1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Buch „Zweimal Orient und zurück“ von Günter Hochgürtel

Literatur : Die wahre Geschichte einer mutigen Frau, die von Wien in den Nahen Osten ging

„Zweimal Orient und zurück“ heißt das neue Buch von Günter Hochgürtel. Der Sänger der Band Wibbelstetz erzählt darin nach Tatsachen die Geschichte einer Krankenschwester, die in Ägypten und dem Gazastreifen auf mächtige Politiker und Militärs traf.

(red) Nachdem sein im Selbstverlag erschienenes Werk „Landlust“ in der Eifelregion 2015 für Furore gesorgt hatte, ließ sich Günter Hochgürtel, Frontmann der Rockband Wibbelstetz, Zeit mit einem neuen Buch. Doch nun ist es so weit: „Zweimal Orient und zurück“ lautet der Titel des Romans, den Hochgürtel nach einer wahren Geschichte geschrieben hat.

Rosina Sedlacek, eine junge Frau aus der Wiener Vorstadt, lässt Anfang der 1950er Jahre ihre beiden Kinder bei Mann und Schwiegermutter zurück, um in einem Krankenhaus in Kairo zu arbeiten. In Ägypten steigt sie rasch zur Direktorin des Hospitals auf. Sie wechselt wenig später in eine Klinik nach Gaza, wo sie einen verwitweten Richter heiratet. Kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter stirbt er. Danach begibt sich Rosina mit ihren Kindern auf eine abenteuerliche Reise von Palästina quer durch Europa nach Berlin und wieder zurück in den Orient, wo sie ein neues Glück findet.

 Einige Fotos aus dem Leben der inzwischen verstorbenen Romanheldin, vorwiegend aufgenommen in Ägypten und Gaza.
Einige Fotos aus dem Leben der inzwischen verstorbenen Romanheldin, vorwiegend aufgenommen in Ägypten und Gaza. Foto: Günter Hochgürtel/privat

So kann man den Inhalt von „Zweimal Orient und zurück“ knapp zusammenfassen. Die Titelheldin ist eine mutige, rastlose Frau, die sich über alle Konventionen hinwegsetzt und ihren Kindern einiges zumutet, als sie beispielsweise mit dem Fahrrad von Hannover zurück in den Orient will. Eine Frau, die mit dem späteren ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat in den Bars in Kairo feuchtfröhliche Feste feierte, wie Fotos belegen. Im Gaza-Konflikt ging sie als Rot-Kreuz-Vertreterin zu den israelischen Militärs, um diese mit Erfolg dazu aufzufordern, ägyptische Kriegs­gefangene besser zu behandeln. Eine Frau, die ohne Sprach­kenntnisse und höhere Schulbildung in einem fremden Land Kontakte bis in die höchsten politischen Kreise knüpft, um wenig später in der DDR und in einem Berliner Obdachlosen­heim zu landen. Eine Frau, die sich auch in ausweglosen Situationen nicht kleinkriegen lässt.

Hochgürtel entwickelt die Geschichte als neutraler Erzähler in einem gut lesbaren, flüssigen Stil – er war 40 Jahre Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeigers“. Zudem lässt er die noch lebenden Kinder der Rosina Sedlacek (der Originalname wurde verändert) zu Wort kommen. Die Tochter der Titelheldin hatte ihn auf die Idee gebracht, diese ungewöhnliche Familiengeschichte für die Nachwelt aufzuschreiben.

Infos gibt es unter

www.guenter-hochguertel.de