Buckel, Kurven, Engpässe

ARZFELD/LICHTENBORN. Der erste Abschnitt ist in Arbeit: Die Bundesstraße 410 zwischen Arzfeld und Lichtenborn wird bis Ende November auf etwa 1400 Metern von Grund auf erneuert. Weitere Teilstücke sind bereits in Planung, die erste Ausschreibung steht bevor.

Nass und neblig ist es auf der Baustelle. Und bevor das Wetter noch ungemütlicher wird, wollen die Arbeiter fertig sein: "Auf jeden Fall vor dem Winter", sagt Andreas Kribs von der Irrhausener Firma Weiland Bau, seien die Arbeiten auf dem B 410-Teilstück zwischen Arzfeld und Lichtenborn abgeschlossen. "Drei Wochen, dann ist das meiste hier gehalten." Die Straße wird auf einer Länge von rund 1400 Metern erneuert, der Verkehr aus Richtung Lichtenborn umgeleitet. "Die alte Decke ist komplett kaputt", sagt Rolf Schäfer, der beim Gerolsteiner Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) mit den Ausbauarbeiten betraut ist. "Die kommt weg."Erst kommt sie weg, dann wieder zurück

Allerdings kommt sie auch wieder - in Teilen - zurück: Die Planer betreiben nämlich an der Bundesstraße Materialrecycling. "Die Schwarzdecke wird entfernt und teilweise in Stücke gebrochen", erklärt Schäfer. Danach werde sie abtransportiert, zwischengelagert, mit Zement und Wasser verbunden "und als unterste Schicht wieder eingebaut. Darüber kommt dann die neue Trag-, Binde und Deckschicht." Gesamtkosten: etwa 500 000 Euro. Trasse und Straßenbreite (7,60 Meter) bleiben erhalten. Aufgrund des stabileren Aufbaus aber soll die Fahrbahn etwas höher liegen und vor allem den gestiegenen Schwerlastverkehr besser verkraften können. Patrick Schnieder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld, freut sich darüber - und hakt nach: "Wir begrüßen natürlich jedes Stück, das macht die Verkehrsanbindung besser." Aber da gebe es noch zwei Streckenabschnitte, "die sind sehr, sehr dringend." Zum Beispiel zwischen Daleiden und Dasburg: "Da herrschen katastrophale Verhältnisse", sagt Schnieder. "Schlechter Zustand, zu wenig Breite, zwei LKW kommen da nur im Schritt-Tempo aneinander vorbei. Das ist einer Bundesstraße unwürdig", kritisiert er in Richtung Berlin. "Wir haben alle den Eindruck, dass die Bedeutung der Straße zugenommen hat. Auch der Schwerlastverkehr hat zugenommen. Und das erhöht die Dringlichkeit." Zweites Sorgenkind: Das kurvige Mittelstück der Passage von Lünebach nach Lichtenborn. Schnieder weiß, dass dort die Planungen laufen - und das wird von Josef Arens, LSV-Abteilungsleiter für Straßenbau, bestätigt: "Wir beabsichtigen das Stück noch im Herbst oder Winter auszuschreiben, damit wir im Frühjahr loslegen können." Auf den etwa 1,3 Kilometern sei "fast ein Neubau" vorgesehen, berichtet Arens. "Die ganze Trassierung wird großzügiger gestaltet, da kommt weitestgehend eine neue Linienführung hin." Kurz: Die Kurven werden entschärft. Und zwar "definitiv im Frühjahr". Allerdings lässt sich Arens auf keine Termin-Zusagen für das Stück zwischen Daleiden und Dasburg ein: "Ich kann nichts versprechen, was ich nicht halten kann." "Mittelfristig" werde der Abschnitt aber ebenfalls erneuert: "Auch dort sehen wir die Notwendigkeit." Die Straße sei tatsächlich zu eng und müsse daher verbreitert werden. Auch die Kurven sollen entschärft und die gefährlichen Kuppen abgetragen werden. Wann? "Sobald Baurecht und finanzielle Mittel zur Verfügung stehen." Und zwar nicht erst zu St. Nimmerlein: "Das ist einer unserer Schwerpunkte", bekräftigt Josef Arens noch einmal. "Wir haben uns das auf unsere Fahnen geschrieben."