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Brautmoden Marryfair in Bitburg hat Masken für den guten Zweck genäht

Bitburg : Brautmoden Marryfair in Bitburg näht Masken für den guten Zweck

Schneiderinnen von Marryfair in Bitburg haben 360 Mund-Nase-Bedeckungen genäht und gespendet. Jetzt gibt es sie auf Bestellung.

(chb) Julia Steffen ist Inhaberin des Hochzeitshauses Marryfair in Bitburg und viel in der Welt unterwegs. Dabei hat sie schon vor Wochen gesehen, dass in einigen Ländern Mund-Nase-Bedeckungen Pflicht oder Empfehlung sind. Sie sagt: „Ich war mir sicher, dass es hier auch so kommen wird, dass mehr Menschen einen Behelfsmundschutz oder auch Facie genannt, tragen werden.“ Einen hat sie von einem Lieferanten bekommen und dann haben sie und ihre   Schneiderinnen losgelegt. „Alte Menschen ohne Internet wollten wir gerne erreichen, damit sie sich und andere schützen können“, sagt Julia Steffen

Da man sie als Mundschutz nicht anbieten darf, weil sie keine medizinische Zertifizierung haben, wurden die Masken als Spende angeboten. Dazu haben sie und ihre teilweise selbstständigen Schneiderinnen die Stoffe genutzt, die sie noch vorrätig hatten. „Bevor wir richtig loslegen konnten, mussten wir erst einmal prüfen, ob die Stoffe bei 60 Grad waschbar waren. Da ist schon mal die Hälfte weggefallen.“ Weiter berichtet sie: „Dann kamen wir an neue Stoffe nur sehr schwer heran. Die bestellte Ware  war  teilweise 14 Tage unterwegs, die sonst nur ein bis zwei Tage braucht.“

Schließlich hat sie im Internet zu Stoffspenden aufgerufen und es kam eine sehr große Resonanz zurück. Kistenweise wurde gespendet. So viel, dass sie und ihr Team das gar nicht mehr bewältigen konnten und sie hat die Stoffe an etwa 15 bis 20 private Näherinnen verteilt, die daraus Facies gemacht haben. Insgesamt konnten 360 Mund-Nase-Bedeckungen gespendet werden. Julia Steffen: „Für Menschen, die sich beim Einkauf oder Arztbesuch schützen wollten, Personen, die viel für andere unterwegs waren, aber auch Pfleger, Altenpfleger und medizinisches Personal haben für Masken angefragt und sie bekommen.“

Die Spendenaktion ist inzwischen beendet, aber das Team von Marryfair schneidert weiter Facies auf Bestellung, die verkauft werden.

„Pro Stunde kann eine Schneiderin vier bis sechs Masken nähen. Ich bin auch sehr angefeindet worden, weil ich die Masken zum Kauf anbiete. Dabei finde ich es sehr schade, dass die Arbeit der Schneiderinnen so wenig geschätzt wird und der Materialeinsatz.“

Angeboten werden Einfarbige, Modelle mit Spitzen an den Seiten, es gibt einen Büro- Style aus Hemdenstoff, florale Muster oder auch Wunschmotive wie Frösche, Herzchen, Totenköpfe oder Bullis. Die Preise können im Brautgeschäft angefragt werden.