Brandserie in der Eifel: Heiße Taten, kalte Spur

Kostenpflichtiger Inhalt: Polizei fahndet weiter nach dem Feuerteufel : Brandserie in der Eifel: Heiße Taten, kalte Spur

Sechs Brände kann die Polizei dem Feuerteufel von Speicher inzwischen zuordnen. Wer der Brandstifter ist, wissen die Fahnder aber noch immer nicht. Eine spezielle Ermittlergruppe will jetzt Licht ins Dunkel bringen.

Er schlägt nachts zu, heimlich, unbemerkt. Die Plätze, die der Feuerteufel sich zum Zündeln aussucht, sind meist abgelegene Äcker im Speicherer Umland. Und so verwundert es kaum, dass viele seiner Taten zunächst gar nicht aufgefallen sind. Erst seit dem Wochenende, als auf einem Feld bei Beilingen rund 400 Heuballen in Rauch aufgingen, geht die Polizei von einer Serie aus (der TV berichtete).

„Seitdem konnten wir dem Brandstifter sechs Feuer zuordnen“, sagt Hans-Jürgen Riemann, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bitburg. Einige davon liegen Wochen zurück. Der erste mutmaßlich vom Feuerteufel gelegte Brand tobte Ende August zwischen Dahlem und dem Speicherer Bahnhof. Damals wurden 60 Heuballen zum Raub der Flammen. Wie die Polizei erst vor Kurzem erfuhr hat es auch um den 11. September nahe der Speicherer Tongruben gebrannt. Der Schaden: zwei Strohballen. Am letzten Septemberwochenende dann hat der Feuerteufel womöglich zum ersten Mal in Beilingen zugeschlagen. Auch hier verwandelten sich Strohballen in Asche, sechs an der Zahl, wie die Polizei von einem Spaziergänger erfuhr. Anfang Oktober entzündete sich in Dudeldorf ein Holzhaufen. Auch diesen Vorfall bringen die Ermittler nach Angaben von Riemann mit dem Feuerteufel in Verbindung.

Brandserie in der Eifel. Foto: TV/Schramm, Johannes

Große Zerstörung richtete der Brandstifter also lange Zeit nicht an. Bis zum vergangenen Wochenende, als an zwei Tagen allein in Zemmer und Beilingen rund 700 Heuballen abbrannten. Insgesamt schätzt die Polizei den Schaden, der in den vergangenen Wochen entstanden ist, auf rund 25 000 Euro.

„Seitdem gab es keine weiteren Taten, von denen wir wissen“, sagt Riemann. Es sei aber nicht auszuschließen, dass es zu Bränden kam, die unentdeckt blieben, oder nicht gemeldet wurden. Er bittet daher die Bevölkerung um Mithilfe: Wer beim Spazierengehen oder auf der Autofahrt ein verkohltes Feld sehe, möge sich bei der Polizei melden.

Entscheidende Hinweise fehlen den Ermittlern nämlich. Auch eine vermeintlich heiße Spur, die zu einer Gruppe jugendlicher Verdächtiger führte, hatte sich offenbar als falsche Fährte herausgestellt. Unklar bleibt auch, ob eine Serie ungeklärter Kleinbrände in Speicher dem Täter zuzurechnen sind.

In der Stadt waren in den vergangenen Wochen aus bisher ungeklärter Ursache eine Mülltonne, eine Hecke und eine Tüte mit Altkleidern in Flammen aufgegangen. Diese Vorfälle rechnen die Ermittler aber erstmal nicht zur verfolgten Serie dazu.

Wer für die verantwortlich ist, ist unbekannt – ebensowenig weiß die Polizei über das Motiv hinter den Taten. In Betracht kommen weiterhin persönliche aber auch psychologische Gründe – etwa ein Hang zur Pyromanie, der Lust am Feuerlegen.

Klar ist: Für die Polizei Bitburg ist die Brandserie ein Ausnahmefall. Riemann sagt: „Ich kann mich an keine vergleichbare Geschichte in der Eifel erinnern.“

„Technische und operative Maßnahmen“ sollen nun Licht ins Dunkel bringen, erklärt der stellvertretende Polizeichef, der aus ermittlungstaktischen Gründen nicht konkreter werden will.  

Um die Fahndung voranzubringen, hat die Polizei Bitburg mit der Kriminalinspektion Wittlich eine vierköpfige Ermittlergruppe gebildet.

Die arbeite nun weiter „mit Hochdruck“ an der Aufklärung.

Hinweise zu den Bränden unter Telefon: 06561/96850 an die Polizei Bitburg.

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