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Buddeln in Prüm, erweitern in Olzheim

Buddeln in Prüm, erweitern in Olzheim

Die Abteistadt dehnt sich noch ein bisschen aus: Unternehmer Erich Backes hat dieser Tage mit der weiteren Erschließung des Neubaugebiets unterm Krankenhaus begonnen. Nicht das einzige laufende Projekt der Familie.

Prüm/Olzheim. Wer in diesen Tagen aus Richtung Norden in die Stadt runterkommt - oder rausfährt - hat es schon gesehen: Der kleine Parkplatz am Straßenrand ist gesperrt, die Firma Backes hat dort allerlei Gerät herangerollt und auch schon den Asphalt aufgerissen und sich zum Kanal runtergebuddelt.
Der Grund: "Wir fangen an, die Leitungen zu bauen", sagt Erich Backes. Und zwar jene, die hinauf ins Neubaugebiet "Tafel III" führen: Die Flächen direkt unterhalb des Krankenhauses, der TV berichtete, gehören dem Unternehmer, dessen Familie in Olzheim das Truck-Center und den Rasthof und in Stadtkyll ihren Bau- und Betonzweig betreibt (siehe Extra). Jetzt lässt Backes sein Prümer Baugebiet weiter erschließen. Wie viele Grundstücke es am Ende werden, kann er noch nicht exakt angeben, es sollen aber "so 20 bis 25 werden". Auch die Preise stehen noch nicht fest, das hänge alles von den Kosten für Gesamterschließung, Genehmigungen und weitere Aufwendungen ab. So legt Backes unterhalb der Bauflächen drei Wasser-Rückhaltebecken an. Was dort dann noch überläuft, wird hangabwärts in den Kanal geleitet. Diese Arbeiten haben gerade begonnen - und bis August oder September, sagt Erich Backes, soll dann alles verkaufsfertig sein. Die Grundstücksgrößen stehen ebenfalls noch nicht fest, voraussichtlich liegen sie zwischen 600 und 1000 Quadratmetern. Loswerden könnte er einige Grundstücke schon jetzt, "sieben, acht Anfragen" lägen bereits vor. Aber er werde nichts verkaufen, solange nicht alles geregelt und fertig sei.
Geregelt hat der Stadtrat vorige Woche auch die Sache mit dem anderen Baugebiet, das sich an die Wenzelbach anschließt: In der Steinertsbach (der TV berichtete) geht die Erschließung ebenfalls bald los - den Zuschlag dafür erhielt übrigens auch die Firma Backes. "Es tut sich was", freut sich Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Da entstehe gerade "ein Riesenangebot für alle Bauwilligen". Und die, die in der Steinertsbach willig wären, sind zum Informationsgespräch mit Mathilde Weinandy eingeladen: am Dienstag, 31. Mai, 19 Uhr, im Ratssaal der Verbandsgemeinde.
Keine zehn Kilometer nördlich der Abteistadt, in Olzheim, baut die Familie Backes ebenfalls, und zwar um: den Rasthof Schneifel an der B 51. "Es wird eigentlich alles erneuert" sagt Erich Backes' Tochter und Rasthof-Chefin Edith. Restaurant, Sanitäranlagen, die Arbeitsbereiche und Räume fürs Personal - alles werde größer, moderner und barrierefrei ausgebaut. Für 1,8 Millionen Euro - "leider", sagt Edith Backes. "Aber es ist für uns eine Investition in die Zukunft". Wobei auch die Gegenwart schon nicht schlecht ist: Sie schätzt, dass täglich rund 800 bis 1000 Kunden insgesamt die Tankstelle, das Restaurant, die Backtheke oder die LKW-Werkstatt aufsuchen. Nicht nur Durchreisende übrigens: Auch viele Eifeler gehören zur Kundschaft, nicht zuletzt im Restaurant. Dort setze man auf Regionales und gutes Kochhandwerk - was den Gästen offenbar schmeckt. Geschlossen wird der Rasthof während der Arbeiten, die noch bis mindestens August dauern sollen, übrigens nicht. Stattdessen hat man ein Zelt aufgestellt - darin geht der Betrieb weiter.Extra

Stammsitz der Firma Backes ist Auw, dort gründete Clemens Backes vor 70 Jahren ein Fuhrunternehmen. In den 1970er Jahren stiegen dessen Söhne Peter und Erich ein, der Betrieb erweiterte sich um einen Tiefbauzweig. Erich und Peter Backes übernahmen die Firma nach dem Tod ihres Vaters 1989, inzwischen war in Ormont ein Lava- und Transportbetonwerk hinzugekommen. Das Betonwerk wechselte 2004 nach Stadtkyll. Anfang der 90er eröffnete die Familie den Rasthof Schneifel, im Jahr 2002 das LKW-Zentrum ("Truck Center") mit Werkstatt und weiteren Leistungen. Etwa 40 Beschäftigte hat man in Olzheim. 2007 gründete die nächste Backes-Generation die Backes-Gruppe, die die Junioren gemeinsam mit ihren Vätern Peter und Erich leiten. Dort sind etwa 350 Menschen beschäftigt. fpl