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Brandstiftungen: Polizei nimmt 17-Jährigen fest

Brandstiftungen: Polizei nimmt 17-Jährigen fest

Ein 17-Jähriger aus Trier steht im Verdacht, der Brandstifter vom Ruwertal zu sein. Er soll sieben Feuer gelegt haben, darunter auch die drei Großbrände in Ruwer (der TV berichtete). Das Landgericht erließ einen Haftbefehl, die Kripo nahm den Schüler gestern fest. Er streitet die Taten ab.

Trier. Nach langwierigen und intensiven Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft, so die Worte von Triers Leitendem Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer, schlugen die Ermittler zu und nahmen den Jugendlichen am Freitag fest. Da die Rechte des minderjährigen Tatverdächtigen geschützt werden müssen und die Ermittlungen auch noch nicht abgeschlossen sind, müssen zentrale Fragen zurzeit noch offenbleiben. Deshalb äußern sich Kripo und Staatsanwalt noch nicht dazu, warum und wie er die Brände gelegt haben soll, ob er allein gehandelt hat, welche Indizien die Ermittler auf seine Spur gebracht haben und aus welchem familiären und gesellschaftlichen Umfeld er stammt.
Sieben Brände soll der 17-Jährige gelegt haben. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, dann hat der Jugendliche viele Menschen lange in Angst und Schrecken versetzt. Im April und Mai richtete eine Serie von Brandstiftungen im Ruwertal große Schäden an (siehe Extra).
Im Stadtteil Ruwer brannten innerhalb von acht Tagen eine Doppelhaushälfte, eine Scheune und zwei Gebäude mitten im Ortszentrum (der TV berichtete mehrmals). Vor allem der Brand mitten im Ortskern hat Ruwer zeitweise zu einem Katastrophengebiet gemacht, in dem der Ausnahmezustand herrschte. Der Ort war für den Autoverkehr gesperrt, Anwohner des Fischwegs - in dieser Straße standen die brennenden Gebäude - mussten evakuiert und psychologisch betreut werden.
Die Polizei reagierte mit der Gründung der Ermittlungsgruppe Ruwertal, die aus erfahrenen Kripobeamten besteht. Doch die Ermittler taten sich zunächst schwer. Noch Mitte dieser Woche meldete die Polizei, die Kenntnislage sei dünn, und es gebe nur wenige Anhaltspunkte. Die Untersuchungen der Brandorte und auch die spärlichen Hinweise aus der Bevölkerung hätten noch keine heiße Spur ergeben.
Zum Zeitpunkt dieser Mitteilung müssen die Fahnder den Verdächtigen allerdings schon im Visier gehabt haben, schließlich sei seine Identifizierung das Ergebnis langer und intensiver Ermittlungen. Die Meldung, noch keine heiße Spur gefunden zu haben, war deshalb wohl eher ein taktischer Schritt, um den vermeintlichen Brandstifter kurz vor seiner Festnahme nicht zu alarmieren.
Durch die Brände, die der 17-Jährige nach Ansicht der Ermittler gelegt haben soll, wurden keine Menschen verletzt. Allerdings haben sie enormen Sachschaden verursacht und Großeinsätze mit Hunderten Feuerwehrleuten, Polizisten und Rettungskräften notwendig gemacht. "Der Beschuldigte hat bestritten, die Brände gelegt zu haben", meldet der Leitende Oberstaatsanwalt. Der Jugendliche wartet in Untersuchungshaft auf den weiteren Verlauf der Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 17-Jährigen aus Trier vor, diese Brände gelegt zu haben: 6. April: Ein Gartenhäuschen in Ruwer wird angezündet. 11. Mai: Ein Schuppen in Ruwer steht in Flammen. 15. Mai: Ein leerstehendes Wohnhaus in der Straße Im Paulinsgarten in Ruwer brennt. Das Feuer greift auf eine angrenzende Doppelhaushälfte über, drei Bewohner werden evakuiert. 15. Mai: Der Versuch, ein weiteres Haus anzuzünden, scheitert. 17. Mai: Eine leerstehende Gewerbehalle in Ruwer wird zum Ziel des Brandstifters. 19. Mai: Wieder steht ein Wohnhaus in Ruwer in Flammen. Vier Bewohner können sich retten. 22. Mai: Zwei leerstehende Gebäude eines holzverarbeitenden Betriebs im Ortskern von Ruwer brennen ab. jp