Brennpunkt Afghanistan

Mit dem Thema "Afghanistan" hat der Geschichtsverein Prümer Land seine Vortragsreihe "Brennpunkt Geschichte" fortgesetzt. Zum Thema "Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen" referierte Reinhard Erös im Konvikt in Prüm.

Prüm. (red) Die aktuelle Lage in Afghanistan erscheine in keinem positiven Licht, betonte Reinhard Erös in seinem Vortag "Unter Taliban, Warlords und Drogenbaronen" im Rahmen der Vortragsreihe "Brennpunkt Geschichte" des Geschichtsvereins Prümer Land im Prümer Konvikt. Nach sowjetischer Besetzung, Bürgerkrieg und Taliban-Regime bestimmten jetzt Terror-Anschläge, Warlords und die Heroin-Mafia die Themen der Berichterstattung über Afghanistan. Seit dem Frühjahr 2002 versucht die internationale Staatengemeinschaft, Afghanistan zu stabilisieren.

Doch wie erfolgreich ist dieser Einsatz bisher? Hat sich für das geschundene Volk der Afghanen seither die Lage verbessert? Auf diese und auf zahlreiche weitere Fragen gab Erös Antworten in seinem rund zweieinhalbstündigen Vortrag, der sich als reichhaltige Informationsquelle für die 150 Zuhörer entpuppte. Der ehemalige Oberstarzt der Bundeswehr, der mit mehr als zwei Dutzend Auslandseinsätzen für UNO und Internationale Hilfsorganisationen als einer der einsatzerfahrensten deutschen Krisenregionen-Experten gilt und mit seinem Verein Kinderhilfe Afghanistan e.V. zahlreiche Hilfsprojekte ins Leben gerufen hat, verdeutlichte insbesondere die Mängel der militärischen und humanitären Hilfe der einzelnen Nationen in Afghanistan, die Wiedererstarkung der Taliban und die steigende Attraktivtät deren Koranschulen.

Erös wies aber gleichzeitig auf die Wichtigkeit des Eingreifens der Internationalen Gemeinschaft angesichts der Bedeutung Afghanistans und Pakistans hin. Instabilität in dieser Region sei angesichts der Tatsache, dass Pakistan über 100 Atombomben zur Verfügung habe, mit großen Gefahren auch für Europa verbunden, sagte Erös. Die militärische Vorgehensweise müsse jedoch ebenso umstrukturiert werden wie die humanitäre Hilfe.

Insbesondere sei es wichtig, eine gewaltige Anzahl von Schulen zu errichten, um den Zulauf der Taliban-Schulen, die oft die einzige Zukunftsperspektive in dem kinderreichen Land sein, zu unterbinden. Diese und weitere ausführliche Erläuterungen brachten dem Referenten am Ende der Veranstaltung einen langen Applaus ein.