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Bürger kämpfen um Kyllburger Freibad

Bürger kämpfen um Kyllburger Freibad

Die Kyllburger haben Angst um ihr schönes Freibad: Ohne eine Sanierung für mindestens 160 000 Euro bleibt die Einrichtung 2015 geschlossen. Jetzt hat Christian Schmidt aus Wilsecker eine Online-Petition gestartet.

Kyllburg. "Was wären wir ohne? Nicht auszudenken!", schreibt Heike Burton aus Badem. Und Teneka Beckers aus Dudeldorf: "Wenn das Schwimmbad schließt, dann ziehe ich weg!" Und Anja Vorspel aus Düsseldorf schreibt: "Das Kyllburger Freibad ist das schönste in Deutschland. Deshalb fahre ich im Sommer aus Düsseldorf nach Kyllburg in Urlaub. Urlaub ohne Schwimmbad? Nö. Also Schwimmbad retten. Auf geht\'s!"Deshalb unterstützen die Drei zusammen mit vielen weiteren - aus der Region und ganz Deutschland - die Online-Petition, die Christian Schmidt aus Wilsecker gestartet hat: Sie wollen nicht, dass das Kyllburger Freibad dem Rotstift zum Opfer fällt. Damit die Anlage 2015 öffnen kann, müssen dort zunächst mindestens 160 000 Euro investiert werden - doch die Besucherzahlen schwanken, das Bad ist seit langem defizitär, die Entscheidung in Zeiten knapper kommunaler Kassen aber schwierig. Wie es weitergehen soll, will der Rat der VG Bitburger Land in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 27. November, entscheiden.Eine Mammutaufgabe

Im Internet hat sich eine kleine Gemeinde der Mission von Christian Schmidt angeschlossen, die da heißt: "Rettet Freibad Kyllburg". Gemeinsam dringt man auf den Erhalt der Einrichtung: "Als zentrale Sportanlage in der Verbandsgemeinde Bitburger Land darf das Freibad Kyllburg nicht aufgegeben werden. Wir fordern daher die Verantwortlichen vor Ort auf, die nötigen Investitionen zu tätigen und den langfristigen Erhalt des Schwimmbads sicherzustellen."Eine Mammutaufgabe für die Kommune, denn in fast allen Ecken des Bades warten Mängel, die behoben werden wollen. 1966 neu gebaut, wurde das Bad zuletzt 1987 grundlegend saniert - es hat sich also einiges angehäuft an (zum Teil mehr als nur) reparaturbedürftigen Stellen: So wird die fast 30 Jahre alte Wärmepumpe mit einem Kältemittel betrieben, das seit 2010 gar nicht mehr hergestellt wird. Badewasserfilter, Chlordosierungsanlage, Umkleidekabinen - allesamt sanierungsbedürftig. Zudem beanstandet das Gesundheitsamt regelmäßig, dass für das Personal des Imbisses keine gesonderte Toilette mit Waschgelegenheit vorhanden ist. Trotzdem - die mehr als 660 Unterstützer, die bisher unterschrieben haben, lieben ihr Bad - und sind der Meinung, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen. Nicht zuletzt auch zugunsten der ganzen Region, schreibt Norbert Hoffmann aus Bitburg: "Man kann nicht immer den einfachsten Weg gehen und alles schließen, was Geld kostet. Zum einen wird geworben für das Urlaubsgebiet Bitburger Land/Kyllburger Waldeifel, zum anderen soll dieses Gebiet und der schon genug gebeutelte Ort Kyllburg um einen Anziehungspunkt, den sowohl Urlauber als auch Einheimische nutzen, ärmer gemacht werden." Im Wirfttal wird in diesen Tagen das Waldfreibad der Verbandsgemeinde Obere Kyll dem Boden gleich gemacht - auch hier konnte die Kommune das Bad nicht mehr bezahlen. Was mit der Fläche künftig geschehen soll, weiß noch keiner. openpetition.de/petition/online/rettet-freibad-kyllburg