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Tourismus
Braun-weißes Ärgernis

 „Zu schäbig für Werbung“: Um zu erkennen, was auf diesem Schild abgebildet ist, muss man schon genau hinsehen.
„Zu schäbig für Werbung“: Um zu erkennen, was auf diesem Schild abgebildet ist, muss man schon genau hinsehen. FOTO: TV / Christian Altmayer
Bitburg/Waxweiler. Die Hinweistafel für den Naturpark Südeifel ist total verwittert – und das nicht erst seit gestern. Die Reparatur des Schildes aber dauert. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Weiße Linien ziehen sich über einen verdreckten Hintergrund. Eine Kirche ragt aus ihnen heraus. Hinter dem stilisierten Gotteshaus wabert eine große braune Wolke, davor  klafft ein Loch. Und rechts auf der Tafel zeichnet sich ganz zart der Umriss eines Blattes ab.

So genau kann kaum jemand sich das Schild auf der A 60 ansehen. Bei schneller Fahrt sind aus dem Autofenster kaum mehr als braune und weiße Flecken zu erkennen. „Naturpark Südeifel“ steht unter dem Piktogramm, das zwischen den Anschlussstellen Waxweiler und Bitburg aufgestellt wurde. Andernfalls wüsste wohl niemand, was das Ge­kleckse zu bedeuten hat.

Die Tafel ist eine von Hunderten braun-weißen Begleitern auf deutschen Autobahnen. Allein auf der A 60 zwischen Belgien und Wittlich gibt es vierzehn Verkehrszeichen, die Touristen auf Sehenswürdigkeiten in der Eifel aufmerksam machen sollen. Der Stiftsberg Kyllburg wird dort zum Beispiel beworben, die Abteistadt Prüm und eben auch der Naturpark Südeifel. Nur dass Durchreisende davon nicht besonders viel haben.

Regen und Sonne haben das Schild nämlich im Laufe der Jahre stark verwittert. Das ist den Mitarbeitern der Autobahnmeisterei Prüm schon vor einiger Zeit aufgefallen. „Es sieht so schäbig aus, dass von Werbung keine Rede mehr sein kann“, sagt ein Sprecher. Den schlechten Zustand des Schildes hätten die Straßenpfleger daher schon im Oktober 2016 an das Autobahnamt in Montabaur weitergeleitet. Bei der Behörde will man davon aber nichts wissen. „Da hab ich noch nie was von gehört“, sagt ein Mitarbeiter auf TV-Anfrage. Er verspricht aber, dass sich das Amt so schnell wie möglich um das Schild kümmern werde. Das heißt: das verfallene Blech erneuern. Man dürfe nun aber nicht erwarten, dass das „von heute auf morgen“ klappe.

Bevor das Autobahnamt nämlich eine Firma beauftragen darf, muss sie den sogenannten Antragssteller kontaktieren. Damit ist der Betrieb, die Behörde oder Kommune gemeint, die das Schild aufstellen ließ: also der Naturpark Südeifel.

Der muss der Sanierung der Tafel nun also zustimmen und die Sache finanzieren. 1500 Euro würde es laut dem Sprecher des Autobahnamtes etwa kosten, das verfallene Blech auszutauschen. Wenn das ganze Schild hinüber wäre, müsste der Naturpark zwischen 3000 und 4000 Euro zahlen. Nun gilt es zu klären, ob die Sache dem Zweckverband so viel wert ist.

Andere Antragssteller haben diese Erneuerung längst hinter sich. Laut der Autobahnmeisterei wurden schon einige Schilder zwischen Bitburg und Prüm repariert. Und das sieht man auch: Alle anderen dreizehn Schilder auf der Strecke sehen tadellos aus.