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Brandschutzexperte stellt Mängel im Neuerburger Kindergarten fest

Brandschutzexperte stellt Mängel im Neuerburger Kindergarten fest

Im Brandfall nicht sicher: Der Brandschutzexperte des Kreises hat bei einer Begehung drei Räume des Neuerburger Kindergartens beanstandet, weil ein zweiter Rettungsweg fehlt. Bis zu einer endgültigen Lösung müssen nun die Türen zu den drei Zimmern ausgehängt werden.

Neuerburg. (neb) Die Mitarbeiter und Eltern werden nicht wenig gestaunt haben, als sie am gestrigen Freitag am Neuerburger Kindergarten ankamen. In einem Aushang teilte ihnen Anna Kling, Stadtbürgermeisterin der Stadt Neuerburg, Trägerin des Kindergartens, mit, dass drei Räume der Einrichtung "den aktuellen Anforderungen an den Brandschutz nicht gerecht" werden: Turn- und Schlafraum sowie die Bibliothek waren vom Kreis-Brandschutzexperten Klemens Mossal, der am Donnerstag den Kindergarten begutachtet hatte, beanstandet worden. Es fehle ein zweiter Rettungsweg, hieß es. In der Tat gibt es in den Zimmern keine zweite Tür oder kein Fenster für einen Fluchtweg: Im Schlafraum sind lediglich Oberlichter. Im Turnraum und in der Bibliothek sind zwar Glasscheiben vorhanden, diese lassen sich jedoch nicht öffnen.

Die Konsequenz: Mossal untersagte am Donnerstag mit sofortiger Wirkung die Nutzung dieser drei Räume, gestand jedoch eine provisorische "Not-Lösung" zu, damit die für den Kindergartenbetrieb notwendigen Zimmer vorläufig weitergenutzt werden können: Die Türen der beanstandeten Räume werden bis zu einer endgültigen Lösung ausgehängt. Turnraum und Bibliothek können damit weitergenutzt werden, in den Schlafraum zieht eine Kindergartengruppe. Ihr Gruppenraum wird vorübergehend zum Schlafraum, damit die Kinder bei geschlossener Tür ruhen können. "Das alles dient nur der Sicherheit der Kinder", betont der Brandschutz-Ingenieur.

Diese steht selbstverständlich auch bei Stadtbürgermeisterin Kling an oberster Stelle: "Wir sind sehr bemüht, dass der Kindergarten ein sicherer und für die Kinder schöner Ort ist." Dennoch sei es für sie nicht nachvollziehbar, dass erst vor wenigen Wochen Vertreter des Kreisjugendamts vor Ort waren, dabei jedoch nur die erforderlichen baulichen Veränderungen unter pädagogischen Gesichtspunkten thematisiert wurden. "Ich wundere mich schon, dass das offenbar in verschiedene Abteilungen aufgeteilt und nicht in einer Gesamtschau betrachtet wird", sagt Kling.

Drei Monate bleiben der Stadtbürgermeisterin nun, um die Mängel zu beseitigen: Während der Kindergartenbetrieb durch die Umbaumaßnahmen in der Bibliothek und dem Turnraum - hier sollen die Glasscheiben durch Fenster ersetzt werden - wohl kaum gestört wird, muss im Schlafraum ein Durchbruch in einen benachbarten Raum geschaffen werden. Wie hoch die Kosten für diese Maßnahmen sein werden, steht noch nicht fest - Kling rechnet aber mindestens mit einem vierstelligen Betrag.