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Blühende Wiesen sollen in Bitburg Schotter und Rasen ersetzen

Naturschutz : Fünf-Punkte-Konzept soll Artenreichtum in Bitburg fördern

Mit einem Fünf-Punkte-Konzept soll Bitburg grüner, bunter und artenreicher werden. Worum es genau geht, wurde dem Stadtrat vorgestellt.

Summende Bienen, bunte Schmetterlinge und vielfältige Pflanzen: Das wünschen sich die Menschen nicht nur auf dem Land. Auch in der Stadt wird das Bewusstsein für die Natur größer. In Bitburg wurde deshalb Anfang des vergangenen Jahres ein neues Grünflächenkonzept in Auftrag gegeben. Ein solches mit fünf Punkten hat der Bitburger Bauhofleiter Ralf Mayeres, der auch für Grünflächengestaltung zuständig ist, jetzt im Bitburger Stadtrat vorgestellt.

Zum einen ging er auf die öffentlichen Grünflächen ein. Sofern es sich dabei nicht um Nutzflächen, die zum Beispiel für Sport und Spiel gebraucht werden, handelt, sollten sie zu Blühwiesen umgewandelt werden. Das könne auch Kosten senken, denn solche extensiven Blühwiesen müssten nur zweimal im Jahr gemäht werden.

Bei den Obstbäumen sprach Ralf Mayeres davon, dass hier auch die Bürger miteinbezogen werden sollten. „Wir möchten Leute gewinnen, die sich um Obstbäume kümmern“, so Mayeres. Dabei könnten Kurse helfen, in denen der richtige Baumschnitt und die Basis zur Erhalten von Obstbäumen vermittelt werden. Auch Möglichkeiten, die Früchte zu verwerten, beispielsweise zu Saft, Viez, Marmelade oder Chutneys könnten in Workshops ausprobiert werden. Die Beteiligten sollten laut Mayeres aus allen Altersgruppen von Kindern bis zu Senioren sein. „Das soll über Jahre gehen“, so seine Hoffnung.

Bei den öffentlichen Beeten und Bepflanzungen sieht das Konzept eine Entfernung von Schotterflächen vor. Hier sollen Stauden gepflanzt werden. Mayeres empfiehlt hier Pflanzen, die Trockenheit vertragen können. Das Konzept sieht vor, auch hier Bürger zu beteiligen, etwa durch Patenschaften für Pflanzbeete.

Um den Baumbestand zu schützen sprach Mayeres von einer Baumschutzsatzung, die noch erarbeitet werden müsse. Danach sollen Baumbestände über 100 Zentimeter Umfang geschützt werden. Fällungen von gesunden Bäumen wären dann noch möglich durch eine Kompensation durch Erstanpflanzungen oder Ausgleichszahlungen.

Ein weiterer Punkt des Konzeptes beschäftigt sich mit privaten Flächen. In Gestaltungsworkshops sollen Interessierte praktische Handlungsempfehlungen aufgezeigt werden. Dies hat das Ziel verschotterte Flächen in blühende Vorgärten umzuwandeln. Artenreiche „Leuchttürme“ sollen, so der Plan, das Interesse an einer Umgestaltung fördern.

Die Kosten des Konzepts sind mit 7000 Euro veranschlagt. Um es umzusetzen, seien fachkundige Referenten und eine gute Öffentlichkeitsarbeit notwendig.

Der Stadtrat stimmte dem Konzept einstimmig zu.