Bürger sind nach Großbränden besorgt

Bürger sind nach Großbränden besorgt

Eine bessere Zusammenarbeit der Feuerwehren auch über Landesgrenzen hinweg - das sollte die Verwaltungsvereinbarung von 1998 zwischen der Verbandsgemeinde Prüm, der Gemeinde Hellenthal und dem belgischen Büllingen regeln. Doch noch dauert es im Notfall zu lange, bis die Wehren jenseits der Grenze alamiert werden. Hellenthaler und Büllinger wollen dies ändern.

Prüm/Hellenthal/Büllingen. (red) 1998 schlossen die Verbandsgemeinde Prüm, die Gemeinde Hellenthal und das belgische Büllingen Prüm eine Verwaltungsvereinbarung ab. Danach sollen sich die Feuerwehren grenzüberschreitend helfen. Am 27. Oktober und 3. November kam es zu zwei Großbränden im belgischen Weckerath. Doch die Löschgruppe Losheim, die schnell am Einsatzort hätte sein können, wurde nicht alarmiert.

Schnellstmögliche Hilfe - auch international



Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz erhielt von besorgten Bürgern aus Weckerath einen Brief: In beiden Fällen habe es ungefähr eine halbe Stunde gedauert, bis die Büllinger Feuerwehr aufgrund der großen Entfernung am Brandort eingetroffen sei. Eine Lösung sehen die Weckerather in einer Notfall-Kooperation mit der deutschen Feuerwehr aus Losheim. "Wir wissen, dass die Ausrüstung der Wehr dort bescheiden ist", heißt es im Brief, "doch wäre sie eine willkommene Hilfe, bis die Kollegen aus Büllingen hier sind." Dies sei auch für Manderfeld und die anderen Dörfer zwischen Weckerath und der deutschen Grenze von Bedeutung.

Bürgermeister Wirtz lud zur Infoversammlung nach Weckerath ein. Daran nahmen unter anderem auch Rudolf Westerburg, Allgemeiner Vertreter von Hellenthals Bürgermeister Manfred Ernst und selbst Feuerwehrmann, Büllingens Gemeindesekretär Raymund Roth und der dortige Feuerwehrkommandant Werner Greimers teil. Greimers verglich die Anfahrtzeiten der Büllinger und der Losheimer Wehr. Ergebnis: Wären die Losheimer ausgerückt, wären sie nur zwei oder drei Minuten früher eingetroffen.

Laut Wirtz wird zunächst die Leitstelle in Lüttich über die Telefonnummer 112 informiert, wenn beispielsweise ein Hausbrand gemeldet wird. Von Lüttich werden die Büllinger Feuerwehrmänner alarmiert. Treffen diese in der Büllinger Notdienstzentrale ein, informieren sie sich in Lüttich genauer. Handelt es sich zum Beispiel um einen Brand in Weckerath, kann über die Lütticher Leitstelle die Euskirchener Leitstelle eingeschaltet werden, die dann die Losheimer Wehr anpiepst. In der Zwischenzeit ist unser Löschzug unterwegs und vielleicht schon in Losheimergraben, so Wirtz. Das Abkommen von 1998 sei also nicht außer Kraft. Doch es sehe nicht vor, dass die Losheimer direkt verständigt werden können, wenn es in Weckerath brennt.

Seit Dezember gilt in Belgien das neue Gesetz der "schnellstmöglichen adäquaten Hilfe". Danach sind Gemeindewehren zwar grundsätzlich für ihre Kommune zuständig. Sind aber Orte in Nachbargemeinden schneller anzufahren, wird die am nächsten stationierte Wehr eingeschaltet.

Wirtz wünscht sich eine solche Regelung auch international. Dann könnten im Bedarfsfall gleich die Losheimer oder Prümer von Lüttich aus alarmiert werden. Wirtz und Westerburg verständigten sich, die Politiker einzuschalten, um eine schnelle Hilfe über die Grenzen hinweg durch Verwaltungsvereinbarungen oder Verordnungen zu ermöglichen.

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