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Bordell-Überfall: Teilerfolg für Verteidigung

Bordell-Überfall: Teilerfolg für Verteidigung

Noch kein Urteil im Prozess gegen einen 31-Jährigen, der im Dezember 2009 eine Bordellbetreiberin in Bitburg überfallen und ihr 800 Euro geraubt haben soll. Vergeblich warteten die Prozessbeteiligten am Mittwoch am Landgericht Trier auf eine Zeugin, die erneut nicht auftauchte.

(neb) Mit dem Beschluss des Landgerichts Trier, den Prozess wegen schweren Raubs im Januar fortzusetzen, steht fest: Der 31-jährige Angeklagte, der bestreitet, vor gut einem Jahr eine Bordellbetreiberin in Bitburg im Treppenhaus mit Pfefferspray angegriffen und ihr die Handtasche mit 800 Euro entrissen zu haben, bleibt in HaftStatt die Beweisaufnahme zu schließen gibt das Gericht Rechtsanwalt Sven Collets Antrag statt, zuvor noch eine letzte Zeugin zu vernehmen. Doch die prostituierte war zum dritten mal nicht erschienen. Sie hatte am Tatabend ebenfalls in dem Bordell in Bitburg gearbeitet, soll allerdings kurz vor dem Überfall nach Trier aufgebrochen sein. Verteidiger Collet vermutet: Es sei nicht auszuschließen, dass die Prostituierte selbst etwas mit dem Überfall auf ihre Chefin zu tun habe.

Die Bordellbetreiberin hatte den Angreifer nicht erkannt, lediglich Indizien führten zum Angeklagten, dessen Freundin auch in dem Bordell arbeitete: So hatte der 31-Jährige zunächst gelogen und behauptet, zur Tatzeit nicht in Bitburg gewesen zu sein - die Verbindungsdaten seines Handys beweisen das Gegenteil. Handschuhe, die am Tatort gefunden wurden, trugen seine Fingerabdrücke.

Verdächtige Umstände, so ist sein Verteidiger überzeugt, gebe es auch bei der Prostituierten, die bislang nicht vor Gericht erschienen ist: Ihre Behauptung, am Tatabend nach Trier gefahren zu sein, um ihre Einnahmen zur Bank zu bringen, sei ebenso fragwürdig wie die Tatsache, dass sie bereits nach 40 Minuten wieder zurück in Bitburg war. Collet besteht deshalb auf die Vernehmung der Zeugin vor Gericht. Gleichzeitig regt er an, anhand der Handyverbindungsdaten zu prüfen, ob sich die Prostituierte nicht zur Tatzeit in Bitburg aufgehalten habe. Beidem folgt das Gericht. Die Prostituierte soll zum Termin im Januar notfalls von der Polizei vorgeführt werden - für Collet ein Teilerfolg.