Blumen und Bier alleine reichen nicht

Blumen und Bier alleine reichen nicht

Die mögliche Ausrichtung der Landesgartenschau beschäftigt Bitburg - das war auch beim Tourismusforum spürbar. Die Organisatoren setzen diesmal auf einen zweiten Schwerpunkt, um Impulse für den Tourismus in der Region zu setzen.

Bitburg. Matthias Schmauer sollte es wissen. Er ist Geschäftsführer der Projektgesellschaft Landesgartenschauen Rheinland-Pfalz und hat im letzten Jahr die Landesgartenschau in Landau veranstaltet. Er berichtete auf dem zwölften Bitburger Tourismusforum von seinen Erfahrungen. Denn wenige Wochen vor der Entscheidung, ob die Landesgartenschau in die Eifel kommt, kommt auch das Tourismusforum am Thema nicht vorbei.
Besonders wichtig: "Die fünf Bs: Blumen, Blumen, Blumen, Barrierefreiheit und Bier", erklärt er. An Blumen und Bier wird es in Bitburg voraussichtlich nicht scheitern, aber wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus? Nathalie Hartenstein, Projektmanagerin Barrierefreies Rheinland-Pfalz bei der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, warb offensiv für ein Umdenken in der Tourismusbranche - nicht nur zur Landesgartenschau. Wenn sich die Region auf Menschen mit Einschränkungen besser einstelle, könne sie besonders von dieser Zielgruppe profitieren, so Hartenstein.
Mehr Platz in der Nebensaison


Marktforschungsstudien hätten gezeigt, dass Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen besonders treu bei der Auswahl des Reisezieles sind. "Wenn sie sich irgendwo besonders wohlgefühlt haben, dann werden sie wahrscheinlich immer wieder kommen."
Außerdem lockt es diese Menschen eher in der Nebensaison in den Urlaub, weil sie dann mehr Platz haben. "Und wir überlegen schließlich alle, wie wir die Nebensaison füllen können." Dass Barrierefreiheit durchaus ein Marketing-Instrument sein kann, zeigt das Siegel "Barrierefreiheit geprüft". Das Projekt "Reisen für alle" zertifiziert damit seit 2014 touristische Betriebe, die die Kriterien der Barrierefreiheit erfüllen.
Auch die Landesgartenschau in Landau hat darauf geachtet, so Schmauder. Mit unter anderem Flyern in leicht verständlicher Sprache oder einer barrierefreien Gondel im Riesenrad habe man Menschen mit Beeinträchtigungen auf die Gartenschau locken können.
Vielleicht sind solche Konzepte also eine Chance auch für den heimischen Tourismus. Viele hoffen außerdem, dass die Gartenschau langfristig mehr Gäste nach Bitburg bringt. Falls der Zuschlag kommt. "Ende Juni wissen wir mehr", verspricht Maria Avanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information Bitburger Land. Bis dahin heißt es: Geduld beweisen. lbe

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