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Buchungen wurde in der gesamten Eifel wegen Flutkatastrophe storniert

Wirtschaft : Eifel-Tourismus: 2022 soll besser werden

Das Corona-Jahr 2020 bescherte der Eifel hohe Besucherzahlen, die Tourismus-Branche feierte die Renaissance des Urlaubs im eigenen Land. 2021 fand die Erfolgsgeschichte ein jähes Ende – doch an einer Fortsetzung wird bereits gearbeitet.

Das vergangene Jahr stand für die Gastronomie, Hotellerie und touristische Betriebe von Beginn an unter keinem guten Stern: Ein sieben Monate andauernder Lockdown machte einen Start in die Saison erst Ende Mai möglich. Immerhin durfte ab April die Außengastronomie öffnen. Doch zu dem Zeitpunkt saßen wirklich nur die Harten im Garten: Anhaltender Regen und Temperaturen tief unter der Wohlfühlgrenze brachten den Wirten so gut wie keinen Umsatz – Wanderer, Radtouristen und Familien auf Ausflug waren in der Eifel ein eher seltener Anblick.

„Wir hatten einen schwierigen Start“, sagt Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus (ET) GmbH. Einerseits hätte es viel Unsicherheit angesichts der geltenden Corona-Vorschriften unter den Gästen gegeben, andererseits habe das „sehr bescheidene“ Wetter zu Beginn der Saison seinen Teil beigetragen, Besucher abzuschrecken. „Darüber hinaus kamen kaum Menschen aus den Niederlanden, weil der Reiseverkehr in die Eifel durch Corona-Einschränkungen im Nachbarland zum Erliegen kam.“

Und dann kam im Juli die Flut: „Der erste Reflex vieler Gäste war, ihren Urlaub in der Eifel zu stornieren“, sagt Schäfer. Verständlich. „Aber es hätte besser kommuniziert werden sollen, dass nicht die gesamte Eifel ein Katastrophengebiet war.“

Im Herbst hätte sich die Lage erneut stabilisiert, im Oktober sei der Stand der Buchungen in den Betrieben sehr zufriedenstellend gewesen.  „Doch was das Frühjahr 2022 bringt, ist nicht vorhersehbar. Die Absage aller Karnevalsveranstaltungen in der Region ist für Beherbergungsbetriebe und Gastronomie problematisch.“ Es bleibe nur, optimistisch nach vorn zu blicken und zu hoffen, dass die Omikron-Variante nicht einen weiteren Lockdown mit sich bringe, sagt der ET-Chef.

„Es war eine Herausforderung, den Eindruck zu revidieren, dass die gesamte Eifel von Flutschäden betroffen ist“, sagt Thomas Räthlein, Leiter Marketing und Vertrieb des Gesundlands Vulkaneifel. „Das hat viele Buchungen gekostet und war neben der ohnehin schwierigen Pandemie-Situation ein zusätzlicher Rückschlag für die Gastgeber. Und das in der Hauptsaison.“

Inzwischen habe sich die Lage wieder normalisiert, das Interesse an Wander- und Aktivreisen in der Vulkaneifel sei hoch. „Unser Eindruck: Die Gäste fühlen sich bei guten Hygienekonzepten der Gastgeber sicher und lassen sich auch von hohen Inzidenzzahlen nicht abschrecken“, sagt Räthlein.

Wie es in der Eifel weiterginge, darüber ließe sich zwar nur spekulieren, sagt der Tourismus-Experte. „Doch Deutschland wird als Reiseziel weiterhin sehr gefragt sein, weil es im Vergleich zu Auslandsreisen bedeutend mehr Sicherheit bietet.“

Corona, mieses Sommerwetter und die Flut im Juli – auch Frank Reuter, Chef der Tourismus GmbH Gerolsteiner Land kann ein Lied davon singen. „Wir mussten regelrechte Klimmzüge machen, um klar zu stellen, dass   oberhalb des Kylltals Tourismus noch möglich war“, erinnert er sich. Es sei gelungen, lautet sein Resümee: Die Besucherzahlen im Herbst seien trotz der coronabedingten Absage vieler beliebter Veranstaltungen wieder angestiegen.

Ein schwerer Schlag ins Kontor bliebe aber weiterhin die durch die Flut unterbrochene Bahnverbindung, die Gerolstein und das Umland viele Tagestouristen koste. „Auch Rad- und Wanderwege sind an vielen Stellen noch nicht wieder intakt.“ Dennoch seien im Oktober positive Rückmeldungen der Gastgeber zu verzeichnen gewesen, sagt Reuter. „Es sind erfreulich viele Gäste wieder in die Eifel zurück gekommen.“

Zudem gab es 2021 zwei Auszeichnungen für Rad- und Wanderwege im Gerolsteiner Land, erzählt Frank Reuter. „Und dazu einen dritten Platz für die familienfreundlichste Region Deutschlands.“

Auch Maria Arvanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information Bitburger Land, berichtet über die Zäsur bezüglich der Besucherzahlen durch die Flutkatastrophe im Juli 21: „Es kam zu starken Schäden, betroffen waren Betriebe sowie die touristische Infrastruktur.“

Vor allem die Campingplätze im Bitburger Land seien so stark zerstört, dass sie bis auf weiteres – auch im Frühjahr 2022 geschlossen blieben. „Trotz aller Bemühungen, aufzuzeigen, dass ein Urlaub in anderen Bereichen des Feriengebietes möglich ist, kam es zu einem Rückgang der Gästezahlen im Sommer“, sagt Arvanitis.

Aber: „Alle Angebote werden laufend überprüft und aktualisiert – zwischenzeitlich sind zahlreiche Reparaturen und Instandsetzungen erfolgt“, berichtet Maria Arvanitis.

Im neuen Jahr soll die Erfolgsgeschichte allerdings fortgeschrieben werden.