas. Bis sich da etwas tue, dürfte nach seiner Schätzung noch mindestens ein Jahr vergehen.
Doch zurück zum Café. Der Pachtvertrag lief nur bis Ende 2013. Auf die Frage, ob Alcazár das Café weiterführen will, kommt von Thomas ein klares Ja. Geht es nach ihm, darf ab Ostern wieder fleißig Kaffee auf dem Schlossberg geschlürft werden. Ebenso wünscht sich die Verbandsgemeindeverwaltung, dass das Café weiterbetrieben wird, so VG-Chef Rainer Wirtz.
Eine Hürde gebe es allerdings noch. Wirtz: "Die Baugenehmigung war befristet und ist jetzt ausgelaufen." Doch bereits im Januar sei deshalb ein Gespräch zwischen allen Beteiligten mit der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm geplant. "Wir gehen davon aus, dass die Weichen gestellt werden und das Café wieder in Betrieb genommen werden kann."
Einigung mit Nachbarn


Wenn es ab Ostern weitergeht im Schlosscafé, soll alles beim Alten bleiben. "Die Öffnungszeiten haben sich als absolut richtig erwiesen."
Das Café wird von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 21 Uhr offen sein. "Mit den Nachbarn gab es keine Probleme in diesem Jahr", sagt Thomas. Einige hatten sich nämlich zu Zeiten des Vorpächters, der das Café bis 23 Uhr geöffnet hielt, über Lärm und zu viele parkende Autos in der engen Straße, die auf den Schlossberg führt, beschwert. Auch am Angebot soll sich nichts ändern. Die Besucherzahl von mehreren tausend Gästen dürfe sich jedoch gerne erhöhen. "Bisher ist das mehr ein Liebhaber- als ein kommerzielles Unternehmen", sagt Thomas.Extra

Die AlcazárImmo-Bau Gmbh will Schloss Malberg zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt ausbauen. Ursprünglich sah das 2009 entwickelte Konzept vor, dass im Neuen Haus sowie in der Kapelle ein Restaurant sowie Räume für Versammlungen und Hochzeitsgesellschaften entstehen sollten. Mittlerweile wird davon ausgegangen, dass die beiden Gebäude wohl im Rahmen einer gegründeten Stiftung als öffentlicher Raum erhalten bleiben. Im Alten Haus und im Arkadenbau hat Alcazár Wohnungen, ein Bistro, einen Jazzkeller und Ateliers vorgesehen. Allerdings gehen die Beurteilungen darüber, wie viel Geld die Umsetzung des Konzepts kostet, auseinander: Nach Alcazárs Schätzungen sind mehr als zwei Millionen Euro nötig, um den Komplex herzurichten. Die VG Kyllburg rechnet dagegen allein für das Neue Haus mit weiteren Investitionen von drei Millionen Euro. neb