Blick nach Bagdad

BITBURG. (gkl) Einen kleinen Einblick in die musikalische Welt der Orients gab es im Rahmen der Jubiläumsfeiern des Hauses Beda in Bitburg. Musik aus der Klassik des arabisch-irakischen Kulturraums füllte den Raum.

Die arabische Welt. Für viele Westeuropäer immer noch ein geheimnisvoller Teil unserer Erde, nicht nur in Kilometern sondern auch vom Empfinden her weit weg. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen des Hauses Beda in Bitburg gab es eine seltene Gelegenheit, die musikalische Kultur aus dem arabisch-irakischen Raum kennen zu lernen. Eingeladen hatte die Kulturgemeinschaft Bitburg. Eigentlich war der Abend ein Musterbeispiel dafür, wie sich die europäische und die arabische Welt annähern können. Leider aber wurde diese Gelegenheit nur von wenigen Menschen in Anspruch genommen. Wenn man die im Festsaal vertretenen nicht deutschen Besucher abzieht, blieb eine sehr überschaubare Anzahl von Zuhörern übrig. Was die Irakeris Saef Alkeat, seit einem Jahr Bitburger Bürgerin, und Rageed William aus Köln zusammen mit der deutschen Perkussionistin Nora Thiele zu bieten hatten, war ein kleiner Streifzug durch die große Musik eines Landes, das auch auf diesem Gebiet vielfältiger Wegbereiter für das war, was wir heute als abendländische Kultur für uns reklamieren. Die Laute etwa gehört zu den Wurzeln dessen, aus dem die europäische Musik entstanden ist. Alkeat spielte in Bitburg die Al Oud, den Vorläufer der Laute, die erstmals im zehnten Jahrhundert beschrieben wird, tatsächlich aber erheblich älter sein dürfte. William präsentierte die spieltechnisch überaus anspruchsvolle arabische Flöte, die Nay, deren changierender Klang schlicht faszinierte.Orientalische Klänge zunächst ungewohnt

Natürlich mussten sich die europäischen Ohren erst an die orientalischen Klänge gewöhnen. Dies dauerte aber nur eine kleine Weile, und schon konnte man eine Ahnung davon bekommen, welchen Reichtum an Ausdrucksmöglichkeiten diese Literatur zu bieten hat. Die Mischung aus schlichten Volksliedern und ausgewählten Kompositionen öffneten, meisterhaft interpretiert, ein wenig das Tor nach Bagdad, gaben dieser großen Stadt, von der aus den letzten Jahren nur noch Schreckensmeldungen kommen, ein ganz neues Gesicht. Wichtigen Anteil am Erfolg dieses Konzerts hatte die aus Berlin angereiste Thiele, die mit Tambourin, Rahmentrommel und der persischen Tombak für den rhythmischen Teppich sorgte. Sie stand ihren Partnern weder in Virtuosität noch in Einfallsreichtum nach. Das Haus Beda soll ein Haus der Begegnung sein. Mit diesem Abend wurde dieser Auftrag im besten Sinne erfüllt, begegneten sich nicht nur Menschen, sondern Kulturen. Sie prallten nicht aufein-ander, sie näherten sich an und konnten Bekanntschaft machen.

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