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Bollendorfs Ortsteil Weilerbach bekommt erstmal kein schnelles Netz

Technologie : Kein schnelles Internet für Weilerbach

Bei der Sanierung der Straßen im Bollendorfer Ortsteil Weilerbach sollten auch Leerrohre für Breitbandkabel verlegt werden. Trotz Förderzusage wird daraus wird nichts. Grund dafür ist ein verzögerter Beginn der Rohrverlegung und steigende Kosten.

Das Büro im heimischen Wohnzimmer, Videokonferenzen, Unterricht über Skype: Die Corona-Krise hat die Bedeutung von schnellem Internet noch einmal deutlich gemacht. Doch nicht nur die vergangenen Monate haben Herta-Eva Heidemann und ihren Mann Rüdiger dazu veranlasst, sich für die Verlegung von Breitbandkabeln in Bollendorf-Weilerbach einzusetzen.

Denn in dem Ortsteil, in dem sie leben, werden derzeit die Straßen neu gemacht. Und ursprünglich gab es auch eine Planung, dies zu nutzen, um auch Lehrrohre, die später ohne großen Aufwand die Verlegung von Breitbandkabel möglich machen, in Weilerbach zu verlegen. 75 Häuser stehen nach Aussage von Herta-Eva Heidemann in dem Ortsteil. Und sie sieht eine Verlegung des Kabels als Investition in die Zukunft. „Wir selbst werden am wenigsten Nutznießer“, sagt sie, denn sie und ihr Mann haben die 70 Jahre schon überschritten.

Was sie ärgert ist die Tatsache, dass die Verlegung des Kabels ursprünglich auch schon geplant war. Und auch Zuschüsse in Höhe von 106♦000 Euro vom Land bewilligt sind. Dennoch hat der Gemeinderat Bollendorf im Januar beschlossen, ein Breitbandleerrohr doch nicht zu realisieren.

Bürgermeisterin Silvia Hauer möchte auf Anfrage zu der Angelegenheit nichts sagen. „Das Thema ist für mich erledigt“, sagt sie. Der Gemeinderat habe das im Januar einstimmig so beschlossen, dass das Leerrohr trotz Förderzusage nicht verlegt werde. Es habe bereits lange Gespräche mit den Anwohnern gegeben, in denen der Sachverhalt ausführlich geschildert wurde. Die Kosten für die Gemeinde wären um ein Vierfaches höher gewesen als zu Beginn. Der Rat habe das nicht mehr verantworten wollen.

Um etwas mehr Klarheit in die Angelegenheit zu bringen lohnt sich ein Blick in die Protokolle der Bollendorfer Ratssitzungen. Im September 2018 beschließt der Rat die Mitverlegung der passiven Breitbandinfrastruktur und beauftragt die Verwaltung, einen Förderantrag beim Land zu stellen. Weil aber noch nicht sicher ist, wie die Förderung vom Land aussieht, will man die endgültige Endscheidung vertagen.

Im Dezember 2018 kommt das Thema erneut auf die Tagesordnung. Bei der Erläuterung des Sachverhalts ist zu lesen: „das digitale Angebot von Inhalten und der Bedarf, selbst Daten zu senden, haben sich rasant entwickelt und werden weiter steigen“, womit die Bedeutung von gutem Breitbandausbau betont wird.

Die Kostenplanungen belaufen sich zu diesem Zeitpunkt auf knapp 160♦000 Euro. Der Rat beschließt, dass die Verwaltung beauftragt wird, einen Förderantrag für die Erstellung einer Netzdetailplanung und die Mitverlegung der passiven Breitband­infrastruktur zu stellen.

Das Thema der Mitverlegung eines Leerrohrs für einen zukünftigen Breitbandausbau wird im November 2019 ein weiteres Mal diskutiert im Rat. Dort wird deutlich, dass es knapp wird mit dem Beginn der Leerrohrverlegung und der Förderzusage, denn der Straßenausbau geht weiter. Diese sollte bis zum 15. November erfolgt sein, die Baumaßnahmen müssten spätestens am 20. November beginnen.

Der Gemeinderat beschließt den Auftrag für die Arbeiten zu vergeben. Bei der Ratssitzung am 28. Januar haben die Arbeiten aber noch immer nicht begonnen. Es ist also mit hohen Stillstandskosten zu rechnen und wegen des bereits erfolgten Baufortschritts ist die Erschließung nur noch für 65 statt für 77 Grundstücke möglich.

Die Summe der Förderung wird sich deshalb noch verringern. Der Gemeindeanteil beläuft sich, so ist aus dem Protokoll der Ratssitzung zu entnehmen, auf 61 000 Euro, und könnte noch steigen. Deshalb stimmt der Rat geschlossen gegen die Maßnahme.

Weilerbach wird erstmal keinen Breitbandausbau bekommen.